Ali Mitgutsch

Wimmelbuchautor Ali Mitgutsch im Interview

Ali Mitgutsch hat Generationen von Kindern und Erwachsenen begeistert. Und das ganz ohne Worte. In seinen Wimmelbüchern stellt er viele verschiedene Alltagsszenen dar. Familienurlaub am Strand, ein Besuch auf dem Bauernhof, Kinder beim Skifahren und vieles mehr. Für sein erstes Wimmelbuch, “Rundherum in meiner Stadt”, erhielt der heute 78-Jährige 1969 den Deutschen Jugendbuchpreis.
Ich habe den Autor getroffen und wollte wissen, wie er auf die Idee seiner berühmten Wimmelbücher gekommen ist und warum er sich für die Erhaltung des Münchner Stadtteils Schwabing einsetzt. Außerdem erzählte er mir im Interview, wie er als Kind den Zweiten Weltkrieg erlebt hat.

 

Sie hatten eine schwere Kindheit, sind während des Zweiten Weltkriegs aufgewachsen und wurden mehrmals an verschiedene Orte evakuiert. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?

Ich muss ganz ehrlich sagen: Es ist eine hässliche Erinnerung. In der der Hauptsache sind das negative Dinge, z.B. in der Früh um 3 aufstehen müssen und bei Verdunkelung, in der Kälte zum Bahnhof und dann irgendwo hinfahren, wo wir weit draußen evakuiert waren, bis wir dann endlich nach … da in diesem Dorf im Allgäu kamen. Es war kalt und es war unfreundlich und ein Haufen Leute waren immer drum rum, man musste immer stehen, weil Kinder zum Beispiel, die mussten immer den älteren Leuten Platz machen [lacht]. Und es war keine schöne Zeit. Es war eigentlich keine schöne Zeit.
Und etwas, was sicher mit genauso schlimm war: Ich habe den Kontakt zu Gleichaltrigen verloren. Zuerst waren wir im Bayerischen Wald, in so einem winzigen Kaff und da war so eine witzige Schule, so eine Zwergschule, in der sämtliche Klassen in einem Zimmer saßen. Da war ich bei meinem Schwager, der war Pfarrer, aber es war kein Sympath. Das eine schließt nämlich nicht das andere aus [lacht]. Und meine Schwester war mit meinem Neffen, das war ein winzig kleines Kindchen, das war gerade ein paar Monate alt. Und der stellte ihr nach und sie hat den Nachstellungen nicht nachgegeben und dadurch war der dann so ruppig. Sie durfte dann in dem Pfarrhaus wohnen und meine jüngere Schwester und ich und meine Mutter wir wurden dann auf so einen Einöd-Bauernhof [gebracht]. Da mussten wir in tief dunkler Nacht raus und hatten dann so eine Lampe dabei. Es war schon wirklich gespenstisch. Hinter jedem Busch vermutete ich einen Bösewicht [lacht]. Und bei dem Bauernhof war überhaupt nichts geheizt, nur die Stube und oben, wo wir geschlafen haben, da war es sau kalt. Da war dann zum Beispiel so ein Krug mit Wasser und der hatte eine Eisschicht oben drüber, so kalt war das. Und wenn man sich ins Bett gelegt hatte, dann dampfte rechts und links von dir, dampfte es raus. Das war die Körperwärme, die da in der Luftfeuchtigkeit, in der eiskalten sofort kondensierte. Und das war schon echt nicht sehr angenehm, das muss ich schon sagen.

Sie haben sich zeitweise auch in eine eigene Welt geflüchtet und Traumfreunde erfunden.

Ja, nachdem ich keine eignen mehr hatte, keine lebenden, habe ich mir die eben ausgedacht. Die waren dann natürlich schon so, wie ich sie gebraucht habe. Das war ein großer, dicker Starker, das war so ein Jumbo-Typ und dann ein kleiner, schlauer mit einer spitzen Nase, der immer die besten Ausreden erfand. Und mit denen zusammen habe ich dann sozusagen Abenteuer erlebt. Und wir haben uns alles mögliche einfallen lassen. Und das war eigentlich ganz schön. So lange es warm war, saß ich dann da in den Auen irgendwo und da hatte ich mir Baumhäuser gebaut. Das war natürlich meistens eine kurzlebige Sache, weil wenn die Dorfkinder dann gemerkt haben, dass da ein Baumhaus von mir steht, dann haben sie das natürlich sofort zerstört.

Sie haben ja bereits erwähnt, dass Sie während dieser schweren Zeit nicht viele Freunde und auch Probleme in der Schule hatten, speziell mit einem bestimmten Lehrer.

Sehr! Also der Lehrer dort, das war so ein Verbitterter, Verkniffener mit seiner Familie, der wohnte auch in dem Schulhaus. Das war ein Sadist. Der wäre wahnsinnig gerne in der Stadt gewesen und den haben sie dann da raus verdammt, in die hinterste Provinz und das hat der dann an uns ausgelassen, an uns Münchnern. Die anderen waren etwas stabiler wie ich, aber ich, ich bin schon so oft hin und her evakuiert worden, dass ich keinen Kontakt mehr fand. Ich lebte in meiner eigenen Welt und das ist natürlich in einer Klasse, die also von der ersten bis zur achten Klasse in einem Raum sind, ist das natürlich so, dass sich da dann so Prügelknaben rausbilden. Der Lehrer hat sich über uns lustig gemacht und hat uns immer zur Schnecke gemacht und mich speziell. Meiner Schwester, die vier Jahre älter war als ich, da hat er sich nicht so getraut und vor allem hat er wahnsinnig gekuscht, wenn meine älteste Schwester kam und sich beschwert hat. Und dann war es wieder für zwei, drei Tage gut und dann hat er sich wieder was Neues ausgedacht. Das war zum Beispiel so, da ließ einer einen fahren. Und dann hat er gesagt: „Hier stinkt’s! Wer war das?!“ Und dann ist einer aufgestanden: „Der Mitgutsch!“ Und dann hat er [der Lehrer] gesagt: „Riech mal an ihm!“ Die Prozedur allein schon! Und dann musste ich also aufstehen und dann roch der [der Schüler] an mir. „Ja ja, der war’s!“ Was man ja gar nicht mehr feststellen hätte können, denn in der Zwischenzeit war das ja alles verteilt. Dann musste ich raus auf den Katheter, neben dem Katheter war so eine Empore, die war so 20 Zentimeter hoch und da musste ich mich dann hinstellen, mit dem Gesicht zur Klasse. Und die feixten dann und dann spielte sich ein Spielchen heraus, dass wenn einer ankam, ließ er einen fahren und hat gesagt: „Herr Lehrer, der Mitgutsch stinkt schon wieder!“ Dann musste ich wieder raus. Das hatte zur Folge, dass ich nach kurzer Zeit, wenn ich was gerochen hab, ICH rot geworden bin, weil ich wusste, was wieder auf mich zukommt. Naja, so ging das dann dahin. Aber meine zwei Freunde, die ich mir geträumt habe, die halfen mir dann schon. Damit konnte ich die Zeit, die ich alleine war, ganz gut überbrücken.

Ich habe ein Zitat von Ihnen gelesen, das wie folgt lautet: „Meine Träume haben mich immer gut geführt.“ Haben Sie sich dazu entschieden, Kinderbuchautor zu werden, weil Sie auf diese Art und Weise in der Lage waren, Ihre eigenen Welten zu schaffen, die im Gegensatz zu Ihren Kindheitserinnerungen doch sehr viel glücklicher waren?

Ich glaube nicht. Dass ich Kinderbuchautor wurde, hat einen ganz anderen Weg genommen. Ich bin da hin und her evakuiert worden und war in dieser Zwergschule und da war mit Oberschule nix. Dann haben sie immer gesagt: „Ja, wenn wir nach München wieder zurückkommen, da gibt es so eine Schule, wo man das nachholen kann. Das machst du dann!“ Wie wir nach München zurückkamen, dachte ich mir, jetzt kommt das Paradies auf mich zu. München! Alle meine Sehnsüchte waren in München vereint. Da hatte ich meine Freunde von früher. Die alle nicht mehr existierten. Die waren entweder evakuiert, ganz anders wo hin. Teilweise waren sie umgekommen im Krieg. Aber die waren einfach nicht mehr da. Das München, das ich aus Traumvorstellungen hatte, das gab es nicht mehr. Das hatte sich sehr gewandelt. Und zwar, das waren so laute clevere Bürschlein, die dann so mit den Amerikanern Schwarzhandel trieben. Der eine verkuppelte seine Mutter immer an die Schwarzen. Oder für eine Tafel Schokolade haben sie den im Schwimmbad Unanständigkeiten machen lassen. Das war eine vollkommen andere Welt! Meine Mutter war tiefreligiös und hatte wie eine Gluckhenne ihre Familie unter ihren Fittichen. Und da dauerte es dann auch sehr lange in München, bis ich mich daran gewöhnt hatte, an die neue Situation. Bis ich einen neuen Freund gefunden hatte. Denn da gab es dann auch diese starken Schläger ind er Volksschule, damals Klassen mit über 50 Kindern. Und der Rektor, das war unser Lehrer. Der war über 70 Jahre alt, ein dürres, klappriges Männchen, das im Sommer wie im Winter seinen Wintermantel anhatte, weil er Tag und Nacht fror. Das ist natürlich kein Alter mehr für einen Lehrer. Und die Knaben, die haben mit dem gespielt. Die haben dann Monition gefunden und aufgebissen und die Bleikugel weggespuckt und haben in die Hülsen einen Nagel rein und wenn man die dann fallen ließ, gab es einen Schuss. Und wenn der sich umgedreht hat, dann hat da hinten einer einen fallen lassen. „Halt, wer war das?!“ Und da saßen alle da, als wenn sie es nicht gewesen wären. Kaum hat er sich wieder umgedreht, haben sie es wieder fallen lassen. Das war ein armer Mensch. Der tat mir wirklich sehr leid.

Und wie ist es dann dazu gekommen, dass Sie sich dazu entschieden haben, Grafiker zu werden und dann eben auch Kinderautor?

Weil ich die ganzen anderen Fächer so vernachlässigt hatte. Ich lag dann stundenlang in meinem Bett und las. Abenteuerbücher habe ich gelesen. Und um die Schule habe ich mich gar nicht mehr geschert. Ich war ja Legastheniker, aber das wussten wir damals noch nicht, dass das Legasthenie ist. Da hat es dann geheißen: „Saumäßig ist der in Deutsch! Deutsch ist einfach schweinisch!“ Und da war es nicht mehr mit der zweiten Chance, auf die Oberschule zu kommen. Dann sind wir ins Arbeitsamt gegangen und haben uns beraten lassen, als ich 14 war, was ich lernen könnte. Und dann wurde gefragt: „Ja, was kann er denn?“ Lauter schlechte Noten gehabt. Nur im Zeichnen war ich gut, aber da hatte ich auch nie eine Eins [lacht]. Der Berufsberater hat dann gesagt: „Ja, dann kann er Lithograf werden.“ Und dann bin ich Lithograf geworden. Eine vollkommen falsche Sache für mich, weil das eine ganz genaue Arbeit ist, ganz exakt. Die haben Bilder in winzig kleine Punkte zerlegen müssen, diese Rasterpunkte, aber mit der Hand gemalt. Das war schon sehr belastend für mich. Aber das Zeichnen hat mir Spaß gemacht. In dem gleichen Gebäude war die Grafische Akademie. Und dann habe ich mir gedacht: „Das wär was für mich!“
Und da kam einer der Fachlehrer an einem wahnsinnig heißen Tag. Der Schweiß lief uns herunter. Und dann hat er gesagt, dass sein Bruder, wenn es so heiß ist wie heute, ein weißes Schafferl mit Wasser unter seinen Schreibtisch stellt und einfach die Füße rein hängt. Und das war in dem Moment für mich das Synonym für Freiheit und großartiges Leben. Dann habe ich mir gesagt: „Ja, Grafiker werd ich!“ Und dann bin ich hinterher, wie ich mit der Ausbildung fertig war, bin ich in eine Privatschule, aber das war dann nicht das Richtige für mich. Da konnte ich nämlich nebenbei arbeiten, Geld verdienen und in diese Schule gehen, aber auf der Schule war also überhaupt keine richtige Konkurrenz. Das waren in der Hauptsache aus wohlhabenden Haus die Mädchen, die eben auch das Abitur nicht geschafft haben. Auf so einer grafischen Akademie, das klang dann gut. Und da begegnete ich dann einem, der gesagt hat: „Du, da oben, in der Grafischen Akademie, da sollten wir uns doch mal bewerben!“ Und das war der Einzige, mit dem ich da in der Schule sowieso näheren Kontakt hatte. Dann bin ich hingegangen, mit meiner Mappe und hab mich bei dem Professor Ege vorgestellt und der hat das gesehen, hat das durchgeblättert und ich hab mir gedacht: „Au weh, der sagt nix.“ Und auf einmal sagt er: „Könnten Sie am Montag anfangen? Ich habe nämlich gerade noch einen Platz frei.“ Da habe ich gesagt: „Ja, natürlich!“ Da bin ich sofort los gesaust und habe da gekündigt, wo ich war. Das hätte ich eigentlich gar nicht gekonnt wegen längerer Zeit Kündigungsfrist. Aber ich habe dann gesagt: „Wenn Sie mich nicht gehen lassen, dann komme ich einfach nicht mehr. Also Sie sind mich auf jeden Fall los.“ Und dann kam ich eben auf die Grafische Akademie. Und von da aus bin ich dann Grafiker geworden. Aber da war ich so jung. Ich war nicht einmal 18, 17 als ich auf die Grafische Akademie kam. Das war einfach ein bisschen zu früh. Wie ich dann da mit dem Studium fertig war, da hatte ich das Gefühl, jetzt müsste ich noch einmal anfangen damit. Jetzt hätte ich was davon, jetzt könnte ich das voll genießen, jetzt könnte ich das voll aussaugen, den Honigbecher. Aber das war nichts. Aber ich hatte in der Zwischenzeit einen grafischen Lehrmeister gehabt, der mir sehr genaues Arbeiten gelernt hat. Und das hatte ich dann als Plus. Und dann lernte ich einen kennen, in einem grafischen Atelier, wo ich mich beworben hatte, der ähnlich war wie ich. Der war zwei Jahre älter und mit dem habe ich mich dann zusammen getan. Der hatte eine Freundin und die fuhr nach Paris. Und dann hat sie den Bus verpasst, mit dem die Klasse da abfuhr und dann kam sie und weinte da rum und dann hat der Chef von dem grafischen Atelier gesagt: „Ach, warum fahren wir eigentlich nicht nach Pairs? Wir könnten doch auch mal acht Tage nach Paris fahren!“ Und dann haben wir gesagt: „Oh ja, fahren wir nach Paris!“ Dann sind wir nach Paris gefahren. Und ab da fing das mit den Reisen an. Und dann hat ein Reporter, der uns da [im grafischen Atelier] besucht hat, erzählt, er war da auf einer tollen Insel im Mittelmeer. Toll war das und unglaublich schön! Ein Hafen, da gehst du unten rein und fährst fünf Stockwerke hoch und dann gehst du ebene Erde raus. Und dann haben wir gefragt: „Ja, wie heißt denn das?“ „Ja, das heißt Mallorca.“ [lacht] Dann haben wir gesagt: „Da fahren wir hin!“
Mein Freund hatte schon einen Roller. Ich konnte mir den natürlich nicht leisten. Und dann habe ich mir mein Geld auszahlen lassen, das ich für Geburtstags- und Namenstagsgeschenke gekriegt hätte und dann sind wir losgefahren. Vier Monate waren wir dann unterwegs. Das war sehr schön. Dort haben wir dann einen Mann kennengelernt, einen Deutschen, der dort von einer sehr schmalen Rente gelebt hat. Weil in Spanien damals alles sehr viel billiger war, hat er gut leben können, aber ganz allein. Da war kein Tourismus, den gab es damals noch nicht. Der hat uns dann erzählt: „Ah, da gibt’s eine Insel da unten. Da ist es wie in Marokko. Da sind die Häuser alle weiß. Flachdächer.“ Da haben wir gesagt: „Wie heißt denn die Insel?“ „Die heißt Ibiza.“ [lacht] „Ui, da müssen wir hin!“ Und dann sind wir mit einem kleinen Dampfer rüber gefahren. Da haben wir ein Haus gemietet. Kostete ja ein Spottgeld. Das war unglaublich. Wir haben zusammen am Tag von 3,50DM gelebt. Das war die Übernachtung, das war Essen, das war das Trinken, nicht zu vergessen. Der Wein war auch sehr billig [lacht]. Und damit fing’s an. 17 Jahre lang waren wir jedes Jahr ein viertel der Zeit auf Reisen in der ganzen Welt. Nicht in der ganzen. Zum Beispiel in Australien war ich nie.

Das müssen Sie noch nachholen!

Nein, das hat mich auch nie so interessiert. [lacht]

 

Mitgutsch Atelier

 

Wann kam dann die Zeit, in der Sie sich auf Kinderbücher konzentriert haben?

Wenn ich dann zurückkam von so einer Reise, dann war es immer etwas schwer als Grafiker, weil die Kunden davongelaufen sind. Drei Monate lang haben die andere genommen und da sind nur die wenigsten geblieben. Außerdem kam da noch der Neidfaktor immer dazu. Da haben sie immer gesagt: „Na, da kommt er daher, braun gebrannt und erholt nach drei Monaten. Jetzt will er Arbeit haben!“ [lacht] Und da habe ich dann eben einen kennengelernt. Da habe ich mir dann sämtliche Verlage rausgeschrieben und habe mich da vorgestellt mit meiner Mappe mit Arbeiten. Da war einer dabei, der gesagt: „Ach, meine Frau, die ist bei einem Kinderbuchverlag Teilhaberin und die suchen immer junge Leute. Haben Sie sich schon mal überlegt, ob Sie für Kinder arbeiten könnten?“ Und nachdem Grafiker damals immer annahmen, alles zu können, habe ich gesagt: „Ja, natürlich, kann ich auch!“ Und dann hat er gesagt: „Machen’s doch mal irgendwas! Die suchen immer jemanden.“ Mit denen kam es dann zu einer Freundschaft bis zu ihrem Tod. Das wirklich eine sehr schöne Zeit mit denen zusammen. Die haben mich so eines Kindes statt genommen. [lacht] Das war sehr sehr angenehm.

Was hat Sie zu Ihren Wimmelbüchern inspiriert?

Da hat einmal ein Kunde, das war der Direktor vom Stadtjugendamt, für den habe ich mal so eine Aufklärungsfibel illustriert und der hat meine Kinderbücher gesehen, die ich so gemacht hatte und dann hat er gesagt: „Wissen Sie was, ich bräuchte ein Buch, das man, jedes Mal, wenn man es anschaut, was Neues entdeckt.“ Und da bin ich heim gegangen und habe mir überlegt: „Wie könnte das ausschauen?“ Und dann habe ich mir gedacht: „Ach ja, was hat mich so begeistert?“ Mich haben also zum Beispiel diese Kripperl in der Kirche so begeistert. So was mit vielen Details. Da stand dann unten die Bäuerin und wenn man ein Fünferl rein geschmissen hat, dann die so Hühner gefüttert. Oder oben aus einem Turm hat ein Engel geläutet. Ding dong! Ding dong! [lacht] Oder unten ist der Bruder Konrad auf die Knie gefallen und dann ist auf einer Schiene das Jesuskindlein raus gekommen und hat gesegnet. Und dann ist das Licht ausgegangen und dann musstest du wieder fünf Pfennig rein stecken. [lacht] Und das war diese Erinnerung an meine Kindheit. Und dann habe ich mir gedacht: „So was müsste man eigentlich zweidimensional machen!“ Und dann habe ich das erste Kinderbuch in dieser Art gemacht.

Es gibt ja einige Menschen, die anmerken, Ihre Kinderbücher, vor allem diese Wimmelbücher, seien zu idealistisch. Wie gehen Sie mit dieser Kritik um?

Alle diese Gruppierungen, die irgendwie hoch schwappten, zuerst die Linken, muss ich ganz ehrlich sagen, die haben alle gesagt, ich würde die heile Welt darstellen. Das sei großer Scheiß, den ich da machte, in den Kinderbüchern müsste die Welt so sein, wie sie ist: grau und trostlos, dass die Kinder dagegen Opposition ergreifen und dagegen kämpfen. Und ich habe mir damals gedacht: „Nein, das ist eigentlich ein Schmarren!“ Wenn ich die Kinder dazu bringen will, was zu machen, dann muss ich sie mit was locken. Ich muss sie begeistern für irgendwas. Das waren richtig graue Illustrationen, die die Linken damals gemacht haben, die extrem Linken. Ich war ja auch ein Linker, aber ich war eben kein so ganz linker Kommunist. Aber das war so das, wo ich gedacht habe: „Das kann’s nicht sein!“ Und die Kinder fanden auch das, was ich gemacht habe, genau richtig.
Und dann kamen die Emanzen. Und die haben ja richtige Bücher geschrieben darüber. Und in einem dieser Bücher, haben sie mich als Musterbeispiel eines Frauenfeinds gebrandmarkt. Die haben das richtig systematisch gemacht. Wenn sie selber in so Gruppen zusammen waren und sich überlegt haben, wie sie ihre feministischen Ideen da weiter verbreiten können, da sind sie auf den Gedanken gekommen: „Den werden wir jetzt unter Terror setzen!“ [lacht] Dann bin ich am Tag zwei-, dreimal von irgendjemandem angerufen worden, die so scheinheilig immer taten: „Ja, wissen Sie, mir haben Ihre Bücher ja so gefallen, aber mir ist aufgefallen, dass Sie überhaupt viel mehr Männer wie Frauen drauf haben.“ Das erzeuge ein Minderwertigkeitsgefühl in den Kindern, auch für die Jungen. „Die meinen dann, die sind was Besseres. Das ist doch ganz falsch!“ Dann habe ich gesagt: „Ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe mir darüber keine Gedanken gemacht.“ Mein Umfeld habe ich gezeigt wie es war. „Ja, aber es gibt jetzt eine Feuerwehr, die besteht nur aus weiblichen Feuerwehrleuten!“ Da habe ich gesagt: „Ja, aber wenn ich eine typische Feuerwehr zeichnen will, dann muss die doch eigentlich schon ein bisschen was von der Realität haben und die Realität ist einfach, dass das Männer sind.“ [lacht] Das gab es welche, die haben mich unglaublich angegriffen. Die haben ständig irgendwo Artikel veröffentlicht und sehr viele von den Männern hatten ein schlechtes Gewissen, dass die Frauen so lange schlecht behandelt worden sind, dass man also alles, was mit Feminismus zu tun hatte, also besonders gehegt hat. Auch über einen vernünftigen Rahmen hinaus.
Das waren eigentlich die zwei größten Probleme, die ich hatte und eben dann das, dass ich ein Optimist sei und dann habe ich eben für mich festgestellt, dass ich Kinder mitreißen kann, mit Dingen, die die Kinder begeistern. Und das bedeutet, ich muss begeisterte Bilder machen.

Haben Sie denn eine Lieblingsszene aus einem Ihrer Bücher oder ein Lieblingsbuch?

[lacht] Ich dachte immer, wenn ich mit einem fast fertig war: „Das ist jetzt mein Bestes! Das ist mein Lieblingsbuch!“ Dann war ich ganz fertig und hab mir gedacht: „Ach ne, das hättest du anders machen können und das hättest du anders machen können, das hättest du noch besser machen können!“ Und auf die Weise habe ich kein Lieblingsbuch. Aber ich habe natürlich Sachen, die mir gefallen und Sachen, die mir weniger gefallen.

Wenn Sie ein neues Wimmelbuch planen, wie gehen Sie an die Sache ran? Wie lange dauert so ein Prozess?

Also zuerst ist natürlich die Idee. Was möchte ich dem Kind mitteilen? In welcher Form möchte ich das mitteilen? Ich muss ja das Kind erreichen, mit dem was ich ihnen vorsetze. Also muss das so bekömmlich sein und so appetitlich, dass sie das auch mögen. Da denkt man sich dann eine Geschichte aus und die kann man dann ins Bild umsetzen. Ins Bild wird es umgesetzt, indem ich auf Transparentpapier die Figuren umher treibe. Und mit einem Radiergummi radier ich dann die Dinge, die nicht richtig sind, bis die alle richtig stehen. Und zwar auch noch nicht die Details, nur die Haltung von den Figuren. Und wenn ich mir dann denke: „So muss das Gesicht aussehen.“ Dann zeichne ich die auf das Transparentpapier. Und das Transparentpapier schmier ich dann mit dem Bleistift ein und dann pause ich das praktisch Stück für Stück ab. Erst die großen Flächen. Seen, Bäche, Häuser und dann die kleineren, dann die Figuren, dann die Gesichter, die Haare. Das muss dann auch richtig systematisch durchgearbeitet werden, dass ich zuerst einmal die Köpfe alle mache und wenn ein Kopf nicht so richtig ist, nicht so richtig wird, dann nehme ich gleich die rosa Farbe und decke das sofort wieder ab. Manchmal male ich Köpfe 15 Mal hintereinander übereinander. [lacht] Bis es genau das ist, was ich will.

Jetzt würde ich gerne in eine andere Richtung gehen. Sie haben sich auch sehr lange bei der Bürgerinitiative Maxvorstadt engagiert. Sie kritisieren die sogenannten „Immobilientermiten“, diese ganzen Luxusbauten, die jetzt in Schwabing und zunehmend auch in der Maxvorstadt entstehen. Warum kämpfen Sie für diesen Stadtteil?

Eigentlich in der Hauptsache, weil ich Schwabing liebe. München ist meine Heimat. Immer wenn ich weg war, bin ich nach drei, vier Monaten zurückgekommen und habe mich immer wieder gefreut, wenn ich zurückkam, weil das München, das mochte ich. Das hat eine Atmosphäre, wie ich’s mag. Da habe ich meine Freunde, eine größere Menge Freunde und das ist einfach das, was ich schätze. Und wenn ich sehe, wie diese Welt plötzlich zu Tode saniert wird, wie diese kleinen Geschäfte, der Schuster, Textilgeschäfte, die da so Nadeln und Faden verkauft haben und lauter so Zeug, die gehen alle ein, weil nur noch reiche Leute in Schwabing leben können. Die kleinen Bäcker, die kleinen Metzger, alles geht ein. Supermärkte bleiben über. Das ist der Tod des Lebens einer Stadt! Schwabing zum Beispiel ist großen Teilen schon scheintot. Nun hat Schwabing den Vorteil, dass ein Haufen Studenten noch immer da sind. Aber das auch nicht, was das Schwabing früher war. Schwabing muss bunt sein und wenn es nur Studenten sind, dann sind’s halt ein bisserl laut und sind auch vielleicht witzig, es ist ganz amüsant, aber nicht dieses Schwabing, das es früher war und das es auch heute noch sein könnte. Wenn nicht die Profitgaier sich aus allem eine goldene Nase machen wollen.

Was kann man machen, um dem entgegenzuwirken?

Die Politik müsste sicher Wege beschreiten, dass man die Leute, die den Geist eines Viertels geprägt haben, dass die auch drin bleiben können. Dass die nicht verdrängt werden von irgendwelchen Reichen, die eine Zweit- oder Dritt- oder Viertwohnung brauchen und die dann in Schwabing, weil das einfach gut klingt, wenn man sagt: „Ich hab jetzt in Schwabing auch eine Wohnung.“ Zu den Opernfestspielen kann man dann hier übernachten. Denn diese reichen Leute, die sich so teure Wohnungen leisten können, sind sehr oft gar nicht die, die drin wohnen. Vielleicht studiert dann mal eines der Kinder in München. Aber das ist eben schade, dass die lebendige Struktur zerstört wird. Früher ist man sich beim Einkaufen in den Läden begegnet. Im Supermarkt spricht heute noch kaum jemand miteinander. Aber der Supermarkt ist notwendig geworden, weil die kleinen Geschäfte alle eingehen. Und zum Beispiel, diese Wohnung hier, die kostet 1400€. Wenn die renoviert wird. Die haben genaue Pläne für die Renovierung gemacht, mit genauen Zahlen und so. Da kostet sie das vierfache. Das vierfache von 1400, das kann ich mir nicht leisten. Das kann sich hier, von denen, die hier wohnen, die die Atmosphäre ausmachen, kein Einziger leisten. Das sind schon viele Studenten, die nur mal schnell da sein können oder da stehen auch schon Wohnungen leer, weil sie die abreißen wollen und teure hinstellen. Und eine Wohnung muss nicht teuer sein, sie muss gut sein. Wenn der Ute das zum Beispiel wirklich gewollt hätte, dann hätte er viel mehr tun können für die Mieter. Und wenn der Bayerische Landtag Interesse an München hätte, aber das hat er ja nicht, München ist nicht CSU-Grund, die Wähler sind auch nicht so gerade die CSU-Wähler von Schwabing. Aber die unterste Denkmalschutzbehörde, es gibt zwei Ebenen, die ist städtisch und die andere ist vom Land Bayern. Und die, die sich dagegen wehren, dass sie rausgeschmissen werden, die bekommen in der unteren Denkmalschutzbehörde immer recht und dann gehen die in die Revision und in der oberen Denkmalschutzbehörde kriegen immer die, die das Geld haben, recht. Und das ist etwas, wo man was dagegen tun musste.

Was können Sie persönlich, als prominentes Gesicht dieses Stadtteils, tun?

Zum Beispiel ein Interview geben, das Sie über das Radio aussenden und damit viele Leute erreichen. Mehr als wenn ich persönlich auf der Straße als Sektierer stehe und die Leute zu überreden versuche. [lacht]
Schon so über die Medien. Fernsehauftritte oder im Rundfunk. Das multipliziert den Protest wesentlich mehr als wenn ich das selber machen würde.

Haben Sie das Gefühl, dass Sie damit genug Menschen erreichen?

Genug nicht, aber das ist ja schon eine ewige Sache. Wir machen das ja schon seit 18 Jahren, dass wir da kämpfen. Weil vorher waren es ja andere Gegner. Da waren es nicht die Spekulanten, da war es die Universität, die Privathäuser aufgekauft hat und in ihre Klassenzimmer umgewandelt hat. Alles, was halt so Geld hatte. Versicherungsbauten oder es gibt kaum noch einen Künstler, der in einem Atelier lebt. Das sind halt jetzt so die Produktionsleiter beim Fernsehen, die beim Leibe kein Atelier brauchen. Gegen die war der Kampf auch noch einigermaßen machbar. Die Leute haben sich ja auch engagiert, aber mit der Zeit sind die müde geworden. Und ich muss sagen, ich bin alt geworden. [lacht] Ich hab halt auch nicht mehr den Schwung. Das müssen heute die jungen Leute übernehmen. Und das tun sie auch. Es gibt immer mehr Initiativen, die erkennen, das die Stadt vor die Hunde geht, wenn man die den Spekulanten überlässt, den Wohntermiten. Weil die dann meistens auch gar nicht hier wohnen. Die wohnen dann irgendwo in Norddeutschland, Kitzbühel, auf Teneriffa oder sonst irgendwo.

Woran arbeiten Sie momentan?

Ich mache gerade Objekte. Objektkästchen. Das sind Dinge, die schon ein Leben hinter sich haben. Kleine Puppen, Figürchen, Handwerkszeug, das Patina hat, das tausendmal angefasst worden und abgeschliffen ist, das Leben atmet. Und die arrangiere ich zu neuen Inhalten, zu neuen kleinen Atmosphären. Wenn Sie sich vorstellen: Alte Rahmen, die dürfen ruhig ein bisschen kaputt sein, und dahinter bau ich dann so ein Kästchen, so zwischen 8 und 20 Zentimetern, und die Kästchen hinein möbliere ich dann eine absurde Welt. Und das macht mir riesen Spaß!

Noch einmal kurz zusammengefasst: Was möchten Sie mit Ihrer Kunst, speziell mit Ihren Kinderbüchern erreichen?

Ich möchte Kinder berühren. Mit dem, was ich für richtig finde. Ich möchte sie berühren und damit einen menschlichen Kontakt auslösen. Dass zum Beispiel ein Buch so ist, dass die Kinder das gerne anschauen, aber dass Sachen drin sind, wie sie Erwachsene brauchen, die ihnen das erklären. Und nachdem die Eltern ja in den seltensten Fällen wirklich bösartig sind, sondern meistens nur müde sind am Abend, kann man die dann dazu überreden, dass sie mit den Kindern die Bücher anschauen. Und meine Bücher sind Bücher, die oft dazu missbraucht werden, dass sie nur Kinder ruhig stellen, was auch nicht schlecht ist, wenn sie mit solchen Büchern ruhig gestellt werden. Aber wenn’s nicht gerade der ständig laufende Fernseher ist mit einem Programm, das die Kinder dann meistens nicht genau trifft, denn das ist ja das Schlimme, denn die Sendungen sind immer nur für eine bestimmte Kategorie von Kindern. Alter, Mentalität, Geschlecht. Und das zu öffnen.. Wenn meine Bücher helfen, die Pforten zu der Fantasie zu öffnen, dann habe ich das erreicht, was ich möchte.

Monatzeder

Wiedereröffnung des Deutschen Theaters

Am 17. Januar 2014 wurde das Deutsche Theater an der Schwanthaler Straße nach fünf Jahren Sanierungsarbeit wieder eröffnet. Nachdem das Theater auf eine Ausweichspielstätte, einem Zelt, nahe der Allianz Arena gezogen war, ist es zurück, im Herzen Münchens.

Zurück auf Anfang: 2008 hatte der Münchner Stadtrat das Prestigeprojekt verabschiedet. 79,5 Millionen Euro sollten für die Grundsanierung zur Verfügung gestellt werden. Doch es lief nicht alles wie geplant. Das im Jahre 1896 erbaute Gebäude verfügte über eine labile Bausubstanz, als die Wände aufgerissen wurden, kamen Pilzsporen zum Vorschein, die unterhalb des Hauses verlaufenden U-Bahnrohre wiesen Risse auf. Auch die Denkmalschützer machten auf sich aufmerksam, als bei der Aushebung eines Blumenbeetes im Innenhof ein historischer Brunnen entdeckt wurde. Und als wäre das alles nicht genug, brach 2011 auch noch ein Feuer im Dachstuhl aus.
Die Wiederöffnung des Deutschen Theaters war ursprünglich für das Frühjahr 2013 geplant. Zahlreiche Komplikationen führten zu Verzögerungen im Terminplan. Das wirkte sich selbstverständlich auch auf die Finanzen aus. Am Ende musste die Stadt München rund 94 Millionen Euro in die Sanierungsarbeiten investieren. Das sind 14 Millionen mehr, als 2008 veranschlagt wurden und entspricht einer Preissteigerung von ungefähr 17 Prozent. Der Bund der Steuerzahler ist sauer. Aufsichtsratsvorsitzender des Deutschen Theaters und Bürgermeister Hep Monatzeder (siehe Beitragsbild) kann die Verärgerung seitens der Steuerzahler nachvollziehen. Allerdings bittet er gleichzeitig auch um Verständnis für die vorliegende Situation. Jeder, der ein altes Gebäude anfasse, würde zwangsläufig mit Problemen konfrontiert werden, die er vorher in seinen Planungen nicht berücksichtigt hätte. Gleichzeitig betont Monatzeder, wie wichtig das Deutsche Theater als feste Institution in Münchens Kulturlandschaft sei, vor allem im Hinblick auf die Ballsaison.
Einen Großteil der Münchner scheinen die zusätzlichen Kosten jedenfalls nicht zu stören. In Kulturgüter müsse investiert werden, hieß es in verschiedenen Interviews.

Ab Mitte März nimmt das Deutsche Theater wieder offiziell seinen Betrieb auf. Neben den Musical-Klassikern “West Side Story”, “Grease”, “We will rock you” und “Der Zauberer von Oz” dürfen sich die Münchner auch über eine Hommage über Südafrikas größten Helden, Nelson Mandela freuen.

Tarotkarten

“Sie haben ein riesen riesen riesen Hirn, Frau Stoll!”

Eigentlich bin ich ein rational veranlagter Mensch, der nicht viel auf spirituellen Kram gibt. Trotzdem war ich neugierig und aus diesem Grund bin ich kurz in die Welt der Esoterik eingetaucht.

Jyoti Grüner praktiziert seit über 30 Jahren Wahrsagerei. Sie selbst verwendet den Begriff des Wahrsagens nicht und bevorzugt das Wort “Lebensberatung”. Vor etwa 20 Jahren feierte sie ihr Debüt auf dem Münchner Tollwood. Die 61-Jährige hat sich auf das Handlesen sowie auf das Legen von Tarotkarten spezialisiert. Wie sie dazu gekommen ist? Bereits durch ihr Elternhaus geprägt – ihre Mutter ist eine christliche Geistesheilerin – merkte sie in der Pubertät, dass sich auch in ihr spirituelle Kräfte regten. So sagte sie etwa den Tod ihrer Großmutter voraus. Es war nicht einfach, mit solch einer Gabe zurecht zu kommen, erzählt Grüner. Sie hoffte, das ganze würde bald vorüber gehen. Vergebens. Die junge Jyoti war irgendwann gezwungen, ihre Kräfte zu akzeptieren.
Das Kartenlegen lernte sie von Zigeunern, die ihr die Kunst mithilfe von Pokerkarten beibrachten. Während ihrer Zeit in Indien, wo sie sich lange Zeit dem Yoga und Meditieren widmete, entdeckte die Esoterikerin schließlich das Handlesen für sich. Seitdem war ihr klar, dass sie ihre Gabe zum Beruf machen würde.

Ich habe Frau Grüner letzte Woche auf dem Tollwood besucht und wollte etwas über ihre Fähigkeiten erfahren. Interessant war, dass sie betont hat, sie würde ihren Kunden nie etwas komplett Neues erzählen, denn die Menschen würden sich selbst besser kennen als sie die Menschen. Ihre Aufgabe bestehe lediglich darin, den Leuten ihre Verhaltensmuster zu erklären und ihnen Tipps zu geben, wie sie besser damit umgehen können.

Auf meine Nachfrage hin, was denn die skurrilsten Erfahrungen seien, die sie in den letzte 20 Jahren gesammelt habe, antwortete sie wie folgt: Einmal habe sie eine ältere Dame besucht, die Frau Grüner ein Foto ihres Mannes, seines Autos und ein Büschel seines Schamhaares sowie einen Umschlag mit 1000 DM auf den Tisch gelegt habe. “Wenn mein Mann innerhalb der nächsten vier Wochen einen tödlichen Unfall hat, verzehnfache ich das Geld, was da [in dem Umschlag] drinnen ist.”, so die Unbekannte. Gruselig, oder?

Im Anschluss an das Interview habe ich Frau Grüner gebeten, aus meinen Händen zu lesen. Doch sie warnte mich, denn es könnte sehr persönlich werden und unter die Haut gehen. Ich habe es trotzdem gewagt. Das Ergebnis: verblüffend. Frau Grüner kannte mich vorher nicht und doch passten ihre Aussagen wie die Faust auf’s Auge.

Wenn ihr wissen wollt, was sie mir erzählt hat, hört euch doch den folgenden Beitrag an:

Franziska zu Reventlow

Franziska zu Reventlow – “Alles möchte ich immer.”

„München leuchtete.“ Mit diesen Worten beschrieb Thomas Mann die Atmosphäre eines ganz besonderen Stadtteils, der auch heute noch über die bayerischen Grenzen hinaus bekannt ist: Schwabing. Berühmt für seine schönen Altbauten, die zahlreichen Cafés und kleinen Geschäfte. Seinen Anfang nahm der „Mythos Schwabing“ um 1900. Thomas Mann, seinerzeit selbst Teil der Schwabinger Kults, zeichnet in seiner Novelle „Gladius Dei“ ein Porträt des blühenden Münchens:

 „Die Kunst blüht, die Kunst ist an der Herrschaft, die Kunst streckt ihr rosenumwundenes Zepter über die Stadt hin und lächelt. München leuchtete. Vogelschwätz und heimliche Jubel über allen Gassen.  Reisende aller Nationen kutschieren in den kleinen, langsamen Droschken umher, in denen sie rechts und links in wahlloser Neugier an den Wänden der Häuser hinaufschauen und steigen die Freitreppen der Museen hinan.“

Ende des 19. Jahrhunderts avancierte München zu einer der angesehensten Kunstmetropolen in ganz Europa. Schriftsteller, Künstler und solche, die es werden wollten, strömten aus ganz Deutschland in die Großstadt, um ihren Traum vom freizügigen Boheme-Leben zu verwirklichen. Im Zeitraum zwischen 1890 und 1914 hatte sich die Einwohnerzahl von ursprünglich 350.000 auf 645.000 fast verdoppelt.
Schwabing war als Zentrum des Geschehens ideal. Die Mietpreise waren relativ erschwinglich und die Lokale waren ideale Treffpunkte für Künstler aller Art. Logik, Vernunft und Prüderie waren unerwünscht. Die Ekstase regierte. Das weiß auch Marion Bösker, Mitarbeiterin im Münchner Literaturhaus:

„Es war einfach so, dass es populär war. Es gab eine Vielzahl von aufregenden Gastronomien. Es war einfach der Magnet. Wir waren hier in München sicherlich alles andere als spießig, sondern Vorreiter in Sachen „frivoles Leben“. Die Schwabinger Boheme ist nach wie vor ein Mythos, der München charmant macht.“

Der Autor und Publizist Erich Mühsam benennt in seiner Autobiographie „Unpolitische Erinnerungen“ die Mitglieder jener „Massensiedlung von Sonderlingen“: „Maler, Bildhauer, Dichter, Modelle, Nichtstuer, Philosophen, Religionsstifter, Umstürzer, Erneuerer, Sexualethiker, Psychoanalytiker, Musiker, Architekten, Kunstgewerblerinnen, entlaufene höhere Töchter, ewige Studenten, Fleißige und Faule, Lebensgierige und Lebensmüde, Wildgelockte und adrett Gescheitelte.“ Kurzum: Jeder, der sich mit der Schwabinger Ideologie identifizieren konnte, war ein Teil von ihr.


Die Königin der Bohème: Franziska zu Reventlow

Eine der zahlreichen Erscheinungen, die Schwabing hervorbrachte, war Franziska Gräfin zu Reventlow. Ursprünglich aus Schleswig-Holstein stammend, ist Fanny – wie sie eigentlich mit Vornamen heißt – früh aus ihrem adeligen Elternhaus ausgebrochen und nach München geflohen. Dort feierte sie ausgelassen und stürzte sich in leidenschaftliche Affären.
Als „Skandalgräfin“ und „moderne Hetäre“ ging sie in die Geschichte ein. Sie brach mit dem Patriarchat und besaß den Mut zur öffentlichen Unmoral. Aus ihren Liebesbeziehungen und der Forderung nach der freien Entfaltung ihrer Sexualität machte sie keinen Hehl. Ihre Vorstellungen der vaterlosen Mutterschaft und die tiefe Liebe zu ihrem Sohn machten sie zum Vorbild aller nach Unabhängigkeit strebenden Frauen. Mit ihrer inkomparablen Lebensphilosophie revolutionierte sie die Münchner Künstlerszene und avancierte bald zur „Königin der Boheme“. Der lebenslange Kampf um Freiheit und Selbstbehauptung spiegelt sich in ihren autobiographischen Werken wider. Gesellschaftliche Konventionen ließ sie weit hinter sich, sie schrieb ihre eigenen Gesetze. Revoltierend, erotisch, einzigartig. Das Leben der Franziska Gräfin zu Reventlow.
Auch Marion Böser ist Fan der Bohemienne:

„Wenn man „Von Paul zu Pedro“ liest, und diese Frivolität in diesem Text und diese Freiheit, die sie gefordert hat, dann ist das einfach ein Text, der mit Emanzipation zu tun hat. Das ist toll, das zu hören. Das ist aktuell. Man darf nicht vergessen, bei allem, was man so ein bisschen auch überhöhen möchte, weil es so toll ist. Die hat schon ganz schön harte Zeiten erlebt und ich bewundere sie, weil sie das ausgehalten hat.“

Am 18. Mai 1871 wird Fanny Liane Wilhelmine Sophie Auguste Adrienne als fünftes von sechs Kindern des preußischen Landrats Ludwig Graf zu Reventlow und dessen Frau Emilie im Schloss Husum nahe Kiel geboren. Als Aristokratentochter erfährt sie bald, welche Verpflichtungen mit ihrer privilegierten Geburt einhergehen: Anpassung, Tugendhaftigkeit und tadelloses Benehmen. Ein Leben, das Fanny, die sich später Franziska nennt, nie führen wird. Den Erziehungsmaßnahmen ihrer Mutter widersetzt sie sich von klein auf. Mit der wilhelminischen Kinderstube kann sich die junge Gräfin zeitlebens nicht identifizieren, wie sie in einem Brief an ihren Jugendfreund Emanuel Fehling verdeutlicht: „Sie machen sich gar keinen Begriff, wie mit solch unglücklichen Backfischen zu Hause und in Pensionen verfahren wird, ihnen werden die unnötigsten, uninteressantesten Kenntnisse eingetrichtert, furchtbar viel Religion, Grammatik, Handarbeit und Klavier. Sie sollen gewaltsam in eine Schablone gepresst werden; was dabei herauskommt, können Sie an den Durchschnitts- jungen Mädchen und -Frauen sehen, ungebildete, bleichsüchtige, spitzenklöppelnde, interessenlose Geschöpfe; die, wenn sie sich verheiraten, in Haushalts- und Kindergeschichten aufgehen.“ Ihr Sittenverfall führt zur Ablehnung durch die eigene Mutter. Gräfin Emilie, Personifikation des zeitgenössischen Frauenideals, verweigert ihrer jüngsten Tochter jede Art von Zuneigung und Geborgenheit. Der Mangel an Mutterliebe wird zur Schlüsselerfahrung in Franziskas Leben, wie Helmut Fritz in seiner Reventlow-Biographie „Die erotische Rebellion“ schreibt. Der jahrelange Drang nach Leidenschaft und Anerkennung, die Angst vor dem Alleinsein kann nur auf die zerstörte Kindheit zurückzuführen sein. Ihr Fluchtinstinkt war bereits in jungen Jahren geweckt. So führte ihr Weg sie nach München. Es konnte nur besser werden.


Nächster Halt: München

Fanny war in erster Linie nach München gekommen, um sich ihrer Malausbildung zu widmen. Ihr Weg führte sie in die renommierte Malschule des slowenischen Künstlers Anton Ažbe, einer privaten und ziemlich kostspieligen Einrichtung. Staatlich und gesellschaftlich anerkannte Akademien blieben ihr verschlossen, da Frauen erst ab 1900 an Universitäten und überregionalen Instituten zugelassen wurden. Ihr Verlobter Walter Lübke, der in Hamburg zurückgeblieben war, finanzierte ihr den Aufenthalt, der ursprünglich auf ein halbes Jahr beschränkt sein sollte. Bald musste die Schleswig-Holsteinerin jedoch feststellen, dass es nicht die zahlreichen Galerien, Museen und Künstler waren, die Franziska so faszinierten, sondern das exzessive Leben in der Boheme. Sie fühlte sich frei und ungebunden, wie sie in einem Brief an ihren Freund Michael Georg Conrad deutlich machte: „Und doch ist dieses Künstler-Bohemeleben das Beste von meinem ganzen bisherigen Leben gewesen. Es ist wenigstens frei, ganz frei und man sieht hinter den Kulissen ungleich viel wahrer, und an den Menschen lernt man in der Not viel Gutes kennen, an das man sonst nur als Kind glaubt.“


Emanzipation – oder doch nicht?

Obwohl Franziska Gräfin zu Reventlows Romane, Briefe und vor allem Tagebücher den langen und mühsamen Weg zur Emanzipation und Freiheit widerspiegeln, lehnte die Bohemienne die Bestrebungen der Frauenrechtsbewegung ab, welche zu Beginn des 20. Jahrhunderts ihren Höhepunkt erreichte und 1918 im Frauenwahlrecht gipfelte. Sie kritisierte in erster Linie die Forderung der „extremsten Bewegungsdamen“ – wie Fanny die Feministinnen harsch nannte – nach der Gleichstellung beider Geschlechter. Mann und Frau auf eine Stufe zu setzen sei vollkommen utopisch und impraktikabel, da die eine dem anderen sowohl körperlich als auch geistig unterlegen sei. Ihre Einstellung machte die Autorin 1899 in der Zeitschrift „Züricher Diskussionen“ publik. Unter dem Titel „Viragines oder Hetären?“ lehnte sich Franziska zwar gegen das Philistertum auf, das „die Frau als Wohnstubendekoration“ abzustempeln versuchte, betonte aber im nächsten Schritt, das Weib solle sich im Eros ausleben und nicht in Politik und Beruf agieren und dem Mann seinen Platz streitig machen. Fannys Utopie bestand darin, die Frau, „die nicht für die schweren Dinge der Welt geschaffen ist“, von beruflichen sowie finanziellen Unannehmlichkeiten zu erlösen, um ihrer eigentlichen Bestimmung, der Erotik und Mutterschaft, gerecht werden zu können. Ihr Artikel verweist nicht nur auf die Problematik des Geschlechterkampfes, sondern stellt zugleich eine Hommage an das Hetärentum dar: „Die Hetären des Altertums waren freie, hochgebildete und geachtete Frauen, denen niemand es übel nahm, wenn sie ihre Liebe und ihren Körper verschenkten, an wen sie wollten und so oft sie wollten, und die gleichzeitig am geistigen Leben der Männer teilnahmen.“ Keine andere Frau in München vermochte es, ihre erotische Souveränität derart für sich zu beanspruchen.
Mit ihrer Auffassung von Sexualität und zwischenmenschlichen Beziehungen, sprengte Franziska den Rahmen des kontemporären Frauenideals. Obwohl sich die Rolle der Frau gegen Ende des 19. Jahrhunderts grundlegend verändert hatte – sie hatte nun beispielsweise Anspruch auf eine standesgemäße Ausbildung und ein Mitspracherecht, was ihre Eheschließung anging – wurde doch erwartet, dass sie ihrer Pflicht in Haushalt und Mutterschaft gewissenhaft nachkam. Fanny, die bekanntlich kein Freund des wilhelminischen Usus war, widersetzte sich jeden gesellschaftlichen Erwartungen und definierte das Frauenbild der Jahrhundertwende neu.


Das gräfliche Schreibgeschäft

Nachdem Fanny schweren Herzens einsehen musste, dass sie sich als Malerin keine Existenz aufbauen konnte (in ihrer gesamten Künstler-Laufbahn verkaufte sie gerade einmal ein Ölgemälde für 50 Mark), widmete sich die junge Gräfin dem Schreiben. Sie war zwar mit dem Vorsatz nach München gekommen, „nur der Kunst [zu] leben“  (Fritz, Helmut, Die erotische Rebellion, Frankfurt a. M. 1980, S.99); die Malerei war jedoch der harten Realität gewichen. Zunächst versuchte sich Franziska an kleineren Skizzen, unter anderem für die naturalistische Literaturzeitschrift „Die Gesellschaft“ und das Wochenblatt „Jugend“. Ab 1896 schrieb die Bohemienne regelmäßig für das Satire-Magazin „Simplicissimus“, welches besonders für seine kritische Haltung zum wilhelminischen Kaiserreich bekannt war und in seinen Artikeln seine Abneigung gegen Militarismus, Zensur und Obrigkeitsdenken stets zum Ausdruck brachte.
Obwohl die Münchner Szene sie auch als Schriftstellerin wahrnahm, reichten die Honorare bei weitem nicht aus, um ihren eigenen Lebensunterhalt und den ihres Sohnes zu bestreiten. Ihr blieb nichts anderes übrig, als nach einer lukrativeren Alternative Ausschau zu halten. Noch im selben Jahr begann sie als Übersetzerin für den Albert Langen Verlag zu arbeiten. Mit einem Rekordtempo übersetzte sie innerhalb weniger Wochen Werke französischer Autoren ins Deutsche. Insgesamt 6000 Buchseiten auf rund 50 Lektüren verteilt. Auch wenn sie mit viel Fleiß ihrer Tätigkeit nachging, erlaubte sie sich von Zeit zu Zeit, ihr langweilig erscheinende Passagen zu kürzen, um damit den Umfang der Übersetzungen zu reduzieren. Auf Dauer konnte sich die „Königin der Boheme“ mit den Übersetzungsarbeiten allerdings nicht anfreunden, sodass sie nach reichlicher Überlegung beschloss, sich erneut dem Schriftstellertum zu verschreiben.
In ihrem Vorhaben bestärkt wurde die Schleswig-Holsteinerin von ihrem guten Freund Ludwig Klages, der ihre Absicht, einen autobiographischen Roman zu schreiben, in dem sie ihr bisheriges Leben darlegt, von ihrer von gesellschaftlichen Konventionen geprägten Jugend und der Flucht aus dem aristokratischen Elternhaus erzählt, stark befürwortete. Die Voraussetzungen schuf aber erst Franziskas Liebhaber Albert Hentschel, der sie und ihren Sohn Rolf im Mai 1900 mit nach Griechenland, auf die Insel Samos einlud. Fernab der schillernden Metropole und aller finanziellen Verpflichtungen, gelang es der Gräfin erstmals nach langer Zeit, ihren Kopf frei zu kriegen, um sich ausschließlich auf das Schreiben zu konzentrieren. Das Fundament für ihr Erstlingswerk, das später unter dem Namen „Ellen Olestjerne“ in den Buchhandlungen zu finden sein sollte, war gelegt. Allerdings kostete es Fanny viel Kraft, das Erlebte in Worte zu fassen, weil das bedeutete, dass sie sich mit sich selbst auseinandersetzen musste, was eine große Selbstbeherrschung erforderte. Ihre Angst vor der Konfrontation mit der Vergangenheit lösten bei der Schriftstellerin Aggressionen und Panik aus, wie sie ihrem Vertrauten Klages schriftlich mitteilte: „Mein Freund, es ist eine entsetzliche Arbeit, ein entsetzliches Werk, es nährt sich von meinem Blut.“ Schaffensperioden waren dicht gefolgt von Schreibblockaden, was den ganzen Prozess verlängerte, wie Reventlow-Biographin Ulla Egbringhoff in ihrer Monographie beschreibt. Franziska erhoffte sich durch die Vollendung des Romans eine Erlösung, sie wollte nach so vielen Jahren endlich erfolgreich mit der Vergangenheit abschließen. Als „Ellen Olestjerne“ 1903 veröffentlicht wurde, fand die Autobiographie nicht den gewünschten Anklang und wurde heftig kritisiert. Zwischen 1912 und 1916 folgten die ebenfalls autobiographisch angehauchten Werke “Von Paul zu Pedro”, “Herrn Dammes Aufzeichnungen oder Begebenheiten aus einem merkwürdigem Stadtteil” und “Der Geldkomplex”.
Heutzutage ist Fanny zu Reventlow in der Literaturwelt ziemlich unbekannt, obwohl ihre Veröffentlichungen durchaus eine gewisse Auflagenzahl erreichten. Auch nach ihrem Tod wurde sie als weibliche Schriftstellerin allgemein anerkannt. Erst im Dritten Reich stagnierten die Verkaufszahlen, da die erneute Auflage ihrer Werke verboten wurde mit der Begründung, ihr Tonfall sei zu großstädtisch. Obgleich die junge Gräfin sich nie als Autorin berufen fühlte und nur aus finanzieller Not zu Feder und Papier griff – ihre eigentliche Passion galt der Malerei –, so konnte sie mit Prosa doch mehr überzeugen als mit Pinsel und Farbe.


Das Ende

Am 26. Juni 1918 stirbt Franziska in Locarno, ihrem langjährigen Wohnsitz, an den Folgen einer Darmverschlingung. Sie hinterließ kein nennenswertes Erbe, ihre angestrebte Karriere als Malerin endete abrupt, sie hüpfte von einer finanziellen Misere in die nächste, ihre Autobiographie war von Misserfolg gekrönt. Und doch gehört ihre Geschichte zu denjenigen, die erzählt werden müssen. Die Gräfin revolutionierte mit ihrem extrovertierten Lebensstil die Münchner Künstlerszene, avancierte bald zum Inbegriff einer modernen Hetäre. Eine Frau, die mehr als einmal in die Knie gezwungen wurde und trotzdem immer wieder die Kraft fand, aufzustehen. Franziska zu Reventlow, eine Liebesvirtuosin, Überlebenskünstlerin, Mutter, Bohemienne und Nonkonformistin.

 

* Bemerkung: Ein Großteil dieses Artikels stammt aus meiner Seminararbeit “Franziska Gräfin zu Reventlow und ihre Rolle in der Münchner Bohème”, die ich in der elften Klasse verfasst habe.

Stanford University

Mr. Stanford

In Bayern beschweren sich die Studierenden über 500€ Studiengebühren. In den USA kann ein Semester an einer Hochschule schon einmal zwischen 20.000 und 30.000 Dollar kosten. Für die Amerikaner ist das selbstverständlich. Sie sehen Bildung als das höchste Gut an. Nicht selten kommt es vor, dass ein junger Erwachsener im Alter von 18 Jahren einen Kredit in Höhe von 200.000 Dollar aufnimmt, weil die Eltern ihrem Kind ein Studium finanziell nicht ermöglichen können. Financial Aid, also finanzielle Unterstützung von Seiten der Universitäten, bieten nur die renommiertesten Bildungseinrichtungen, wie beispielsweise Harvard, Princeton, Yale oder Columbia, an. Und selbst dann kommen noch einige Kosten auf einen zu. Ob sich das lohnt? Das muss letztlich jeder für sich selbst entscheiden.
Fest steht, dass das amerikanische Bildungssystem einige Vorteile mit sich bringt. So ist der US-Student in seiner Fachauswahl sehr frei und kann sich die ersten zwei Jahre seines Studiums, dem sogenannten Grundstudium, erst einmal an verschiedenen Fachrichtungen ausprobieren. Nach vier Semestern müssen sich die Studierenden dann endgültig für ein Hauptfach entscheiden, das sie dann in den verbliebenen zwei Jahren vertieft studieren. Während es an manchen Hochschulen sogenannte “Core requirements” gibt, d.h. ein Student muss eine bestimmte Anzahl an Vorlesungen bzw. Kursen vorgegebener Fachrichtungen (Maths, History, Economics, Ethics, etc.) absolvieren, ist man an anderen Colleges völlig frei in seiner Seminarauswahl. Wenn du kein Mathe machen willst, musst du auch kein Mathe machen. Es ist sogar möglich, sich sein eigenes Hauptfach selbst zu “entwerfen”, insofern es an der jeweiligen Universität nicht angeboten werden sollte. Auch das Leben auf dem Campus und die berühmt berüchtigten Fraternities bzw. Sororities (Studentenverbindungen) lassen ein amerikanisches Studium attraktiv wirken.

Als ich vorletzte Woche in Kalifornien war, habe ich u.a. meinen guten Freund Ruben besucht, der seinen Traum von einem Studium in den USA wahr gemacht hat. Und er studiert nicht nur an irgendeiner Hochschule, sondern an der renommierten Stanford University. Ich wollte von ihm wissen, wie das Leben als Stanford-Student so ist und wo er die Vorteile des amerikanischen Bildungssystems gegenüber dem deutschen sieht. Außerdem hat er noch ein paar wertvolle Bewerbungstipps auf Lager.

 

Warum hast du dich dazu entschieden, in den USA zu studieren?

„Weil‘s hier cooler ist (schmunzelt). Ne, weil Studieren hier einfach wesentlich mehr hat als einfach nur zu den Vorlesungen zu gehen. Weil ja das ganze Studentenleben hier auf dem Campus stattfindet. Du lebst hier, machst deine ganzen Aktivitäten, alles machst du hier. Auch mit der Uni, dein ganzes Sozialleben, alles. Und ich fand das auch viel wichtiger in dem Alter 18-22, wo man vom Jungen zum Mann praktisch wird. Also ein komplettes Paket vom Sozialleben zu haben und nicht nur akademisch und Vorlesungen, wie das halt in Deutschland gang und gäbe ist, ohne Campus und so. Deswegen Amerika.“


Wann ist die Entscheidungen gefallen, dass du nach Amerika gehen würdest? Und wie ist der ganze Bewerbungsprozess abgelaufen?

„Die Entscheidung war irgendwann im Dezember, Januar der 10. Klasse gefallen. Und dann der Bewerbungsprozess an sich war nicht so das Schlimme. Man muss die ganzen Prüfungen halt machen, die amerikanischen. Und die werden in München nur in Starnberg angeboten. Das heißt, man darf einen schönen Samstag ausblocken, um dann um 5 Uhr in der Früh hinzufahren und die zu machen. Und man sollte die nicht verhauen, sonst muss man noch mal um 5 in der Früh nach Starnberg und das macht keinen Spaß. Und sonst habe ich das einfach nach der Idee gemacht, dass ich mir gesagt habe: „Lieber Quantität.“ Im Sinne von „Muss ich halt ein bisschen mehr an den Bewerbungen arbeiten.“, aber als international student hast du ja viel geringere Chancen. Deswegen erhöhst du die Chancen, du bewirbst dich einfach bei allen Schulen und so hab ich das dann gemacht. Ein paar von meinen Essays konnte ich für alle Schulen benutzen, ein paar musste ich pro Schule schreiben. Ich glaube, am Ende hatte ich 10-15 Essays, aber die sind ja dann relativ schnell geschrieben. Also die Fragen sind nicht schwer und es ist halt einfach eine Lotterie. Also ich bin mir sicher, dass die nächsten zehn Prozent, die hier rein gekommen sind oder nicht rein gekommen sind, vom Können, vom Leisten her genau gleich sind. Es ist einfach ein Glücksspiel zum Teil. Und um die Chancen zu erhöhen, einfach bei mehr Schulen bewerben. Und das habe ich getan. Also Stanford war jetzt gar nicht so meine Top-Choice und hatte ich mir auch gar nicht groß überlegt, weil es mir einfach nur darum ging, hier in die USA erst einmal zu kommen. Dass es dann soo gut gelaufen ist, ist Glück. Da ist nix anderes dabei.“


Du hast es vorhin schon kurz angesprochen. Noch einmal zusammengefasst: Was glaubst du, sind die Vorteile von amerikanischen gegenüber deutschen Hochschulen?

„Du lebst nicht bei Mama und Papa. Du lebst auf dem Campus. Und du musst dich mit mehreren Sachen auseinandersetzen, d.h. du lebst mit anderen Menschen zusammen. Das musst du erst einmal hinbekommen. Du kriegst nicht das Essen auf den Tisch, das du willst. Musst du auch erst einmal hinbekommen. Du wirst ein bisschen aus dem Prinzessinnen-Reichtum aus der Highschool irgendwie rausgerissen. Und du musst dich selber zurechtfinden. Das heißt, hier ist es allen wirklich egal, ob du in deine Vorlesungen gehst oder nicht. Ich meine, das ist in Deutschland nicht anders, aber das Problem ist halt, dass du hier praktisch wie in einer kleinen Blase in deinem College bist, ganz weit weg von allem anderen, von zu Hause, von allem. Und das beschleunigt den Reifungsprozess, finde ich schon deutlich, weil man dann ja selber irgendwie die Entscheidungen treffen muss, sich selber die Zeit einteilen, selber Prioritäten setzen. Was ist mir wichtig, jetzt in diesem Quartal oder was ist mir nicht wichtig? Ist mir wichtig, jetzt in diesem Quartal viel zu feiern oder ist mir wichtig, gute Noten zu schreiben? Nehme ich mehr Kurse und bin vielleicht nicht so gut, aber schaffe es, mehr Kurse zu belegen oder nehme ich wenige und hohe Qualität in diesen? Nehme ich eine Challenge auf mich? Das ist hier alles viel freier als in Deutschland. Und ich glaube, der größte Vorteil ist auch einfach, dass ich mich bis zum Ende vom zweiten Jahr nicht festlegen muss, was mein Bachelor ist. Ich kann ja einfach Kurse nehmen, wie ich will, was ich will. Ich habe jetzt schon zum dritten Mal meine Meinung geändert, was mein Bachelor sein wird. Und bis ich das wirklich festlegen muss, finde ich auch, ist es viel sinnvoller, dass man erst einmal ein bisschen Uni- Erfahrung drin hat bevor man irgendwie sagt: „Das ist jetzt mein Bachelor!“ Das finde ich ein bisschen bizarr in Deutschland, dass man das sofort sagen muss nach dem Abi: „Das mach ich jetzt.“ Natürlich kann man noch wechseln, aber das ist bei weitem nicht so dynamisch wie hier. Und das ist schon echt vorteilhaft.“


Welche Tendenz hast du momentan, was dein Major-Fach angeht?

„Management Science und Engeneering. Also viel Finance, viel Automisation. Mit Zahlen was Schönes machen. Und viel Computer Science, also Programmieren und Programm- Strukturen und Algorhythmen erkennen, Program Solving. Und warum das Ganze? Weil es enorme Freiheiten erlaubt. Weil es mir erlaubt, bei sehr vielen Unternehmen in der Hightech-Industrie zu arbeiten und weil es nicht langweilig ist. Also ich habe jetzt im Sommer in einem Labor gearbeitet und das war ok, aber es war jetzt nicht das most exiting. Zum Teil ist Labor-Arbeit echt das Handwerkertum des 20./21. Jahrhundert. Das heißt, du kriegst ein Rezept, ein Experiment, das du machen musst. Ist ja nicht anders, als wenn du eine Bauanleitung zu einem Hammer bekommst und dann baust du das halt zusammen, analysierst es, aber du analysierst es ja nicht wirklich frei, sondern du analysierst es ja, je nachdem, wie du das halt vorgegeben bekommst. Und dann hast du ein Ergebnis. Und das ist halt dein Laborleben. Natürlich die Professoren im Labor oder die hohen Grad students, die designen das alles, aber die Laborarbeit an sich erschien mir jetzt nicht so spannend. Vor allem weil es ein enorm großer Zeitaufwand ist, auch ein enorm großer Wissensaufwand, um wirklich die geringste Kleinigkeit herauszufinden, die dann am Ende wahrscheinlich doch das Ganze nicht wert war. Und von der anderen Seite, vom Management Engeneering, da schaut man halt, dass so etwas nicht passiert. Dass du die Forschung macht, die sinnvoll ist, die auch Ergebnisse bringt und dass du das Ganze optimierst. Und das ist auch anwendbar. Bei weitem außerhalb vom Beruf, im ganzen Leben eigentlich, dass du dein Leben optimierst, sagen wir es mal so. Deswegen ist das ein attraktiver Major für mich.“


Wo siehst du dich in zehn Jahren?

„Wo sehe ich mich in zehn Jahren?! Boah.. Irgendwo zwischen Amerika und Asien. Bei einem Unternehmen hoffentlich, das was kann und wo ich was kann (schmunzelt). Und zehn Jahre, sollte ich irgendwann PhD machen, das wäre ja um die Zeit, wo das vorbei ist. Also entweder das oder bei irgendeinem Unternehmen in der Hightech-Industrie. Hightech oder Automobil, das wär so mein Wunsch zum 30..“


Was hat Stanford im Vergleich zu anderen Elite-Universitäten in den USA für Vorzüge?

„Also, für mich: „Warum Stanford?“ Weil ich nur an zwei Elite-Unis in den USA angenommen wurde. Ich wurde bei Pennsylvania und Stanford angenommen. Und es war eine sehr, sehr einfache Entscheidung für mich. Stanford hat ein besseres Klima. Also beides: von den Studenten und von dem feuchten Klima. Und Stanford ist deutlich flexibler als Pennsylvania und deswegen Stanford für mich. Allgemein Stanford, da gibt es viele Gründe. Also zum einen: Wir haben das beste Football-Team von allen Elite-Unis. Zum anderen: Bei uns ist es viel dynamische als bei vielen Elite-Unis, d.h. viele Elite-Unis haben einen bestimmten Core an Kursen, die man machen muss, egal was für einen Bachelor du machst und das gibt es bei uns nicht. Das heißt wenn du bei uns einen Kurs wirklich gar nicht magst, musst du den nicht machen. Du magst kein Mathe, du musst kein Mathe machen, um zu graduieren. Das ist bei uns viel freier. Und es ist nicht die klassische Elite-Uni im Sinne von Yale oder MIT, wo du in eine Richtung gefördert wirst. Bei uns gibt es auch Theater classes oder Music oder so, d.h. der Mensch ist mehr als nur Sozial- und Naturwissenschaften und das wird bei uns sehr stark gefördert. Und weil wir enorm viel Geld in die Förderung der Studenten stecken, im Sinne von: Man erwartet von uns, dass wir sehr viel lernen, sehr hart arbeiten und man erkennt aber auch, dass es so zu extrem viel Stress und enormen Druck führen kann. Und deswegen wird extrem viel Geld da rein gesteckt, dass man eben effizient arbeiten kann, dass man nicht unter Stress leidet. Ich kenne wenige Schulen, die so viel Geld in ihren Psychological Service für Studenten stecken. Überhaupt, dass es erst einmal einem jungen Menschen bewusst wird, dass es a) nicht schlimm ist, zu einem Psychologen zu gehen, b) sehr hilfreich sein kann und c) Stress nicht Teil des Lebens sein muss, sondern dass er im Leben abgebaut werden sollte. Das ist schon einmal ein großer Schritt. Und dann dass du nicht nur die Erkenntnis hast, sondern auch die Möglichkeit, das dann einfach auch so zu machen. Das ist extrem gut bei uns. Und zum anderen sind da alle unsere extracurriculars, wenn die Kurse vorbei sind. Wir haben so viele Sportmannschaften, die nicht competative sind, sondern einfach nur zum Spaß spielen. Theatergruppen, Acapella-Gruppen, viel zu viel haben wir eigentlich. Jede ethnische Gruppe hat ihre eigene Gruppe, die dann immer Events machen. Fraternities, Sororities und unser ganzes Sozialleben, das ist richtig stark ausgebaut. Das habe ich bei den anderen Unis, die ich besucht habe, z.B. bei Cornell, auf keinen Fall so erlebt. Meine Freunde, die bei Yale und MIT zu Besuch waren, die meinen auch, dass man das so nicht vergleichen kann. Natürlich hat jede Uni ihre Vor- und Nachteile und ich will nicht sagen, dass es bei den anderen schlechter ist, aber bei uns ist es schon richtig entspannt in dem Sinne.“


Wie sieht denn dein Alltag hier aus? Beschreibe mal einen normalen Uni-Tag.

„Ich wache auf, gehe eine Runde laufen, mach mir Frühstück. Je nachdem, was das Thema in dem Kurs ist, gehe ich oder gehe ich nicht in den Kurs. Oder je nachdem, wie es dort ausschaut, weil wir genug Ressourcen haben, um uns das dann entweder online nachher anzuschauen oder die Power Point-Slides und da keine Anwesenheitspflicht ist. Je nachdem, wie viele Kurse ich am Vormittag hatte, ein oder zwei, dann komme ich wieder nach Hause, mache mir Mittagessen, geh zum Japanisch-Kurs, komme nach Hause, lerne bis zum Abendessen und nach dem Abendessen lerne ich meistens bis neun oder so oder mache irgendwelche problem-sets oder irgendeinen Schmarrn und dann geh ich ins Fitnessstudio und danach entspannen. Also entweder filmscreening oder Kino oder mit Freunden auf der Wiese rumliegen oder alles mögliche. Ich versuche immer vor eins ins Bett zu kommen. Das habe ich im Gymnasium nie wirklich so ernst genommen, aber Schlaf ist schon echt wichtig. Es gibt schon Tage, wo ich manchmal nur drei bis vier Stunden Schlaf bekomme und das versuche ich weitestgehend zu vermeiden. Also mittlerweile ist es mir schon echt wichtiger, meine sieben, siebeneinhalb Stunden Schlaf zu bekommen als dass ich jetzt ein A oder B in der class habe, weil erst einmal die Lebensfreude und halt einfach die Produktivität, mit der man dann arbeitet, das leidet so krass drunter. Deswegen schaue ich immer, dass ich da (vor ein Uhr) ins Bett komme. Und sonst, je nachdem wie der Tag sich ändert, ändert sich das ganze. Stanford erlaubt dir auch echt viele Freiheiten hier, du kannst machen, was du willst. Also außer du hast einen Kurs, da solltest du schon hingehen.“


In den USA sind die Studiengebühren im Vergleich zu anderen Ländern, wie z.B. Deutschland, sehr hoch. Natürlich gibt es auch Financial Aid, aber wie bist du damals, als das Thema aktuell wurde, mit diesem Problem umgegangen? Was für eine Lösung hat sich gefunden?

„Wie ich damit umgegangen bin: Also mir war schon immer klar, dass ich das ganze so nicht bezahlen kann. Also straight out die tuition, das kann ich nicht bezahlen. Das heißt, das war auch der Grund, weshalb ich mich nie bei einer Nicht-Elite-Uni beworben habe. Nicht, weil ich nicht denke, dass die nicht gut wären. Also ich denke, die Top 30 bis 40 Unis in den USA sind fabulous Universities, aber sie geben kein Financial Aid für ausländische Studenten. Von der deutschen Seite ist das so, wenn du deinen Bachelor noch nicht hast, ist es denen komplett egal. Also wenn du deinen Bachelor schon hast und deinen Master machst, dann kriegst du schon Hilfe manchmal, oder auch nicht. Aber wenn du deinen Bachelor noch gar nicht hast, also frisch aus dem Abi, dann ist das denen komplett wurscht. Die geben dir gar keine Hilfe. Das heißt, also ich war praktisch abhängig von der Hilfe, die ich hier bekommen würde, deswegen die Unis. Und mir war schon immer klar, dass es für international students immer so abläuft, dass es immer abgewogen wird: Wie viel kann dieser Student der Uni beitragen und wie viel kann er bezahlen. Das heißt, wenn jemand schlechter ist, aber komplett bezahlen kann, wird er genommen. Wenn jemand richtig gut ist, aber gar nicht bezahlen kann, dann sind seine Chancen trotzdem nicht so toll. Das heißt, meine Eltern und ich haben uns hingesetzt und was denn das höchste überhaupt ist, was wir bezahlen könnten, ohne jetzt irgendwie groß in den Ruin zu fallen und das haben wir hingeschrieben. Das hat Pennsylvania nicht akzeptiert, die haben 3000$ im Jahr mehr verlangt als die Summe. Stanford hat die Summe perfekt respektiert und das war auch einer der Gründe, weshalb ich hierher gekommen bin. Also die haben schon groß Respekt gezeigt, d.h. wir haben eine große Anstrengung gemacht, um herauszufinden, wie viel wir bezahlen können und das ist ja auch ein großer Aufwand für meine Eltern, das zu bezahlen und die haben das dann respektiert und gemeint: „Ok, genau so viel wirst du dann auch bezahlen.“ Und so hat sich dann die Lösung für mich gefunden. Die Alternative für mich wäre natürlich gewesen, dass ich dann in Deutschland studiert hätte und dann meinen Master oder so hier gemacht hätte. Also ich hätte jetzt auf keinen Fall, wie manche von meinen internationalen Freunden hier, einen 200.000 oder 300.000$-Kredit aufgenommen, um hier studieren zu können. Das lohnt sich nicht, das ist es nicht wert. Also Stanford ist nicht 60.000 Mal besser als die TU München, ich glaube Stanford ist nicht einmal dreimal besser. Das lohnt sich von daher gar nicht. Das würde keinen Sinn machen, aber man muss einfach schauen. Es gibt schon immer wieder kleine private Hilfen, kleine private scholarhips, aber bis man das mit so kleinen zusammenkratzt, das dauert auch echt ewig, weil die kleinen (Stipendien) sind so 2000$, 3000-5000$ und die Tuition im Jahr bei den Unis in den USA liegt bei 50.000 bis 60.000 $, d.h. da kannst du lange schauen. Man ist schon echt an die Gutwilligkeit der Uni gebunden und das führt einfach dazu, dass du dich bei elf Unis vielleicht bewerben kannst, das war‘s. Von den 3000 Unis, die es hier in Amerika gibt.“

Wie sehr vermisst du deine Familie und deine Freunde und wie gehst du damit um?

„Ähm, das ist eine gute Frage. Manchmal mal hab ich nicht wirklich (zögert) Zeit dazu, also es geht einfach in der Hektik des Alltags unter manchmal. Heutzutage mit Skype, etc. ist das ja kein Ding, sich zu „sehen“ und sich zu sprechen und es gibt schon öfter mal Momente, vor allem am Anfang vom ersten Jahr, wo ich mir auch echt meine Freunde hierher gewünscht hätte, im Sinne von: „Das ist doch so ein Schmarrn, was manche Leute hier reden oder wie sie mit bestimmten Situationen umgehen. Das bin ich komplett ungewohnt. Wo sind denn bitte die Leute, mit denen ich normal klar komme?! Wo sind denn meine Freunde?“ Muss man aber auch durch, war ja auch Teil dessen, warum ich hierher wollte, dass man das einfach mal kennenlernt, mit ganz anderen Leuten umzugehen. Ich hab den Kontakt zu meiner Familie und zu meinen Freunden im ersten Quartal vor allem sehr stark reduziert. Ich glaube, ich habe mit meinen Freunden ein- oder zweimal geskypt im ganzen Herbst letztes Jahr und mit meiner Familie vielleicht vier-,fünfmal. Also gar nicht so oft. Dass ich mich einfach dazu zwinge, mich hier zurecht zu finden, hier einen Freundeskreis aufzubauen und danach hat sich das auch schon wieder gebalanced und ich skype mit den Leuten, die mir echt wichtig sind, vielleicht einmal im Monat. Mit meiner Familie vielleicht zweimal im Monat. Weil auch einfach die Zeit fehlt, dass man sich entspannt hinsetzen kann und nicht sagen muss: „Du, ich hab eine halbe Stunde, mach schnell!“ Das macht gar keinen Sinn, mit Freunden so zu sprechen. Es ist ja kein Business-Meeting, man will sich ja Geschichten erzählen und ein bisschen rumreden und so und da braucht man schon seine Zeit und deswegen muss man auch Zeit dafür schaffen. Also schön in den Kalender eintragen: „Heute skypen mit x/ y“, dann passt das auch.“


Was gibst du Leuten, die in den USA studieren wollen, für einen Tipp? Was müssen sie während des Bewerbungsprozesses besonders beachten?

„Die kleinen Unis in Amerika achten auf viele Kleinigkeiten, d.h. hast du hier einen Punkt mehr, hast du da einen Punkt mehr, ist dein Essay gut, bla bla bla. Den Leuten kann ich also wirklich nur als Tipp geben: Fang in der 9. (Klasse) schon irgendwie an, auf deine Noten zu achten, dass du ein bisschen mehr hast, als nur Noten. D.h. dass du im Verein Fußball spielst oder dich irgendwie engagierst, das ist wichtig. Je höher man kommt, also vom Uni-Status her, desto wichtiger wird das ganze Paket. D.h. es gibt extrem viele, die ich persönlich kenne, die in Stanford abgelehnt wurden, die bei weiterem bessere Noten haben als ich. Also es geht hier nicht um ein Punkt oder zwei Punkte, es geht um richtig viele Punkte. Warum wurden sie abgelehnt? Wahrscheinlich, weil das ganze Paket nicht authentisch und nicht abgestimmt war. Das heißt, du hast einen kleinen, mageren Jungen, der sein ganzes Leben zu Hause gechillt hat und der sich dann auf einmal richtig stark für Women‘s Rights und für Fußball engagiert. Das macht doch überhaupt keinen Sinn. Und das hat er auch nur in den letzten zwei Jahren gemacht, das bringt nichts. Es klingt zwar immer ein bisschen doof, aber man sollte sich schon echt so präsentieren, wie man ist. D.h. wenn ich wirklich auf Videospiele und Fußball und Programmieren stehe und im AK irgendwas im Gymnasium aktiv bin, dann sollte ich eben über die Sachen schreiben und das halt rausbringen. Es ist immer besser, wenn man eine Aktivität hat, die man richtig gut macht, die man oft gemacht hat, als dass man zehn kleine hat und das, was man in Deutschland immer so ein bisschen „an der Seite“ sieht (und verlacht), das nehmen die hier schon richtig ernst. Dass man viel dazu beigetragen hat, wenn man irgendwie einen Posten in der Kirche hatte, so etwas hilft immer. Sonst, die Lehrerreferenzen sind mäßig wichtig, also es geht. Und die Essays. Die Essays, weil das ist einfach die einzige Chance, die man bekommt, sich selber zu präsentieren. Und sie sollten so geschrieben sein, dass man die Person drin erkennt, aber sie sollten so verfeinert sein, dass sie herausstechen. D.h. jeder hier in den USA hat schon über seinen Grandpa gesprochen, der irgendwas erlebt hat und das hat ihn beeinflusst oder sein Vater oder irgend so ein Schmarrn. Man muss damit umgehen, dass man als international student nicht die gleichen Chancen hat. D.h. man muss herausstechen. Du willst, dass wenn jemand deine Bewerbung liest, sagt: „Woah, das ist mal eine andere Story!“ Und die hat jeder Mensch, d.h. wenn man sich mal mit sich selbst befasst und sich überlegt: Was macht mich wirklich einzigartig? Welche Story habe ich zu erzählen, die sonst keiner zu erzählen hat und die mich auch stark prägt? Die Story erzählst du und das bringt dich bei weitem weiter als irgendwelche Floskeln von deiner alten Familie oder wie du gerne alten Menschen im Altersheim hilfst. Das macht ja keiner gerne. Das ist ja ein Schmarrn. Also vor allem authentisch sein, aber das beste authentische (lacht), das es gibt. Das ist ungefähr das Wichtigste, das sollte bei der Bewerbung herausstechen und damit hat man das dann. Und danach ist es wirklich eine Lotterie. Das kann keiner mehr beeinflussen.“

Pumpkins

Double Double Toil and Trouble

Die Nacht der Toten rückt immer näher. In zwölf Tagen ist es endlich wieder so weit.
Its Halloween Time.
Aus diesem Grund habe ich mal ein bisschen recherchiert und die Hintergründe des populären Fests zusammengetragen. Leset und staunet!

 

Ursprünge

Seinen Ursprung findet Halloween bei den Kelten. In der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November eines jeden Jahres begingen sie das sogenannte „Samhain“-Fest, das im keltischen Kalender den Jahreswechsel einläutete. Da die Kelten glaubten, dass zu dieser Zeit die Welt der Lebenden mit der Welt der Toten verschmelze, trafen sie einige Vorkehrungen, um die Geister davon abzuhalten, von der Seele eines Lebenden Besitz zu ergreifen. So sollten Verkleidungen und furchterregende Masken den Menschen Schutz vor den Übergriffen der Toten gewähren. Der Brauch, sich an Halloween gruselig zu verkleiden, entsprang also der keltischen Tradition.

 

Verbreitung

Die alten Bräuche wurden einige hundert Jahre später vom Christentum adaptiert, als Papst Gregor IV. im Jahre 837 Allerheiligen auf den 1. November datierte (ursprünglich fand Allerheiligen am 13. Mai statt). So konnten die Menschen die keltische Tradition unter dem Deckmantel des Christentums unbehelligt weiterführen. Der Begriff „Halloween“ leitet sich im Übrigen von „All Hallow‘s Eve“, also dem „Tag vor Allerheiligen“ ab.
Seine transatlantische Verbreitung hat das Geisterfest allerdings den Iren zu verdanken. Nachdem in Irland Mitte des 19. Jahrhunderts im Zuge der „Potato Famine“ große Hungersnot ausgebrochen worden war, sahen sich einige Betroffene gezwungen, in die USA bzw. nach Kanada auszuwandern. Dort führten sie ihre Bräuche fort und schon bald war der gesamte nordamerikanische Kontinent „halloweenisiert“.

 

Jack O‘Lantern

Doch was hat es eigentlich mit den ausgehöhlten Kürbissen auf sich?
Auch dieser Brauch ist irischen Ursprungs. Die Legende besagt:

 

“Vor langer Zeit lebte in Irland ein Hufschmied namens Jack. Am Abend vor Allerheiligen saß der geizige und trunksüchtige Jack in seinem Dorf in einer Kneipe, als plötzlich der Teufel neben ihm stand, um ihn zu holen. Jack bot ihm seine Seele an für einen letzten Drink. Der Teufel hatte nichts dagegen, ihm einen letzten Drink zu spendieren, stellte aber fest, dass er keine Münze zur Hand hatte. So verwandelte er sich selbst in eine Sixpence-Münze, um den Wirt zu bezahlen. Jack aber steckte die Münze schnell in seinen Geldbeutel und verschloss ihn fest. Und weil er im Geldbeutel ein silbernes Kreuz bei sich trug, konnte der Teufel sich nicht zurückverwandeln. Jack handelte mit dem Teufel: Er ließ ihn frei und der Teufel versprach, dass Jacks Seele noch zehn Jahre frei sein solle.

Als die zehn Jahre um waren, kam der Teufel abermals in der Nacht vor Allerheiligen zurück, um Jack zu holen. Dieser bat ihn erneut um einen letzten Gefallen: Seine Henkersmahlzeit solle ein Apfel sein, den der Teufel ihm pflücken solle. Der Teufel tat ihm den Gefallen und kletterte auf einen Apfelbaum. Jack zog blitzschnell sein Messer und schnitzte ein Kreuz in die Rinde des Baumes; der Teufel war auf dem Baum gefangen. Jack handelte abermals mit dem Teufel: Er entfernte das Kreuz, und der Teufel versprach, Jacks Seele bis in alle Ewigkeit in Ruhe zu lassen.

Nachdem Jack viele Jahre später starb, bat er im Himmel um Einlass. Da er in seinem Leben nicht gerade ein braver Mann gewesen war, wurde er abgewiesen. Er wurde zu den Höllentoren geschickt. Aber auch dort wurde ihm der Eintritt verwehrt, weil der Teufel ja sein Versprechen gegeben hatte, niemals Jacks Seele zu holen. Der Teufel schickte ihn zurück, woher er gekommen war – und weil es so dunkel, kalt und windig und der Weg so weit war, bekam der Teufel Mitleid und schenkte Jack eine glühende Kohle direkt aus dem Höllenfeuer. Jack steckte die Kohle in eine ausgehöhlte Rübe, die er als Wegzehrung mitgenommen hatte. Seitdem wandelt seine verdammte Seele mit der Laterne am Vorabend von Allerheiligen durch die Dunkelheit.”

 

Da in den USA jedoch mehr Kürbisse als Rüben angebaut wurden, höhlt man an Halloween seit jeher einen Kürbis aus. Er ist trägt den Namen „Jack O‘Lantern“. Die eingeschnittenen Fratzen sollen böse Geister abschrecken.

 

Süßes – sonst gibt‘s Saures

Auch „trick or treat“ geht auf die Iren zurück. Im 11. Jahrhundert wurden am Allerseelen-Tag kleine Brote mit Johannisbeeren, sogenannte Seelenkuchen, an Bettler verteilt. Im Gegenzug versprachen diese dann, für die Seelen von Verstorbenen zu beten. Dieser Brauch unterscheidet sich wohl am meisten vom heutigen Um-die-Häuser-ziehen.

 

Um euch auch ein bisschen in Halloween-Stimmung zu versetzen, hier einige ausgewählte Trailer von absoluten „You-Must-Watch“-Filmen (aufsteigend nach Altersklasse).

 

http://www.youtube.com/watch?v=kOmfLUVuj1k

http://www.youtube.com/watch?v=VKfE5NrE7K8

 

Quellen:

http://www.focus.de/wissen/mensch/der-ursprung-von-halloween-vom-keltischen-totenfest-zur-gruselparty_aid_679056.html

http://www.halloweenies.de/der-ursprung-und-die-geschichte-von-halloween/

http://de.wikipedia.org/wiki/Halloween

http://frankfurt-interaktiv.de/specials/halloween/halloween.html

Apple TV

It’s all about the content

Das deutsche Fernsehen geht den Bach hinunter. Die Zeiten jener längst vergangener Abende, als noch die ganze Familie gebannt vor dem Flimmerkasten saß, sind vorbei. Man braucht nur nachmittags gegen 16 Uhr RTL einzuschalten und schon wird man ungewollt Opfer einer medialen Verblödungsinszenierung, in elitären Kreisen auch als „Hartz IV-TV“ bekannt. „Berlin Tag & Nacht“, „Die Wollnys“, „Köln 50667“ und wie sie alle heißen. Von Nachrichten, Dokumentationen und Talkshows á la Maybrit Illner und Anne Will einmal abgesehen, bieten vor allem die privaten Sender nur noch wenige, qualitativ wertvolle Inhalte.
Die Jugend ist ebenfalls betroffen, wenn auch auf eine andere Art und Weise. Habt ihr schon einmal die „neue“, animierte Biene Maja gesehen, die seit einigen Monaten ausgestrahlt wird? Von der alten, etwas pummeligen, sympathischen Maja ist leider Gottes nicht mehr viel übrig. An ihre Stelle ist eine billige, offenbar an Magersucht erkrankte Doppelgängerin getreten. Einfach nur furchtbar.
Aus diesem Grund habe ich mich vor Jahren dazu entschieden, mich nicht länger diesem Mist auszusetzen und mir eine sinnvolle Alternative zu suchen. Im amerikanischen iTunes Store war die zum Glück auch schnell gefunden. Dieser bietet eine unendliche Auswahl an Serien und Filmen und das Beste daran: Ich muss nicht lange warten, bis sie endlich auch in Deutschland erscheinen; bei Serien kann das ja bekanntlich mehrere Jahre dauern. Ein Tag nach der Erstausstrahlung einer neuen Folge im amerikanischen (Zeitverschiebung und so) oder britischen Fernsehen, landet diese in meiner Favoriten-Liste. Zugegeben, mit 1.99 $ pro Folge ist das nicht ganz billig. Aufs Jahr gerechnet kommen da einige hundert Dollar zusammen. Doch das ist es jedem, der einmal in den Genuss gekommen ist, wert. Eine komfortable Art des Fernsehkonsums. Seitdem ist mir möglich, mein Unterhaltungsprogramm selbst zusammenzustellen. Und darauf möchte ich nicht mehr verzichten müssen.
Wer sich Serien ebenfalls lieber im Originalton ansieht, wird wissen, dass im Herbst (meist zwischen September und Oktober) die neuen Staffeln anlaufen. Auf einige von ihnen fiebert man so richtig hin. Zumindest geht das mir so. Im Folgenden findet ihr drei Serien, die ich gerne gucke und die im Herbst neu starten. Ein kleiner Rückblick und einige Trailer. Viel Spaß beim Lesen und Gucken!

 

Downton Abbey

Die Serie handelt von einer britischen Adelsfamilie, den Crawleys, und ihrem Personal, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit einigen Schicksalsschlägen zu kämpfen haben. Lord und Lady Grantham und ihre drei Töchter leben in einem prächtigen Herrenhaus, Downton Abbey, und scheinen Geld im Überfluss zu haben, doch die Zeiten ändern sich. Mit dem Untergang der Titanic verliert Lord Grantham gleichzeitig den Erben Downtons, denn dieser befand sich an Bord des Schiffes. Er hätte die älteste Tochter Mary heiraten sollen, um das Anwesen im Familienbesitz zu belassen. An seine Stelle tritt der Anwalt Matthew Crawley, ein Cousin dritten Grades, nächster in der männlichen Erbfolge. Der Erste Weltkrieg bricht aus und mit ihm beginnen auch die bestehenden Herrschaftsverhältnisse zu bröckeln. Das Besondere an Downton Abbey ist, dass es die Geschichte aus zwei, manchmal gegensätzlichen Perspektiven beleuchtet. So liegt der Fokus zwar auf der Aristokratenfamilie, doch auch den Angestellten, von der Köchin über das Hausmädchen bis hin zum Butler, wird große Bedeutung beigemessen. Keine andere, mir bekannte Serie vermag es so gekonnt, die Vergangenheit widerzuspiegeln und gleichzeitig die damit einhergehenden Probleme zu eruieren. Die Schauspieler liefern eine großartige Performance und auch Kostümbildner, Komponisten und Kameramänner leisten sehr gute Arbeit. Nicht umsonst sahnt Downton Abbey seit zwei Jahren nahezu alle Preise ab. 27 Emmy-Nominierungen, zwei Golden Globes, unter anderem für eine alte Bekannte, Maggie Smith (Minerva McGonagall), als beste Nebendarstellerin für ihre Rolle der Viola Crawley, der Mutter Lord Granthams. 2011 sicherte sich die Serie sogar einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde als „von Kritikern am besten bewertete Fernsehserie“ des Jahres.
Bisher wurden drei Staffeln a acht Episoden (eine Folge dauert in der Regel zwischen 60 und 90 Minuten) ausgestrahlt. Nachdem die Crawley-Familie und die Dienerschaft einige harte Zeiten durchlebt haben – eine der Protagonistinnen stirbt auf tragische Weise – scheint zunächst wieder Ruhe in Downton Abbey eingekehrt zu sein. Finanzielle Strapazen konnten überwunden werden und auch das Erbe Lord Granthams ist endlich gesichert. In der letzten Episode bringt Mary einen Sohn zur Welt. Doch in der Schlussszene wird ein weiteres Familienmitglied in den Tod gerissen. Die vierte Staffel feierte am 22. September in Großbritannien Premiere. Die amerikanischen Fans müssen sich allerdings noch bis Anfang Januar 2014 gedulden. Für alle, die sich für die britische Geschichte und historische Filme interessieren, ein absolutes Muss!

 

Castle

Normalerweise halte ich nicht sonderlich viel von diesen Krimiserien, wie NCIS, Criminal Minds und CSI: „Setzen Sie hier bitte einen beliebigen Namen einer U.S.-Großstadt ein und schon haben Sie den Titel einer neuen Serie geschaffen“. Doch bei Castle ist das anders. Der Protagonist: der attraktive, reiche und äußerst neugierige Schriftsteller Richard Castle. Um für seinen neuen Kriminalroman zu recherchieren, heftet er sich an die Fersen von Detective Kate Beckett vom New York Police Department. Zu Beginn können sich die beiden nicht ausstehen und der intelligenten, ebenfalls sehr attraktiven Polizistin scheint der Autor zunächst ein Klotz am Bein zu sein. Da der Junggeselle seine Beziehungen spielen lässt – er trifft sich zufällig regelmäßig mit dem Bürgermeister von New York City zum Pokern – ist Beckett dazu gezwungen, Castles Anwesenheit zu akzeptieren. Doch im Laufe der Zeit löst das Duo mit Unterstützung der Polizei-Kollegen Esposito und Ryan eine Reihe von spannenden Mordfällen und Castle und Beckett avancieren zu einem eingespielten Team. Nach und nach erfährt der Zuschauer, dass Kate Beckett neben dem Aufklären von Morden auch ein ganz persönliches Ziel verfolgt: den Mörder ihrer Mutter aufzuspüren. Das Protagonisten-Paar gerät im Zuge ihrer Ermittlungen gemeinsam in einige gefährliche Situationen. Diese Erlebnisse schweißen die beiden aneinander. Nach nur wenigen Episoden wird dem Zuschauer klar, dass es zwischen ihnen funkt.. Zugeben will es – stolz wie sie sind – natürlich keiner der beiden. Dazu kommt, dass Beckett stark durch ihre traumatische Kindheit geprägt ist und es ihr sichtlich schwer fällt, Menschen emotional an sich heran zu lassen. Sie lebt für ihren Job, soziale Kontakte pflegt sie kaum. Trotzdem ist die Serie mit einigen Eifersuchtsszenarien beider Parteien gespickt. Diese Momente sind es unter anderem, die für den Charme der Sendung sorgen. Auch die Person des Richard Castle mit seinem Hang zum Übernatürlichen und seiner Begeisterung für Laster Tag ist phänomenal: Witzig, unfassbar neugierig und einfach sympathisch.
Nachdem Castle und Beckett sich endlich gegenseitig ihre Liebe gestanden haben, steht das Paar vor neuen Schwierigkeiten. Der smarten Polizistin wird eine Beförderung angeboten, allerdings in Washington D.C.. Nun muss Kate sich entscheiden: Karriere oder Liebe? Das Staffelfinale konnte an Spannung kaum übertroffen werden, bis Castle schließlich die alles entscheidende Frage stellt. Welchen Weg wird Detective Beckett einschlagen? Am 23. September werden wir es wissen, wenn in den USA die sechste Staffel anläuft.

 

Sherlock

221b Baker Street. Wohl eine der bekanntesten Adressen der Literaturgeschichte. Heim von Sherlock Holmes und Dr. John Watson.
„London im 19. Jahrhundert. Droschken rumpeln über das Kopfsteinpflaster, die Luft ist erfüllt von den Dämpfen der nahe gelegenen Fabriken und dem „großen Gestank“, der einem von der Themse entgegen strömt. An jeder Ecke preisen Händler ihre Waren an. Es regnet. Ein großer, schlank gebauter Mann in Trenchcoat und mit Schottenmütze auf dem Kopf bahnt sich einen Weg durch die schier unendliche Menschenmenge. Im rechten Mundwinkel steckt eine Pfeife. Der Kragen seines Mantels ist aufgestellt, um den eisigen Windböen zu trotzen. Die Blicke des Mannes wandern nervös hin und her, als würde er nach etwas ganz Bestimmtem suchen.“ So in etwa stelle ich mir die Szenerie vor. Und neben mir auch eine Reihe von Filmproduzenten.
Seit Sir Arthur Conan Doyles Tod 1930 gab es unzählige Sherlock Holmes-Adaptionen: „Der Hund von Baskerville“ von 1939 mit Basil Rathobone in der Hauptrolle, „Die Abenteuer des Sherlock Holmes“ (1984-1994) und nicht zuletzt zwei Filme von Madonnas Ex Guy Ritchie, um nur einige zu nennen. Doch damit noch nicht genug: Der weltberühmte Detektiv ist zurück. Und er ist realer denn je. Stellt euch vor, das Schnüffler-Duo Holmes und Watson würde aus dem 19. Jahrhundert direkt in die moderne Gegenwart katapultiert werden. Glaubt ihr nicht? Steven Moffat und Mark Gattis haben es möglich gemacht.
Seit 2010 wurden zwei Staffeln a drei Episoden (in Spielfilmlänge) veröffentlicht. Am 31. Oktober geht die dritte Staffel on air. Sherlock begeistert das Publikum nicht nur mit einer hervorragenden Besetzung – Benedict Cumberbatch blüht in der Rolle des Sherlock Holmes förmlich auf – sondern auch mit einem packenden Erzählstrang und -tempo, was für viel Dynamik innerhalb einer Episode sorgt. Es bleibt dem Zuschauer gar nichts anderes übrig, als sich auf das Fernseh-Abenteuer einzulassen. Einmal infiziert und schon ist es um einen geschehen. Ein Gegenmittel ist mir bisher noch nicht bekannt. Christian Junklewitz von serienjunkies.de bringt es ziemlich genau auf den Punkt: „Ausgefeilte, vom Ballast der mittlerweile zu Klischees geronnenen Requisiten (Schottenmütze, Pfeife,…) befreite Figuren, ein cleveres Spiel mit den Erwartungen des Publikums, grandiose Dialoge (die auch in der deutschen Übersetzung nichts an Schärfe und Wortwitz verlieren) und eine – hinsichtlich des Zusammenspiels von Kamera, Schnitt und Musik – mitreißende Inszenierung machen ‚Sherlock‘ zu einem absoluten Must-See TV.“
Die Geschichten ähneln denen von Doyle. Aus „A Study in Scarlet“ wird schnell „A Study in Pink“ und auch der Hund von Baskerville findet Einzug in die moderne Holmes-Version. In der letzten Episode scheint der geniale Protagonist – ähnlich wie in der Buchvorlage – seinem Gegner Professor Moriarty schließlich doch unterlegen zu sein und bezahlt dafür mit seinem Tod. Wie wird Dr. Watson diesen Verlust überwinden? Oder muss er das vielleicht gar nicht? Findet es raus!

 

Sonstige Serien, die ich gerne gucke und im Herbst ebenfalls neu starten (die Verlinkung bringt euch zu den Network-Homepages):

The Vampire Diaries

http://www.youtube.com/watch?v=NDhybfg-3D0

 

Once Upon a Time

http://www.youtube.com/watch?v=pCDDwx1Njn0

 

Revenge

 

The Carrie Diaries

 

Pretty Little Liars (Halloween-Special)

 

The Cuckoo's Calling

The Cuckoo’s Calling

Jedes Jahr dasselbe Drama. Zwei bis drei Wochen vor dem lang ersehnten Sommerurlaub beginnt die Suche wieder aufs Neue. Anfangs gehe ich noch recht entspannt an die Sache ran, ich taste mich langsam vorwärts. Doch irgendwann – spätestens eine Woche vor der Abreise – gerate ich in Panik. Es kann doch nicht sein, dass ich schon wieder leer ausgehe! Sonst werde ich doch immer fündig. Also dieses Jahr ist es wirklich besonders schwierig (das denke ich mir jedes Mal). Wonach ich suche? Nach Büchern. Denn nur im Urlaub habe ich genug Zeit, mich voll und ganz dem Lesen zu widmen, ohne spätestens nach zwei Stunden wieder vom Alltag eingeholt zu werden. Fünf bis sechs Bücher müssen es innerhalb dieser zwei Wochen schon mindestens sein. Jetzt es nunmal leider so, dass die guten alten Zeiten vorbei sind. Harry Potter, Twilight, Panem, Rubinrot, Göttlich; lauter tolle Buchreihen, die ich über die vergangenen Jahre hinweg regelrecht verschlungen habe. Ständig bin ich auf der Suche nach würdigen Nachfolgern, doch Fehlanzeige!

Nun stehe ich also vollkommen verzweifelt im Hugendubel und weiß nicht weiter. Natürlich hätte ich die Möglichkeit, wieder einen dieser historischen Romane zu kaufen. Ein altes Herrenhaus in einer englischen Grafschaft (alternativ auch gerne in der französischen Provence), eine tragische Liebesgeschichte und ein gut behütetes Familiengeheimnis, das über Jahrzehnte hinweg verborgen blieb und wie durch einen Zufall von einer jungen Frau (meistens der Enkeltochter) siebzig Jahre später entdeckt wird und ihr Schicksal für immer verändern wird. Immer der gleiche Kram. Meistens unterhaltsam, aber eben nichts Besonderes mehr. Ich hatte mich in Gedanken bereits damit abgefunden, dass ich wohl doch auf den Stapel ungelesener Bücher, der noch bei mir zu Hause im Regal stand, zurückgreifen würde müssen. Diese Bücher, die man einmal angefangen hatte, aber nach wenigen Seiten wieder beiseite gelegt hatte, da sie nichts Großartiges versprachen.                                                                                                                                     Ziellos irrte ich weiter durch die Buchhandlung und als ich die Hoffnung schon beinahe aufgegeben hatte, fand ich mich in der englischen Abteilung wieder. Und dort wurde ich schließlich doch fündig. Ohne Zögern griff ich nach dem Buch. Auf seinem Cover, das vorwiegend in Blau- und Goldtönen gehalten war, war oben deutlich ein Name zu erkennen: Robert Galbraith.                                                                                   Wer in den letzten Wochen aufmerksam Zeitung gelesen hat, wird wissen, dass es sich bei besagtem Namen um ein Pseudonym handelt. Denn hinter Mr. Galbraith steckt niemand anderes als J. K. Rowling. Der Titel des Romans: „The Cuckoo‘s Calling“.

Viele Menschen fragen sich, warum Rowling sich überhaupt noch die Mühe macht, Bücher zu schreiben. Schließlich reicht das Geld auf ihrem Konto noch für ihre Urururururenkel. Und an den Erfolg von Harry Potter wird sie gewiss nicht mehr anknüpfen können. Doch das ist auch gar nicht ihr Anspruch. Die Engländerin schreibt um des Schreibens willen, weil es ihr Spaß macht. Und wenn J.K. Rowling auf diese Art und Weise auch noch bedürftige Menschen unterstützt, indem sie die Einnahmen ihrer neu veröffentlichten Bücher an Hilfsorganisationen spendet, ist das doch nur recht und billig.

Man kann nicht behaupten, ich sei ein großer Krimi-Fan. Obwohl ich einige Agatha Christie-Romane gelesen hatte und Arthur Conan Doyle‘s Sherlock Holmes durchaus einiges abgewinnen konnte, bevorzuge ich andere Genres. Als großer Harry Potter- und somit auch J.K. Rowling-Anhänger empfand ich es jedoch als meine Pflicht, diesen Kriminalroman zu lesen. Und im Nachhinein bereue ich es in keinster Weise.

Die Geschichte spielt im London des 21. Jahrhunderts. Rowling versteht es mitunter, den Leser zappeln zu lassen. Denn man erfährt erst im dritten Kapitel, wer das Opfer ist. Ein bekanntes Model namens Lula Landry. In einer kalten Winternacht war sie vom Balkon ihres Panthouses gestürzt. Die Polizei geht von Siuzid aus. Die eigentliche Handlung beginnt drei Monate nach jener verhängnisvollen Nacht. Der Adoptiv-Bruder der Verstorbenen scheint sich mit dem vermeintlichen Selbstmord seiner Schwester nicht abfinden zu können. Aus diesem Grund engagiert er den Privatdetektiv Cormoran Strike, einen Kriegsveteran, der in Afghanistan gedient und dort sein rechtes Bein verloren hatte. Auf den Leser macht dieser zunächst einen eher seltsamen Eindruck. Da er sich kurz zuvor von seiner Freundin getrennt hatte, lebte er nun in seinem kleinen Büro am Denmark Place, hatte Schulden, erhielt zudem wöchentlich Morddrohungen und mit nur zwei Klienten hatte er sich als Detektiv noch keinen großen Namen machen können. Strike bleibt also nichts anderes übrig, als den großzügig entlohnten Auftrag des Anwalts anzunehmen. Um sich einen Überblick über das Leben der Lula Landry zu verschaffen, beginnt der Detektiv, eine Bezugsperson der Toten nach der anderen zu befragen. Von ihrem drogensüchtigen Freund, mit dem sie sich wenige Stunden vor ihrem Tod noch gestritten hatte (sehr verdächtig), über ihre selbstgefälligen Freunde aus dem Model-Business, bis hin zu ihrem Onkel (der sie nie sonderlich gut leiden konnte) und ihrer im Sterben liegenden Mutter. Auch die Nachbarn, den Angestellten von der Security und den Chauffeur lässt Strike nicht aus. Diese zahlreichen Befragungen sind es, die für den Roman charakteristisch sind. Sie sorgen nicht nur dafür, wichtige Hinweise ans Licht zu bringen, sondern tragen gleichzeitig zur Verwirrung des Lesers bei. Nach jedem Kapitel vermutet man jemand anderes in der Person des Mörders. Denn jeder der Beteiligten scheint etwas zu verbergen oder ein Motiv zu haben. Die Charaktere sind echt, sie überzeugen. Während der Leser unzählige Szenarien in seinem Kopf zusammen spinnt, ist Strike ihm immer um mindestens einen Schritt voraus. Wie er die einzelnen Puzzleteile zusammen setzt, verrät er dem Leser natürlich nicht. Die distanzierte Erzählweise erlaubt es einem nur selten, in den Kopf des Detektivs zu gucken. Dem Leser wird eigentlich nur dann Einblick in Strikes Gedanken gewährt, sobald er seine Detektiv-Maske ablegt und anstelle des Investigators Strike wieder der Mensch Cormoran tritt. Dieser Wechsel von personaler zu neutraler Erzählperspektive vollzieht sich mehrmals und wird dem Leser oftmals erst im Nachhinein bewusst. Ein genialer Schachzug der Autorin, der seine Wirkung nicht verfehlt. Vom Ausgang der Geschichte ist man nicht weniger überrascht als von der Tatsache, dass man mit seinen eigenen Vermutungen selbstverständlich total daneben gelegen hat. Obwohl man den tatsächlichen Täter immer wieder als potenziellen Mörder in Betracht gezogen hatte, hat man doch mit einer anderen Auflösung gerechnet, nicht zuletzt was den Tathergang betrifft.

Mein Fazit: Bei „The Cuckoo‘s Calling“ handelt es sich um einen lesenswerten Kriminalroman, der so manche Überraschung parat hat. Rowlings Erzählstil ist grandios. Spannung pur!

Back to the future

Auto statt Barbie

Mit Puppen konnte ich noch nie sonderlich viel anfangen. Natürlich gab es mal eine Phase, in der ich zu Weihnachten unbedingt diese hässliche Nussknacker-Barbie mit Feenflügeln haben wollte (ich habe absolut keine Ahnung, welcher Teufel mich zu diesem Zeitpunkt geritten hat), aber nach ungefähr zwei Wochen war der Glanz ganz schnell wieder verflogen. Die Barbie und das dazu passende Haus landeten bald in der Ecke. Stattdessen verbrachte ich Jahre damit, mit meinem Lego-Piratenschiff in See zu stechen oder den Boden meines Kinderzimmers mit Eisenbahnschienen auszulegen. Statt Babyborn und Glitzer-Einhorn standen Woody und Buzz Lightyear aus Toy Story in meinem Regal. Puppe und Pferd vs. Cowboy und Space Ranger? Ist doch klar, wer da den Kürzeren zieht. Mein Lieblings-Disneyfilm war auch nicht etwa „Cinderella“ oder „Dornröschen“ – versteht mich nicht falsch, beides sind tolle Filme – nein, ich bevorzugte „Peter Pan“, „Der König der Löwen“ und „Tarzan“. Ich war nie dieses typische, klischeehafte Mädchen, das sich von oben bis unten in rosa einkleidete und den ganzen Tag Prinzessin spielen wollte. Das alles habe ich meinen Eltern zu verdanken. Deswegen widme ich den heutigen Blogpost ihnen. Danke Mama und Papa, dass ich keine pinken Kleider tragen musste und Piratin statt Schneewittchen sein durfte.

Als ich ungefähr acht oder neun Jahre alt war, beschloss mein Vater dann, dass es an der Zeit war, mit meiner Filmausbildung zu beginnen. Wir stiegen langsam mit „Dick & Doof“ und „Hook“ ein, weiter ging es mit „Ghost Busters“, „Forest Gump“ und  den „Gremlins“, bis wir schließlich bei „Indiana Jones“ und „James Bond“ angekommen waren. Kein Wunder, dass ich einen Aston Martin DB5 von da an wesentlich cooler fand als lila Nagellack und rosa Haarschleifen.

Wo wir gerade beim Thema Autos sind. Es gab da einen Film, besser gesagt eine dreiteilige Filmreihe, die mehrmals auf dem Programm stand. Der Grund: Ihr Protagonist, ein Teenager, der mit Hilfe eines DeLorean DMC-12 in die Vergangenheit und Zukunft reiste, war das Kindheitsidol meines Vaters. Die Trilogie „Zurück in die Zukunft“ feierte zwischen 1985 und 1990 weltweit großen Erfolg. In den Hauptrollen Michael J. Fox alias Marty McFly und Christopher Lloyd, der den verrückten Dr. Emmett L. „Doc“ Brown verkörperte. Mittlerweile hat „Back to the future“ Kultstatus und gehört in jede gut sortierte DVD-Sammlung.

Am 24. Mai dieses Jahres hatte ich als Redakteurin von M94.5 die Gelegenheit, auf dem Beifahrersitz eines echten DeLorean DMC-12 Platz zu nehmen und eine Runde über die Leopoldstraße zu drehen, um mir damit einen Kindheitstraum bzw. den meiner Eltern zu erfüllen.

Wenn ihr mehr zu diesem Erlebnis erfahren wollt, hört euch doch oben meinen Beitrag dazu an!