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10 Gründe, warum ich Harry Potter liebe

Manchmal werde ich gefragt, was ich denn an Harry Potter so toll finde und warum ich mich seit über zehn Jahren diesem Phänomen hingebe. Nun, hier zehn Antworten auf diese Frage:

 

1. Mein Blog hätte einen anderen Namen, wenn J.K. Rowling nicht den Patronus-Zauber erschaffen          hätte.

2. Jedes Mal, wenn ich mir die Filme angucke, bekomme ich eine Gänsehaut. Auch nach dem 100. Mal.

3. Ohne Harry Potter wäre mein Vater nicht in den Genuss gekommen, tausende von Euro in meinen Fanatismus zu investieren.

4. Die Filmmusik. John Williams, der unter anderem auch den Soundtrack für Indiana Jones und Star Wars komponierte, ist ein absolutes Genie. (Allerdings lieferte Williams nur die Musik für Teil 1-3, darunter auch das bekannte Hauptmotiv “Hedwig’s Theme”. Auch wenn seine Nachfolger Patrick Doyle (Feuerkelch), Nochmals Hooper (Orden des Phönix & Halbblutprinz) und Alexandre Desplat (Heiligtümer des Todes) ausgezeichnete Arbeit leisteten, bleibt John Williams unangefochten auf Platz 1.)

5. Dobby ist soooo süß!

6. J.K. Rowling hat eine ganze Generation von Kindern dazu bewegt, Bücher zu lesen. Ihr habe ich mein Interesse für Literatur zu verdanken.

7. Quidditch, der mit Abstand tollste Sport überhaupt. Bälle werfen, fangen und gleichzeitig fliegen. Was Besseres gibt es doch nicht!

8. Ohne Harry Potter könnte ich meine Mutter nicht regelmäßig zur Weißglut bringen, indem ich während der Filme mitspreche.

9. Lord Voldemort ist viel cooler als Sauron.

10. Ich bin der Meinung, dass jeder Mensch eine Passion haben sollte. Egal ob es sich dabei um eine bestimmte Sportart, einen Musiker oder eben Harry Potter handelt. Denn nur so lernt man, eine gesunde Motivation, die im Leben unabdinglich ist, zu entwickeln. Ich bin mir zu 100% sicher, dass mir meine Leidenschaft für Harry Potter dabei geholfen hat, auch in anderen Lebensbereichen meine Ziele zu erreichen.

 

Ich könnte die Liste natürlich noch ewig fortführen, aber ich belasse es vorerst dabei.

 

Wenn ihr Lust habt, hinterlasst doch einen Kommentar und erzählt mir, was ihr an Harry Potter toll findet!

 

HP Brille

Harry Potter in Zahlen

Wie lange arbeitete J.K. Rowling an “Harry Potter und der Stein der Weisen”? Welchen Wert hat eine Galleone? Wie viel Geld spielten die acht Filme insgesamt ein?
Ich habe 22 interessante Fakten rund um Harry Potter zusammengetragen. Von einigen war sogar ich selbst überrascht. Enjoy!

 

1. Die Romane wurden insgesamt in 74 Sprachen übersetzt.

 

2. Weltweit wurden mehr als 500 Millionen Exemplare verkauft. Lediglich die Bibel und die Mao-Bibel verkauften sich besser.

 

3. Bis heute sind über 30 Millionen Exemplare in deutscher Sprache verkauft worden.

 

4. Eine Studie ergab, dass jeder vierte Deutsche ab 14 Jahren mindestens einen Harry Potter-Roman gelesen hat.

 

5. J.K. Rowling hat bisher mehr als 570 Millionen Pfund als Autorenhonorar verdient.

 

6. Die Filme spielten weltweit über 5 Milliarden Dollar ein.

 

7. Der „Muggel“ gehört inzwischen zum offiziellen englischen Wortschatz. 2003 wurde die Bezeichnung für Menschen ohne Zaubererblut in die Neuauflage des „Oxford Dictionary of English“ aufgenommen.

 

8. Die britische Post brachte 2007 Briefmarken mit den Titelbildern aller sieben Harry Potter-Bücher heraus. (Die stehen neben anderen HP-Briefmarken übrigens auch in meiner Vitrine.)

 

9. Die deutsche Ausgabe von „Harry Potter and the Sorcerer‘s Stone“ hat 336 Seiten.

 

10. Fred und George haben am 1. April Geburtstag.

 

11. Harry Potter und der Stein der Weisen befindet sich auf Platz 11 der besten Filme aller Zeiten.

 

12. Der Fantasy-Merchandising-Anbieter Elbenwald führt 465 Harry Potter-Fanartikel.

 

13. Die Startauflage von „Harry Potter and the Philosopher‘s Stone“ umfasste eine Startauflage von 500 Exemplaren.

 

14. „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ wurde in den USA und in Großbritannien innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Veröffentlichung über 11 Millionen Mal verkauft.

 

15. “Harry Potter and the Deathly Hallows” wurde auf Amazon weltweit 2,2 Millionen Mal vorbestellt.

 

16. Eine Galleone hat den Wert von 5,45€.

 

17. Eine Galleone sind 17 Sickel oder 493 Knut.

 

18. J.K. Rowling arbeitete 6 Jahre an dem Manuskript für den ersten Teil.

 

19. Eines der 500 Startauflagen-Exemplare von “Harry Potter and the Philosopher’s Stone” ist ca. 40.000 Dollar wert.

 

20. Alle acht Filme dauern zusammen 19,6 Stunden.

 

21. Daniel Radcliffe trug während der gesamten Harry Potter-Dreharbeiten 160 Brillen.

 

22. Daniel Radcliffe benutzte während der gesamten Harry Potter-Dreharbeiten 60-70 Zauberstäbe.

 

 

Und, was hat euch am meisten verblüfft?

 

Quellen:

http://www.tagesspiegel.de/kultur/zahlen-und-fakten-7-buecher-8-filme-milliardengewinne/4376524.html,

http://www.news.de/medien/855082425/zahlen-und-fakten-zu-harry-potter/1/,

http://entertainment.time.com/2013/07/31/because-its-his-birthday-harry-potter-by-the-numbers/,
Wikipedia, Harry Potter XPerts, J.K. Rowlings Homepage

 

Fantastic Beasts and where to find them

Harry Potter und.. Nein, doch nicht.

Hier ein Online-Artikel über J.K. Rowlings neues Projekt, den ich für M94.5 geschrieben habe:

Die Harry Potter-Autorin kündigt ihr Debüt als Drehbuchautorin mit dem 2001 veröffentlichten Buch “Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind” an.

Es wird wieder magisch. Am 12. September gab die amerikanische Film- und Fernsehgesellschaft Warner Bros. bekannt, dass Bestseller-Autorin J.K. Rowling ein Drehbuch für die Produktionsfirma schreiben wird. Doch der Protagonist ist diesmal kein Brillenträger mit Blitznarbe, sondern ein gewisser Newt Scamander. Was auf den ersten Blick zunächst einmal nicht sehr aussagekräftig zu sein scheint, ist für eingefleischte Harry Potter-Fans eine kleine Sensation, denn Rowling-Anhängern ist dieser Name sehr wohl ein Begriff. So ist Newton Artemis Fido Lurch Scamander Autor von „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ (im Original: „Fantastic Beasts and Where to Find Them“). Das Buch gilt als Standardwerk über die magische Tierwelt und wird auch in Hogwarts  als Begleitlektüre für das Unterrichtsfach „Pflege magischer Geschöpfe“ von Schülern genutzt.
2001 veröffentlichte Joanne K. Rowling unter dem Pseudonym Newt Scamander eine Sonderedition des Zoologiebuchs, das neben handschriftlichen Randbemerkungen von Harry Potter, Ron Weasley und Hermine Granger einen Überblick über die bekanntesten magischen Wesen enthält. Neben der Acromantula, einer Riesenspinne, sind in dem Lehrbuch unter anderem auch Feen, Grindelohs (Wasserdämonen), Knallrümpfige Kröter und Zentauren zu finden. Der Verkaufserlös kam einem Fonds für Kinder in Not zugute.

Keine Harry Potter-Fortsetzung

Wie Rowling auf ihrer Homepage und auf Facebook bekannt gab, hat Warner Bros. ihr den Vorschlag unterbreitet, „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ zu verfilmen. Die Vorstellung, Newt Scamander von einem anderen Autor zum Leben erwecken zu lassen, missfiel der 48-Jährigen. „Ich habe so lange in meinem fiktiven Universum gelebt, dass ich es beschützen möchte und ich weiß bereits sehr viel über Newt.“, so die Autorin.
Weiter betont sie, dass es sich bei diesem Projekt weder um ein Prequel, noch um eine Fortsetzung der Harry Potter-Reihe handle. Denjenigen, die ihre Bücher gelesen bzw. die Filme gesehen hätten, würden die Gesetze und Gebräuche der verborgenen magischen Gesellschaft vertraut vorkommen.
Auch den Ort des Geschehens hat J.K. Rowling von Großbritannien in die USA verlagert. Sie verrät, dass Newts Geschichte in New York beginnen und 70 Jahre vor Harrys Geburt spielen wird. Scamander ist 1897 geboren und war lange in der „Abteilung zur Führung und Aufsicht magischer Geschöpfe“ im Zaubereiministerium tätig. In dieser Zeit hat er maßgeblich dazu beigetragen, den Umgang und das sichere Zusammenleben von Hexen und Zauberern mit magischen Wesen zu erleichtern. Laut eigenen Angaben hat Rowling Newt so gern, dass sie seinen Enkel Rolf mit Luna Lovegood, einem ihrer Lieblingscharaktere, verheiratet hat.

Pottermore

Mit „Pottermore“ schuf die Autorin vor zwei Jahren in Zusammenarbeit mit Sony eine interaktive Plattform, in der Fans die Geschichte um Harry, Ron und Hermine im Kampf gegen Lord Voldemort erneut durchleben können. Neben unveröffentlichtem Exklusivmaterial von J.K. Rowling bietet das Portal den Nutzern ein einzigartiges Online-Erlebnis: Vom Sprechenden Hut, der die Potter-Anhänger einem der vier Hogwarts-Häuser zuordnet, über Zaubertrank-Brauen bis hin zu Zauberduellen ist alles geboten.
Obwohl die Fangemeinde eine Fortsetzung der Geschichte seit Jahren herbeisehnt, gibt die Autorin in Interviews deutlich zu verstehen, dass sie mit dem Kapitel „Harry Potter“ abgeschlossen hat. Schade eigentlich. Viele Fans hätten gerne noch gewusst, wie Harrys Eltern, Lily und James, ein Paar wurden oder wie es dem berühmten Trio in den ersten Jahren nach Voldemorts Tod erging. Wer weiß, vielleicht finden sich auf Pottermore noch ein paar wertvolle Hinweise.

Ollivander's

Stechpalme, Phönixfeder, 11 Zoll, federnd

Was wäre ein Zauberer ohne seinen Zauberstab? Alles andere, nur eben kein Zauberer. Aus diesem Grund widme ich mich heute den Zauberstäben. Jeder von ihnen besteht aus einem bestimmten Holz, gepaart mit einem Kern. Auch in seiner Länge und Biegsamkeit variiert er. Mr. Garrick Ollivander gilt mit Abstand als der beste Zauberstabmacher der Welt. Mächtige Zauberer wie Lord Voldemort vollbrachten mit ihren Zauberstäben von Ollivander Unglaubliches. J.K. Rowling hat auf ihrer interaktiven Plattform „Pottermore“ (mehr dazu in ein paar Wochen) einige Informationen zu Zauberstäben veröffentlicht. Ich berufe mich daher auf ihre Angaben.

Mr. Ollivander ist davon überzeugt, dass Zauberstabhölzer bestimmte Eigenschaften aufweisen, die mit den späteren Zauberstab-Besitzern übereinstimmen. Hier ein Auszug seiner Aufzeichnungen:

Jeder Zauberstab ist einzigartig und in seinem Charakter geprägt von dem jeweiligen Baum und dem magischen Wesen, aus denen seine Bestandteile sind. Überdies wird jeder Zauberstab, sobald er seinen idealen Besitzer gefunden hat, von seinem menschlichen Partner lernen und diesen wiederum belehren. Deshalb sollten die folgenden Notizen als allgemeine Beobachtungen zu denjenigen Holzarten aufgefasst werden, mit denen ich am besten arbeite, und nicht als Beschreibung einzelner Zauberstäbe.

Nur wenige Bäume können Holz von Zauberstabqualität liefern (ebenso wie nur wenige Menschen Magie hervorbringen können). Jahrelange Erfahrung ist nötig, um festzustellen, welche Bäume diese Gabe besitzen, mag diese Aufgabe auch leichter werden, wenn man im Blattwerk nistende Bowtruckles findet, denn diese bewohnen niemals gewöhnliche Bäume. Die folgenden Notizen zu verschiedenen Zauberstabhölzern sollten in erster Linie als Ausgangspunkt betrachtet werden, denn dieses Studium ist eine Lebensaufgabe, und mit jedem Zauberstab, den ich anfertige und für den ich einen Partner finde, lerne ich dazu.

(Quelle: http://www.pottermore.com/de/book1/chapter5/moment3/wand-woods)

 

Um euch einen ausführlichen Überblick verschaffen zu können, habe ich einmal die Eigenschaften der Zauberstabhölzer, mit denen Mr. Ollivander nach eigenen Angaben am meisten arbeitet, zusammengefasst.

 

Und, welches Holz passt zu Dir wohl am besten?                                                                                     Ich selbst schwanke noch zwischen Apfel, Lorbeer, Rebe und Zeder, mit einer leichten Tendenz zu Apfel- und Rebenholz.

 

Was die Zauberstablängen anbelangt, so könnte man davon ausgehen, die Länge passe sich an die Körpergröße des jeweiligen Besitzers an. Obwohl längere Stäbe durchaus zu hochgewachsenen Hexen/Zauberern passen, spielt ein anderer Aspekt eine größere Rolle. Lange Zauberstäbe fühlen sich meist zu größeren Persönlichkeiten und dem damit verbundenen, ausladenden und dramatischen Zauberstil hingezogen, während kürzere ein eleganteres und raffiniertes magisches Handwerk bevorzugen.

Der durchschnittliche Zauberstab misst in der Regel zwischen neun und vierzehn Zoll. Trotz ihrer Seltenheit wurden auch schon Stäbe mit acht Zoll und darunter bzw. über fünfzehn Zoll verkauft.

Die Biegsamkeit oder Steifheit des Zauberstabs bezeichnet den Grad der Anpassungsfähigkeit und Bereitschaft für den Wandel, den das Paar Zauberstab-und-Besitzer aufweist.

Garrick Ollivander arbeitet heute ausschließlich mit drei Zauberstabkernen. Seine Vorfahren, so auch sein Vater, verarbeiteten viele verschiedene Kernmaterialien, wie z.B. Kelpiehaare. Da Mr. Ollivander diese jedoch für minderwertig hielt, machte er es sich zum Ziel, nur noch die edelsten Kerne einzusetzen, sobald er das Familiengeschäft übernehmen würde. Nach einigen Experimenten und Nachforschungen entschied sich Ollivander letztendlich für Einhornhaar, Drachenherzfaser und Phönixfeder.

 

Einhornhaar

  • ergibt in der Regel die beständigste Magie und unterliegt am wenigsten Schwankungen und Blockaden
  • Zauberstäbe mit Einhornkernen sind den dunklen Künsten eher abgeneigt
  • Einhorn-Stäbe sind die treuesten und bleiben ihren ersten Besitzern meist stark verbunden
  • Nachteile: ergeben nicht die mächtigsten Zauberstäbe (das Zauberstabholz kann hier jedoch verstärkend wirken) und sie neigen zu Trübsal, wenn sie ernsthaft missbraucht werden, d.h. das Einhornhaar kann „sterben“ und muss ersetzt werden

Drachenherzfaser

  • ergeben in der Regel die mächtigsten Stäbe, die zu den spektakulärsten Zaubern fähig sind
  • Drachenstäbe lernen meist schneller als andere Arten
  • können die Gefolgschaft wechseln, binden sich aber immer stark an ihren gegenwärtigen Besitzer
  • Nachteile: lässt sich am leichtesten der dunklen Seite zukehren, im Vergleich sind Drachenstäbe am unfallträchtigsten, weil sie so temperamentvoll sind

Phönixfeder

  • seltenster Kerntyp
  • Phönixstäbe beherrschen die breiteste Spanne der Magie, auch wenn es länger als bei Eihorn- oder Drachenkernen dauern kann, bis sie dies offenbaren
  • sie zeigen am meisten Initiative und handeln manchmal von sich aus
  • Nachteile: Phönixstäbe sind immer die wählerischsten, wenn es um ihre möglichen Besitzer geht, denn sie stammen von einem der unabhängigsten und entrücktesten Geschöpfe der Welt; diese Zauberstäbe sind schwer zu zähmen und dem jeweiligen Besitzer anzupassen und ihre Treue ist meist schwer errungen

 

Nun habt ihr einen Einblick in die Welt von Mr. Ollivander und seinen Zauberstäben bekommen. Wenn euch der Artikel gefallen hat, empfehlt ihn doch bitte weiter oder hinterlasst einen Kommentar.

 

(Quellen: http://www.pottermore.com/de/book1/chapter5/moment3/wand-woods, http://www.pottermore.com/de/book1/chapter5/moment3/wand-lengths-flexibilityhttp://www.pottermore.com/de/book1/chapter5/moment3/wand-cores)

Quidditch Balls

Faszination Quidditch – Teil 2

Wie versprochen, hier nun der zweite Teil über die Hintergründe des beliebten Zaubersports.

Veränderungen im Quidditch seit dem 14. Jahrhundert

Das Feld

Das ursprüngliche Quidditch-Feld ähnelte dem heutigen sehr stark. Der Zauberer Zacharias Mumps, der 1398 erstmals eine vollständige Beschreibung des Zauberersports angefertigt hatte, beschrieb das Spielfeld als ovalförmig, ca. 152 Meter lang (also fast eineinhalb Fußballfelder) und ungefähr 55 Meter breit. Außerdem befand sich in der Mitte ein kleiner Kreis, in den der Schiedsrichter zu Beginn eines jeden Spiels trat, um die vier Bälle freizugeben. Anstatt der sechs Ringe wurden damals jedoch große Körbe als Tore verwendet. Quintius Umfraville fügte seinem im Jahre 1620 veröffentlichten Buch „The Noble Sport of Warlocks“ eine Skizze des Quidditch-Feldes hinzu. Im Laufe der Jahrhunderte fanden die beiden „scoring areas“ Einzug in das Spiel. Auch die Körbe schienen sich mit der Zeit verändert zu haben, denn diese waren im 17. Jahrhundert offensichtlich etwas kleiner und höher angebracht als zu Mumps‘ Lebzeiten. Erst seit 1883 werden an Stelle der Körbe die uns bekannten Ringe als Tore verwendet. Die Abteilung für magische Spiele und Sportarten führte als Begründung für die Abschaffung der Körbe die unterschiedlichen Korbgrößen, welche unmöglich standardisiert werden könnten, an. Da die Größen in ganz Großbritannien variieren würden, könne nicht für gleiche Voraussetzungen gesorgt werden. Eine einheitliche Ringgröße sei leichter zu etablieren. Der Austausch rief vor allem in den Reihen der Fangemeinde große Empörung hervor. Sie befürchteten, mit der Abschaffung der Körbe ginge ein wichtiger Teil des Quidditch verloren, denn die Zuschauer machten sich oft einen Spaß daraus, während eines Matches einige der Körbe in Brand zu setzen.

Die Bälle

Nicht nur die Tore wurden abgewandelt, auch die Spielbälle durchliefen eine Reihe von Veränderungen.

Wie wir Gertie Keddles Tagebuch bereits entnehmen konnten, bestand der erste Quaffle aus Leder. Als einziger der vier Bälle war er mit keinem Zauber belegt und oftmals wurden Schlaufen an ihm befestigt, da der Quaffle in der Regel bloß mit einer Hand gefangen wurde. Andere Quaffles besaßen – ähnlich wie bei einer Bowlingkugel – Löcher für die Finger. Mit der Erfindung des Greifzaubers im Jahre 1875 wurden etwaige Vorrichtungen überflüssig, denn ab diesem Zeitpunkt gelang es den Jägern, den Quaffel mit nur einer Hand zu werfen bzw. zu fangen. Der moderne Quaffel ist nahtlos und hat einen Durchmesser von 30,5 Zentimetern. Seine dunkelrote Farbe erhielt er erst im Winter 1711. Nach starkem Regen war es schwer, den Ball von dem matschigen Untergrund zu unterscheiden, sobald er einmal zu Boden gefallen war. Eine weitere Innovation haben wir der Hexe Daisy Pennifold zu verdanken. Sie verhexte einen Quaffle, sodass er während seines Falls enorm an Geschwindigkeit verlor. Auf diese Art und Weise konnten die Jäger den Ball leichter wieder auffangen, ohne ihn extra vom Boden holen zu müssen. Der „Pennifold Quaffle“ wird noch heutzutage verwendet.

Die Klatscher – anfangs noch fliegende Felsbrocken – waren zu Mumps‘ Zeiten immerhin schon zu Bällen geformte Steine. Doch sie brachten einen entschiedenen Nachteil mit sich: Mit Hilfe der magisch verstärkten Schläger der Treiber im 15. Jahrhundert konnten die Klatscher leicht zerborsten werden. Das hatte eine große Sauerei zur Folge. Aus diesem Grund begannen die Quidditch-Spieler des frühen 16. Jahrhunderts, mit Klatschern aus Metall zu experimentieren. Agatha Chubb, Expertin für antike Zauber-Artefakte, entdeckte zwölf Arten bleihaltiger Klatscher, die aus dieser Zeit stammten. Allerdings wurde Blei recht bald als zu weiches Material eingestuft. Eine einzige Beule konnte die Flugeigenschaften eines Klatschers sehr stark – und damit negativ – beeinflussen. Die modernen Klatscher werden aus Eisen hergestellt und haben einen Durchmesser von ca. 25 Zentimetern. Sie sind verzaubert, sodass sie die Spieler rücksichtslos verfolgen.

Die Geschichte des Goldenen Schnatzes habe ich euch ja schon erzählt. Deshalb an dieser Stelle nur ein paar Zusatzinformationen.

Der Goldene Schnatz ist Walnuss-groß, ebenso wie die Schnatzer (Vogelart). Seine Verzauberung soll bewirken, dass sich sein Fang so lange wie möglich heraus zögert. Eine alte Geschichte besagt, dass der Schnatz 1884 während einer Quidditch-Begegnung in Bodmin Moor auch nach sechs Monaten nicht gefangen werden konnte. Beide Teams waren gezwungen aufzugeben, nachdem sie einsehen mussten, dass ihre Sucher zu schlecht waren.

Die Spieler

Die Spieler durchlebten ebenfalls einige Entwicklungen. Während der Hüter früher nicht nur als Torwart fungierte, sondern zugleich auch selbst Punkte erzielen konnte – insofern es der Spielverlauf zuließ – wird der moderne Hüter auf seine Funktion als Keeper reduziert. Nachdem im 17. Jahrhundert die „scoring areas“ hinzugefügt wurden, konnte er sich also nicht mehr frei auf dem gesamten Feld bewegen, er musste sich innerhalb der vorgegebenen Zone aufhalten. Der Hüter durfte in Ausnahmen nur dann besagte Zone verlassen, wenn sich ihm ein Jäger des anderen Teams gefährlich näherte und ein Verlassen der „scoring area“ unabdinglich schien, um einen gegnerischen Treffer zu verhindern.

Die Rolle der Treiber hat sich seit der Geburt des Quidditch kaum verändert. Ihre Aufgabe ist es, ihre Teamkollegen vor den Angriffen der Klatscher zu beschützen und diese mit ihren Schlägern in die Richtung der Gegner zu manövrieren. Diese Position wird in der Regel von Männern besetzt, da großes Kraftpotenzial von Nöten ist, um die Klatscher abzuwehren.

Von allen Spielern gibt es die Jäger am längsten. Denn in seinen Anfängen beschränkte sich Quiddtich lediglich auf das Torwerfen. Die einzige bedeutende Veränderung durchlebte das Spiel 1884, ein Jahr nachdem die Körbe durch Ringe ersetzt worden waren. Die neue Regel besagte, dass nur der Jäger, der den Quaffle bei sich hatte, in die gegnerische scoring area fliegen durfte. Die Regel sollte in erster Linie verhindern, dass zwei Jäger den Hüter angriffen, um den Weg für den dritten Jäger frei zu machen und somit ein Tor zu erzielen. So wurde Quidditch um ein weiteres faires Element bereichert. Auch diese Änderung war den Fans ein Dorn im Auge.

Der Sucher ist meist der leichteste und zugleich der schnellste Flieger. Da er in der Regel über den Ausgang eines Spiels entscheidet (nicht immer; man denke an die Begegnung zwischen Irland und Bulgarien während der Quidditch-Weltmeisterschaft, als Krum den Schnatz fing, die Iren aufgrund der starken Perfomance ihrer Jäger jedoch trotzdem den Sieg davon trugen), wird der Sucher überdurchschnittlich oft gefoult. Das hat zur Folge, dass er oftmals mit den schwersten Verletzungen vom Platz geht. Nicht umsonst lautet Brutus Scrimgeours oberste Regel, die er in seiner „Beaters‘ Bible“ aufführt: „Take out the Seeker“.
Regeln

Die folgenden Regeln legte die Abteilung für magische Spiele und Sportarten 1750 fest:

 

  1. Obwohl kein Höhenlimit angegeben ist, an das sich die Spieler zu halten haben, dürfen sie nicht über die Grenzlinien des Feldes hinaus fliegen. Sollte sich ein Spieler dem widersetzen, muss sein Team den Quaffle an den Gegner abgeben.
  2. Der Team-Captain darf dem Schiedsrichter eine Auszeit signalisieren. Nur während einer Auszeit ist es den Spielern erlaubt, mit ihren Füßen den Boden zu berühren. Eine Auszeit darf auf zwei Stunden ausgeweitet werden, wenn das Quidditch-Spiel schon länger als zwölf Stunden andauert. Wenn ein Team das zwei Stunden-Limit überschreitet und nicht rechtzeitig aufs Spielfeld zurückkehrt, wird die Mannschaft disqualifiziert.
  3. Der Schiedsrichter darf Strafwürfe vergeben. Der Jäger, der gegen den Hüter antritt, fliegt mit dem Quaffle vom Mittelpunkt zur scoring area. Alle anderen Spieler müssen zurückbleiben.
  4. Der Quaffle darf dem Griff des Gegners entwendet werden, aber unter keinen Umständen darf ein Spieler ein Körperteil des gegnerischen Spielers ergreifen und festhalten.
  5. Sollte ein Spieler verletzt werden, darf dieser durch keinen anderen Spieler ersetzt werden. Die Mannschaft muss unterbesetzt fortfahren.
  6. Es ist erlaubt, Zauberstäbe mit auf das Spielfeld zu nehmen, sie dürfen jedoch unter keinen Umständen gegen einen anderen Spieler, die Flugbesen, den Schiedsrichter, die Spielbälle oder gegen die Zuschauer eingesetzt werden.
  7. Ein Quidditch-Match ist beendet, sobald der Goldene Schnatz gefangen wurde oder beide Kapitäne übereinstimmend das Spiel beenden.

Fouls

Regeln sind natürlich dazu da, um sie zu brechen. Die Abteilung für magische Spiele und Sportarten hat momentan 700 Arten des Fouls gelistet. Sie alle wurden im Finale des ersten World Cups im Jahre 1473 begangen. Die vollständige Liste wurde allerdings nie veröffentlicht. Die Hexen und Zauberer sollten durch sie nicht auf falsche Ideen gebracht werden. Die zehn gebräuchlichsten Fouls sind im Folgenden diese:

 

  1. Blagging: Das Besenende eines Gegners ergreifen, um ihn zu verlangsamen oder zu behindern.
  2. Blatching: Absichtlich mit jemandem kollidieren.
  3. Blurting: Einem Besen absichtlich den Weg versperren, um ihn von seinem Kurs abzubringen.
  4. Bumphing (betrifft nur die Treiber): Die Klatscher in die Menge der Zuschauer schlagen; führt notwendigerweise eine Spielunterbrechung herbei, da die Offiziellen zu den Zuschauern eilen, um sie zu beschützen.
  5. Cobbing: exzessiver Ellbogen-Einsatz gegen einen gegnerischen Spieler
  6. Flacking (betrifft nur den Hüter): Irgendein Körperteil durch einen der Ringe stecken, um den Quaffle aus dem Ring zu schlagen.
  7. Haversacking (betrifft nur die Jäger): Die Hand immer noch am Quaffle haben, während er durch den Ring fliegt. (Der Quaffle muss geworfen werden.)
  8. Quafflepocking (betrifft nur die Jäger): Den Quaffle verfälschen, ihn z.B. so zu bearbeiten, dass er schneller fällt oder nur im Zick Zack fliegt.
  9. Snitchnip (betrifft alle Spieler, außer den Sucher): Ein Spieler, der kein Sucher ist, berührt oder fängt den Goldenen Schnatz.
  10. Stooging (betrifft nur die Jäger): Mehr als ein Jäger durchfliegt die scoring area.

Das war Teil 2 meiner Quidditch-Reihe. Für den dritten und letzten Teil, in dem es unter anderem um Quidditch-Teams, die weltweite Verbreitung des Sports und um Rennbesen geht, müsst ihr euch noch einmal ein paar Tage gedulden.

(Quelle: “Quidditch through the Ages” von Kennilworthy Whisp alias J.K. Rowling)

Harry Potter book release

Interview mit einem Buchhändler über den Harry Potter-Hype

Vergangenen Freitag habe ich der Schwabinger Traditionsbuchhandlung “Lehmkuhl” an der Leopoldstraße einen Besuch abgestattet und mit dem Geschäftsführer Michael Lemling gequatscht. Ich wollte von ihm wissen, wie er den Harry Potter-Hype erlebt hat.

 

1997 ist der erste Harry Potter-Teil in Großbritannien erschienen, mit einer Startauflage von nur 500 Exemplaren. Kurze Zeit später sind die Verkaufszahlen weltweit in die Höhe geschossen. Wie haben Sie als Buchhändler diese Jahre erlebt?

Das fing ja mit dem ersten Band auch bescheiden an, bevor das dann auch so eine riesen Welle wurde. Vorher war es ein ganz normales Kinder- und Jugendbuch. Eine meiner Kolleginnen hat es damals gelesen und fand es toll. Aber so eine Welle, die dann kommt, die hat keiner geahnt und vorhergesehen. Das ist natürlich für einen Buchhändler ein Glücksmoment, wenn ein Buch so dermaßen im Gespräch ist und man es eben auch so dermaßen gut verkaufen kann. Das ist ökonomisch eine tolle Geschichte für uns gewesen. Sehr schön war dann auch, dass mit dieser Harry Potter-Welle dann auch andere Bücher, ob von Cornelia Funke oder anderen Autoren, diese Bis(s)-Geschichten da solche Wellen losgetreten haben. Das war ökonomisch natürlich sehr interessant für uns gewesen. Das hat die Kinder zum Lesen verführt, irre viele Erwachsene haben das ja auch gelesen und das ist immer gut. Wobei wir natürlich bei Harry Potter sagen müssen, da liest man halt eben auch ein gutes Jugendbuch (…) Da standen wir als Buchhändler auch einfach dahinter und das war eine schöne Geschichte.

 

Es gab ja dann vor allem in den USA und in Großbritannien diese Mitternachts-Partys, sobald ein neues Buch raus gekommen ist. Die Kinder haben sich verkleidet und standen Schlange. Gab es das bei Ihnen auch?

Ja, das haben wir dann hier natürlich auch gemacht. Dann fing dann abends um acht die Party an und die Buchhandlung war voll mit Kindern und ihren Eltern und wir haben dann bis zwölf Uhr Programm gemacht mit einem Zauberer, mit einem Vorleser, der die Kinder unterhalten hat und ab zwölf durften wir es dann verkaufen. Und wir hatten auch schon in den Monaten vorher ganz viele Vorbestellungen eingesammelt, damit – weil das ja dann auch so ein Hype war – jeder um zwölf Uhr sein Exemplar bekommt. Wir haben neben der Party auch am nächsten Morgen, ich glaube in der Früh um sechs schon aufgemacht mit einem Stand vor der Buchhandlung und da sind dann auch schon die Ersten gekommen, die das schon abgeholt haben vor dem Frühstück und es dann sofort gelesen haben.

 

Was glauben Sie denn, warum Harry Potter weltweit so gut angekommen ist? J.K. Rowling hat mittlerweile über 500 Millionen Exemplare verkauft, ihre Bücher wurden in 67 bzw. 69 Sprachen übersetzt, sie ist die erste Autorin, die mit ihrem Schreiben zur Milliardärin wurde. Woran lag das? 

Offen gestanden, ich weiß es bis heute nicht so wirklich. Da kommen glaub ich mehrere Faktoren zusammen. Auf der einen Seite hat sie sich eine spannende, eine packende Geschichte ausgedacht. Da ist sie nicht die Erste. Da können wir Ihnen noch 100 Kinder- und Jugendbücher aufzählen, die genauso spannend, packend sind. Aber bei ihr kommt vielleicht noch dazu, dass die Geschichte um sie herum – die Mutter, die mittellos ist, ihren Kindern Geschichten erzählt und damit dann eben zur Millionärin und Milliardärin wird -dazu. Also da passt so die „Homestory“ vielleicht noch dazu. Und am Ende ist es dann natürlich auch so eine mediale Inszenierung, die das auch noch weiter hoch pusht. Jeder berichtet dann darüber und am Ende beklatscht vielleicht das Publikum sich selbst auch und findet es gut, dabei zu sein. Und diesen Sog, den haben sicher die Medien dann auch mit entwickelt, was vielleicht in früheren Zeiten so nicht möglich gewesen wäre.

 

Letztes Jahr ist ein neues Buch von J.K. Rowling erschienen, „Ein plötzlicher Todesfall“. Wie reagiert man als Geschäftsführer einer Buchhandlung, wenn man hört, J.K. Rowling hat ein neues Buch raus gebracht?

Naja, wenn es ein Harry Potter ist, dann natürlich elektrisiert und die Bestellmengen sind entsprechend hoch. Bei dem „Plötzlichen Todesfall“ waren wir skeptisch, ob sie das auch kann und wir haben es, zugegebenermaßen, vorsichtiger eingekauft. Und dann musste sie sich natürlich auch der Literaturkritik stellen, die durchwachsen war. Was nicht funktioniert hat, war der Gedanke: Jetzt kommen alle, die mit Harry Potter groß geworden sind, erwachsen wurden, vorbei und wollen jetzt auch diesen Kriminalroman von ihr lesen. Diesen Switch, den gibt es so nicht. Natürlich gab es dann Rowling-Leser, die auch das lesen oder das ganze neue von ihr auf Englisch lesen, aber den Hype hat es nicht ausgelöst. Wir haben letztlich auch mit unserer Prognose richtig gelegen. Wir haben die Exemplare, die wir eingekauft haben, dann auch verkauft.

 

Sie hatten es gerade angedeutet. Jetzt ist wieder ein neues Buch von Rowling raus gekommen, das bereits im April veröffentlicht wurde, allerdings unter einem Pseudonym. Erst vor drei bis vier Wochen ist heraus gekommen, dass J.K. Rowling dahinter steckt. Der Münchner Buchverlag „Blanvalet“ hat sich jetzt die Rechte daran gesichert. Was wird das für Nachwirkungen haben? 

Blanvalet, die zur Random House-Gruppe gehören, denen kann man natürlich gratulieren, dass sie das eingekauft haben. Sie haben jetzt natürlich auch eine Aufgabe zu stemmen, weil mit dem Bekanntwerden des Pseudonyms ist der Verkauf natürlich auch in die Höhe geschossen. Ich glaube, das wird letztlich eine Sache wie der „Plötzliche Todesfall“ werden.

 

Werden wir „The Cuckoo‘s Calling“ dann auch in ein paar Monaten bei Ihnen im Lehmkuhl finden?

Ja, sicherlich. Wird sicherlich auch ein starker Titel werden, aber jenseits des Hypes. Muss ja auch nicht immer sein! Also ich glaube der Rowling auf der einen Seite, dass sie nicht immer diese ganz große Maschinerie haben möchte, wenn sie einen neuen Roman geschrieben hat und das auch einmal ruhiger angehen lassen kann. Was ich ihr jetzt nicht glaube, ist die Empörung darauf. Also ich glaube, das ist auch ein Spiel mit den Medien, die das Buch dann letztlich in die Charts gebracht haben. Das ist Teil der ganzen Maschinerie.

(Anmerkung der Redaktion: Ein Mitarbeiter der Anwaltskanzlei Russells, die an dem Buch beteiligt war, hatte Rowlings Geheimnis einer Freundin seiner Ehefrau erzählt. Diese leitete die Geschichte dann via Twitter an die „Sunday Times“ weiter. J.K. Rowling schien darüber alles andere als erfreut gewesen zu sein. Offenbar wollte sie ihr Geheimnis noch eine Weile länger bewahrt haben.)

Quidditch

Faszination Quidditch – Teil 1

Als Kind habe ich immer davon geträumt, zusammen mit Peter Pan nach Nimmerland zu fliegen. Man nehme eine Prise Feenstaub und einen glücklichen Gedanken und schon ging es durch das Fenster hinaus in die dunkle Nacht, vorbei am zweiten Stern rechts und immer geradeaus bis zur Morgendämmerung. Das mit dem glücklichen Gedanken war kein sonderlich schweres Hindernis. Als Sechsjährige erlebte man schließlich jeden Tag irgendetwas tolles. Doch die Sache mit dem Feenstaub stellte sich im Nachhinein dann doch als etwas kniffliger heraus, als zuvor angenommen. Wie ihr euch vorstellen könnt, hat es dann leider nicht für mehr gereicht als die 1,5 Sekunden, die man in der Luft verbrachte, nachdem man auf dem Spielplatz von der Schaukel in den Sand gesprungen war. Schade eigentlich.

Obwohl es mit der Fliegerei nie so ganz klappen sollte, habe ich meinen Traum natürlich auf keinen Fall aufgegeben. Was für ein Kind wäre ich gewesen, wenn ich nicht weiterhin am Unmöglichen festgehalten hätte?!

Im Jahr 2001 passierte dann etwas, das mein Leben für immer verändern sollte (okay, vielleicht etwas übertrieben, aber es klingt so schön dramatisch). „Harry Potter und der Stein der Weisen“ kam in die Kinos. Was für andere nur ein guter Film war, war für mich der Beginn meiner Pottermania (= zwanghafter Fanatismus; das Bedürfnis, alles zu besitzen, auf dem der Schriftzug Harry Potter abgedruckt war; die Filme so oft anzugucken, bis man sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch mitsprechen konnte; Filmrepliken zu sammeln und in einer Vitrine im Kinderzimmer auszustellen; sämtliche Schulreferate über Harry Potter, J.K. Rowling oder Emma Watson zu halten und so weiter). Es gibt unzählige Dinge, die mich auch heute noch an Harry Potter faszinieren. Als siebenjähriges Mädchen war es aber vor allem eine magische Sportart, für die ich mich besonders begeistern konnte: Quiddtich. Zwei Teams, 14 Spieler auf 14 Besen, sechs Ringe in 20 Meter Höhe und vier Bälle. Je ein Hüter, zwei Treiber, drei Jäger und ein Sucher. Großartig! Als sportbegeistertes Kind war ich davon besonders angetan. Bälle plus Fliegen; eine fantastische Kombination.

Millionen Menschen haben die Bücher gelesen – in Deutschland übrigens im Durchschnitt jeder Vierte – und Millionen Menschen haben die Filme gesehen (in der Liste der erfolgreichsten Filme aller Zeiten belegt Harry Potter in den Top Ten noch vor „Der Herr der Ringe“ die oberen Plätze). Quidditch dürfte also dem Großteil der Bevölkerung ein Begriff sein. Die meisten unter ihnen sind sogar mit seinem Spielablauf vertraut. Doch über die Entstehung und Hintergründe sind nur die wenigsten aufgeklärt. Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschlossen, an dieser Stelle einen Einblick in die Entstehungsgeschichte der beliebten Zauberer-Sportart zu geben. J.K. Rowling hat dazu 2001 unter dem Pseudonym Kennilworthy Whisp ein etwa 60-seitiges Buch herausgebracht: „Quidditch through the ages“, auf dem meine Darstellung basiert.

 

Fliegende Besen

Bereits vor hunderten von Jahren suchten Hexen und Zauberer nach einer bequemen Lösung, um zu fliegen. Denn keine der bisherigen Möglichkeiten schien zufriedenstellend zu sein. Natürlich konnte man sich selbst beispielsweise in eine Fledermaus verwandeln; das bedeutete zugleich aber auch, dass man sein menschliches Gedächtnis verlor und somit auch den Grund, weshalb man überhaupt fliegen wollte. Es gabt durchaus auch Animagi, die sich in Tiere mit Flügeln verwandeln konnten, diese waren jedoch sehr selten. Levitation war ebenfalls unpraktisch. Eine neue Lösung musste her.
Warum entschied man sich letztendlich für Besen? Man hätte ja an seiner Stelle auch eine bequemere Variante wählen können, z.B. einen Sessel. Besen hatten in erster Linie den Vorteil, dass man sie vor Muggeln gut verstecken konnte. Darüber hinaus waren sie relativ leicht zu transportieren und kostengünstig zu erwerben. Den ersten Hinweis auf die Nutzung fliegender Besen durch europäische Hexen und Zauberer ist in Aufzeichnungen des Jahres 962 n. Chr. zu finden. So ausgetüftelt wie die modernen Flugbesen waren diese aber noch lange nicht, denn sie konnten weder mehrere Geschwindigkeitsstufen erreichen, noch wurden sie optisch an die Aerodynamik angepasst. Zudem stellten die Zaubererfamilien ihre Besen selbst her, es gab zu dieser Zeit also noch keinen fachkundigen Flugbesen-Produzenten. Ähnlich wie heute dienten Besen bereits damals vorrangig dem Vergnügen und weniger als Transportmittel.


Die ersten Spiele auf Besen

Etwa zur selben Zeit, als der Flugbesen erfolgreich in die Zauberer-Gesellschaft integriert worden waren, wurden Spiele auf Besen erfunden. Alte Aufzeichnungen und Gemälde geben uns Aufschluss darüber, was es mit den verschiedenen Besen-Sportarten auf sich hatte. Viele von ihnen existieren heute nicht mehr, andere haben über die Jahrhunderte hinweg überlebt.

Das jährliche schwedische Besenrennen fand seinen Ursprung im zehnten Jahrhundert. Ziel ist es, von Kopparberg nach Arjeplog (über 300 Meilen) durch ein Drachenreservat zu fliegen, um sich am Ende die silberne Trophäe in Form eines schwedischen Kurzschnäutzlers zu sichern. Auch heute noch wird das traditionelle Rennen als internationales Event zelebriert. Hexen und Zauberer aus allen Ländern strömen jedes Jahr nach Schweden, um die Wettkämpfer anzufeuern.

Auch die Deutschen entwickelten ein Spiel, das zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert sehr populär war. Es trug den Namen „Stichstock“. Es konnten beliebig viele Hexen und Zauberer daran teilnehmen. Ihr Ziel war es, mit den Enden ihrer angespitzten Besenstiele eine Drachen-Blase zu durchstechen, die an einem sechs-Meter hohen Pfahl befestigt war. Der Blasenwart, welcher mit einem Seil an besagtem Pfahl festgebunden war, sollte die Blase vor den Angreifern beschützen. Dazu durfte er auch seinen Zauberstab einsetzen. Das Ende des Spiels war erreicht, wenn ein Teilnehmer die Drachen-Blase zerstochen hatte, der Blasenwart alle Gegner mit Hilfe von Zauberei besiegt hatte oder der Blasenwart vor Erschöpfung zusammenbrach.

In Irland fand ein Besensport namens „Aingingein“ großen Anklang. Die Wettkämpfer mussten nacheinander durch eine Reihe brennender Fässer fliegen und die Gallenblase einer Ziege, welche als Spielball fungierte, durch das letzte Fass hindurch werfen. Derjenige, der es als Erster schaffte, den Ball ins Ziel zu werfen, ohne unterwegs Feuer zu fangen, gewann das Spiel.

Das wohl gefährlichste Besenspiel stammt aus Schottland und trägt den Namen „Creaothceann“. Bis ins 18. Jahrhundert war es weit verbreitet, bis es dann 1762 vom Zaubereiministerium endgültig verboten wurde. Teilnehmen durften nur Männer, weshalb das Spiel als eine Art Mutprobe angesehen wurde. Jeder Zauberer befestigte einen Kessel auf seinem Kopf. Nach dem Ertönen eines Hornsignals durften sich die Mitspieler vom Boden abstoßen. Gleichzeitig prasselten hunderte von vorher in der Luft schwebender Felsbrocken herunter. Die Zauberer mussten nun möglichst viele Felsbrocken in ihrem Kessel auffangen. Wer am Ende am meisten auffangen konnte, ging als Sieger hervor.

Ziel von „Shuntbumps“, welches im englischen Devon konzipiert wurde, war es, so viele Gegner wie möglich von ihren Besen herunter zu befördern. Der Spieler, der als Letzter auf seinem Besen sitzen blieb, gewann.

„Swivenhodge“ stammt aus Herefordshire und ähnlich wie bei „Stichstock“ wird eine Blase (meistens die eines Schweins) eingesetzt. Dabei sitzen die Spieler rücklings auf ihren Besen und versuchen, die Blase mit dem Borstenende ihrer Besen hin- und her zu schlagen. Sobald ein Spieler die Blase verpasst, bekommt der Gegner einen Punkt. Das Team, das als erstes 50 Punkte sammelt, gewinnt. Heutzutage ist „Swivenhodge“ vorwiegend als Kinderspiel bekannt.


Das Spiel aus Queerditch Marsh

Unser Wissen über die Anfänge von Quidditch haben wir einer Hexe namens Gertie Keddle zu verdanken, die im elften Jahrhundert am Dorfrand von Queerditch Marsh wohnte. In ihrem Tagebuch, das mittlerweile im „Museum of Quidditch“ in London ausgestellt ist, erzählt sie von Idioten, die auf ihren Flugbesen ein albernes Spiel spielten, welches einen Lederball sowie zwei umher fliegende Felsen, die versuchten, die Spieler von ihren Besen zu befördern, involvierte. Gertie Keddles Beschreibungen zufolge, musste es sich hierbei um einen Quidditch-Prototypen handeln.
Erst hundert Jahre später wurden weitere Aufzeichnungen gefunden, die Aufschluss über die Verbreitung von Quidditch gaben. Der Zauberer Goodwin Kneen schrieb seinem norwegischen Cousin Olaf einen Brief, in dem er von einem „Kwidditch“-Spiel berichtete, an dem er am vergangenen Samstag teilgenommen hatte. Die Tatsache, dass Kneen in Yorkshire wohnte, beweist, dass sich diese Sportart innerhalb eines Jahrhunderts in ganz Großbritannien verbreitet hatte. Bereits damals gab es für die Spieler verschiedene Bezeichnungen, auch wenn diese sich im Laufe der Zeit noch einmal wandelten (z.B. „Catcher“ anstatt „Chaser“ als Bezeichnung des Jägers).

Doch ein wichtiger Spielball – wenn nicht sogar der wichtigste – fehlte zu diesem Zeitpunkt noch: Der Goldene Schnatz. Er tauchte erst Mitte des 13. Jahrhunderts auf.


Der Goldene Schnatz

Während es im ursprünglichen Quidditch ausschließlich darum ging, so viele Tore wie möglich zu erzielen und gleichzeitig den Klatscherattacken zu entkommen, wurde ein Quidditch-Spiel durch die Integration des Schnatzes nun zeitlich begrenzt. Außerdem brachte er für die Punktewertung entscheidende Veränderungen, was dem Ganzen noch einmal mehr Spannung verlieh. Seinen Ursprung nahm der Schnatz aus einem anderen Zauberer-Sport, der Schnatzer-Jagd. Bei Schnatzern handelte es sich um Vögel, die als Vorbild des heutigen Schnatzes gelten. Sie sind relativ klein, sehr schnell und lassen sich nur schwer fangen. Wer dazu in der Lage war, einen dieser flinken Vögel zu fangen, wurde oftmals mit einem hohen Preisgeld belohnt.

Die Jagd auf den Goldenen Schnatz im Quidditch haben wir Berberus Bragge, seinerzeit Oberhaupt des Magischen Rates, zu verdanken. 1269 ließ er zu Beginn eines Quidditch-Matches einen Schnatzer frei und setzte eine Prämie von 150 Galleonen für dessen Fang aus. Von diesem Zeitpunkt an wurde am Anfang jedes Spiels ein Vogel freigelassen. Das Team, dem es gelang, ihn zu fangen, bekam – in Gedenken an Berberus Bragge – 150 zusätzliche Punkte. Da die Schnatzer von den Suchern jedoch beim Fangen meist zerquetscht wurden, wurde die Vogelart im Laufe der Zeit beinahe ausgerottet, sodass der Schnatzer schließlich unter magischen Naturschutz gestellt wurde. Als Alternative entwickelte der Zauberer Bowman Wright aus Godric‘s Hollow eine perfekte Nachbildung des Vogels aus Metall. Diese wird seither bei allen Quidditchspielen verwendet. Die Entwicklung des Goldenen Schnatzes gilt nach wie vor als Meilenstein in der Entstehungsgeschichte des populären Besensports. Etwa 300 Jahre nachdem das Spiel in Queerditch Marsh entdeckt wurde, war Quidditch in der Zauberergesellschaft nun endlich fest etabliert.

 

Das war Teil 1 meiner Quidditch-Reihe. Wenn ihr euch noch für die weitere Entwicklung dieses Sports, seine Spielregeln und Teams sowie für Rennbesen interessiert, besucht meinen Blog in ein paar Tagen wieder!

(Quellen: “Quidditch through the Ages” von Kennilworthy Whisp alias J.K. Rowling und “harry-potter.wikia.com”)

Harry Potter Bücher

Eine magische Zugfahrt

Ihre Bücher verkauften sich weltweit über 500 Millionen Mal und wurden in über 70 Sprachen übersetzt, darunter auch ins Lateinische und Altgriechische. Sie ist die erste Autorin, die durch ihr Schreiben zur Milliardärin wurde. Ihre siebenteilige Buchreihe gilt als die erfolgreichste aller Zeiten. Die Rede ist natürlich von Joanne K. Rowling, der Schöpferin eines jungen Zauberers namens Harry Potter.

 

Quelle: loretahur via flickr, 1. Juli 2013

Quelle: loretahur via flickr, 1. Juli 2013

Alles begann im Jahre 1990 auf einer Zugfahrt von Manchester nach London. Irgendwo inmitten der verträumten, englischen Grafschaften kam J.K. Rowling auf die Idee, eine Geschichte über einen Jungen zu schreiben, der ein Internat für Hexen und Zauberer besuchte. Eigenen Aussagen zufolge wusste die Autorin bereits zu besagtem Zeitpunkt, dass Harrys Abenteuer am Ende sieben Bücher füllen würden.
Nach dem Tod ihrer Mutter, nur wenige Monate später, ging Rowling nach Portugal und arbeitete als Lehrerin. Dort lernte sie auch den portugiesischen Journalisten Jorge Arantes kennen, den sie kurze Zeit später heiratete. Obwohl im Juli des darauffolgenden Jahres ihre gemeinsame Tochter Jessica zur Welt kam, trennte sich das Paar Ende 1993.
Auf Joannes Rückkehr nach Großbritannien folgte eine schwere Zeit. Die später reichste Frau Englands war zunächst auf Sozialhilfe angewiesen. Die Arbeit an ihrem ersten Band „Harry Potter und der Stein der Weisen“ verlief schleppend. Nachdem Rowling 1995 das letzte Kapitel vollendet hatte, lehnten zahlreiche Verlage ihr Manuskript ab und verpassten damit wohl gleichzeitig das Geschäft ihres Lebens. Erst im Juni 1997 ging Band 1 beim britischen Verlag Bloomsbury mit einer Startauflage von 500 Exemplaren – die heute übrigens ein kleines Vermögen wert sind – in den Druck.
Überraschender Weise erwarb nur wenige Tage später der amerikanische Verlag Scholastic die Buchrechte zu einem Preis von 100.000 Dollar. Die Tatsache, dass für das Erstlingswerk einer unbekannten Autorin, die zu allem Überfluss auch noch Kinderbücher schrieb, eine so hohe Summe gezahlt worden war, erregte in der Presse großes Aufsehen. Der Medienrummel, der um J.K. Rowling betrieben wurde, schien der Autorin gerade recht zu sein. Die Verkaufszahlen des zweiten Bandes „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“, der bereits 1998 erschien, sprachen für sich.
Auch die zwei darauffolgenden Bände der Heptalogie (ja, es gibt tatsächlich einen Fachbegriff für eine siebenteilige Bücherreihe) waren überaus erfolgreich. Spätestens seit dem Verkauf der Vermarktungs- und Filmrechte an den Medienkonzern Time Warner und der Premiere des ersten Films war klar, dass Harry Potter mehr als nur der Protagonist eines Kinderbuches sein sollte. Der Junge, der überlebte wurde zum Symbol einer neuen Generation von jungen Lesern, die – ebenso wie ihre Eltern – fasziniert waren von der Welt, die J.K. Rowling geschaffen hatte. Eine Welt voller magischer Wesen, Gegenstände und Charaktere, die man sich nie hätte erträumen lassen. Und der Rest ist ja bekanntlich Geschichte. In dem Sinne: Missetat begangen.

 

Das war nur Teil 1, also quasi die Einleitung zu meiner Pottermania.

Stay tuned!