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Duke Basketball: Zelten als Liebesbekenntnis

Ich habe einen Artikel für M94.5 geschrieben, in dem ich erkläre, warum ich im Winter bei Minusgraden zelte. Go Duke!

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Wie kann man so verrückt sein, einen ganzen Monat für ein Basketball Spiel anzustehen? Unsere Redakteurin erklärt den Mythos Duke Basketball.

Ich schreibe euch heute aus einem Zelt. Ja, ihr habt richtig gelesen, aus einem Zelt. Seit fast vier Wochen campe ich bei Minusgraden an einem Ort, der nach dem bislang erfolgreichsten College-Basketball Coach aller Zeiten benannt ist: Mike Krzyzewski. Warum, möchtet ihr wissen? Nun, dazu muss ich euch noch ein bisschen mehr über mich und Krzyzewskiville erzählen.

Die ewigen Rivalen: Duke und Chapel Hill

Seit August 2014 absolviere ich ein Auslandsjahr an der Duke University in North Carolina, an der US-Amerikanischen Ostküste. Insbesondere das Basketballprogramm der Universität zählt zu den besten des Landes (hier eine Liste der 18 ehemaligen Duke Blue Devils, die in der aktuellen Saison für NBA-Teams auflaufen). Wie im Fußball, gibt es auch im College-Basketball Derbies, die alle anderen Partien in Sachen Dramatik überschatten. So existiert im amerikanischen Hochschulsport keine größere Rivalität als die zwischen der Duke University und der University of North Carolina, Chapel Hill, auf die schon einst Michael Jordan ging. Die alljährliche Begegnung der beiden Universitäten ist heuer auf den 18. Februar datiert und wie ihr euch vorstellen könnt, ist die Nachfrage nach Tickets gewaltig. Mit etwas über 9000 Plätzen verfügt Duke’s Cameron Indoor Stadium allerdings nicht über genügend Platz, um diese Nachfrage decken zu können. Das ist heute ein Problem und war bereits vor 30 Jahren eines.

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Die Anfänge des „Tenting“

Aus diesem Grund hat sich 1986 eine Gruppe von Studenten etwas ganz Besonderes ausgedacht: Sie sind auf die Idee gekommen, sich nicht wie üblicherweise einige Stunden vor Tip-off vor der Basketball-Halle anzustellen, um Plätze für die Partie zu ergattern, sondern bereits zwei Tage vorher Zelte vor der Halle aufzustellen und dort zu übernachten. Ihre Ausdauer wurde mit einem 85-72 Sieg der Duke Blue Devils belohnt und seitdem ist „tenting“, also Zelten, in Krzyzewskiville eine Tradition. Eine Tradition, der ich mich dieses Jahr angeschlossen habe. Seit 1986 wurde das „tenting“ nach und nach immer stärker professionalisiert, sodass strikte Regeln gibt, an die sich die Studenten zu halten haben.

Schichtbetrieb in der Warteschlange

Krzyzewskiville, also der Ort an dem sich die meisten Sporteinrichtungen auf dem Campus befinden, beherbergt insgesamt 100 Zelte. Ein Zelt umfasst eine Gruppe von zwölf Leuten. Da alle „tenters“ Studenten sind, ist die große Herausforderung von logistischer Natur: Einen Zelt-Schichtplan zu erstellen, der sämtliche Stundenpläne und außerschulischen Aktivitäten aller „tent mates“ berücksichtigt. Denn bis auf einige wenige Ausnahmen, hat zu jeder Tages- und Nachtzeit mindestens eine Person im Zelt bzw. in K-ville zu sein.

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Die Übernachtungen

Auch wenn es in North Carolina nicht ganz so kalt ist wie in Deutschland und der Schnee nach wie vor auf sich warten lässt, so kann es hier nachts trotzdem ganz schön zapfig werden. Vier bis sechs Schichten Kleidung plus Schal, Mütze und Winterjacke sind keine Seltenheit. Mein Rekord liegt derzeit bei sechs Oberkörper-Schichten und vier Jogginghosen. Insbesondere als Frau fühlt man sich wahnsinnig sexy, wenn man abends mit Brille und ungeschminkt aus seinem Wohnheim im opulenten Schlabber-Look seinen Weg nach K-ville antritt. „Na hoffentlich begegne ich jetzt nicht einem meiner tinder-matches oder dem süßen Kerl aus meinem Journalismus-Kurs!“ Das sind die Gedanken, die einem da so durch den Kopf gehen.

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Zwischen Fluchen und Anfeuern

Aber dann gibt es auch die vielen schönen Momente, in denen man beispielsweise gemeinsam Filme wie „Space Jam“ im Freien guckt, Marshmallows grillt oder sich eine Pizza nach K-ville bestellt. Darüber hinaus lernt man neue Leute kennen und so ein gemeinsames Erlebnis schweißt zusammen. Wenn ich in der Früh um viertel nach zwei nach K-ville stakse, werde ich innerlich wieder fluchen. Aber könnte ich die Zeit zurückdrehen, ich würde es wieder tun. Denn für mich gibt es nichts Schöneres, als in meinem Duke-Trikot diese ehrwürdige Halle, die schon so manchen NBA-Profi hervorgebracht hat, zu betreten und mein Team anzufeuern. Und wenn ich dafür fünf Wochen in einem Zelt verbringen muss, so sei es.

 

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Wer gerne noch ein paar visuelle Eindrücke von Duke Basketball haben möchte, dem empfehle ich, sich folgendes Video anzugucken:

 

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Thanksgiving, Dirk Nowitzki, Procrastinating und ein Hauch Feminismus

Ich gebe endlich mal wieder ein Lebenszeichen von mir. Verzeiht bitte, dass ich mich so lange nicht mehr gemeldet habe. Die finals haben mir wirklich den Rest gegeben, sodass ich die drei Wochen Winterpause bitter nötig hatte. Hier passiert so viel und ich würde am liebsten alles mit euch teilen, aber leider komme ich einfach nicht immer hinterher. Trotzdem versuche ich natürlich, die wichtigsten Highlights nicht auszulassen.

Eines der Highlights, über das ich vor lauter final papers nicht mehr berichtet habe, war natürlich Thanksgiving – auch Turkey Day genannt ;-) – der zusammen mit dem 4th of July (Unabhängigkeitstag) wohl den bedeutendsten amerikanischen Feiertag darstellt, und auf den hier wochenlang hin gefiebert wird. An jedem vierten Donnerstag im November kommt die ganze Familie aus allen Teilen des Landes zusammen, im Mittelpunkt steht ein großes Abendessen, bei dem traditionell Turkey, also Truthahn, mit den verschiedensten Beilagen serviert wird. Thanksgiving ist – wie der Name schon verrät – ursprünglich dem Gedanken eines Erntedankfestes entsprungen, weshalb die Tischdekoration oftmals in den entsprechenden Farben gehalten ist, wie ihr dem Bild oben entnehmen könnt. Was einige von euch vielleicht nicht wissen: Thanksgiving ist das mit Abstand wichtigste Familienfest im ganzen Jahr und demzufolge überschattet der Truthahn auch die Weihnachtsgans.

Ich hatte euch ja schon erzählt, wie unglaublich nett die Amerikaner alle sind und dass ich hier wahnsinnig viele tolle neue Leute kennengelernt habe. Eine von ihnen ist Maggie, wir kennen uns aus meinem Leadership-Kurs. Sie hat mich, obwohl wir bis dahin nicht so sonderlich viel außerdem des Kurses miteinander zu tun hatten, über Thanksgiving zu sich, genauer gesagt zu ihrer Oma, nach Alexandria (bei Washington D.C.) eingeladen. Über die Einladung habe ich mich natürlich super gefreut, zumal ich, wie gesagt, auch gar nicht damit gerechnet hatte. An eben jenem vierten Donnerstag im November haben wir uns dann mittags in Maggies Auto gesetzt und sind gen Norden gefahren. Nach einer vier- bis fünfstündigen Autofahrt wurden wir dann von Maggies ganzer Familie im Haus ihrer Großmutter herzlich empfangen. Neben Maggies Oma, ihren Eltern und ihrem Bruder Alex, der an die University of Miami studiert, waren auch zwei Tanten, drei Onkel, drei Cousinen und drei Cousins anwesend, also volles Haus. Das Essen war sehr gut und wir hatten alle einen schönen Abend. Am nächsten Tag gab es – typisch amerikanisch – ein großes Lagerfeuer, wenn auch nur von kurzer Dauer. Es wurden alte Kissen und Bettbezüge verbrannt und das Zeug fängt eben recht schnell Feuer, vor allem wenn man vorher noch eine Flasche Spiritus drüber geschüttet hat.

 

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Nachmittags haben Maggies Dad Bruce, Maggie und ich uns dann auf den Weg nach Philadelphia gemacht. Maggie ist dort aufgewachsen und ihre Eltern wohnen immer noch da. Wir haben uns mit Freunden von ihr getroffen und hatten eine Menge Spaß zusammen. Am nächsten Tag haben Bruce und Maggie mir ein bisschen die Stadt gezeigt und abends hat dann mein persönliches Highlight auf mich gewartet. Und da Philly in keiner direkten Verbindung zu Harry Potter steht, kann es sich bei besagtem Erlebnis eigentlich nur um eines handeln! Na, kommt ihr drauf? ;-) Richtig, Sport!! Basketball, um genau zu sein. Mein allererstes NBA-Spiel, bei dem ich live dabei sein würde. Und als ich dann auch noch erfahren habe, dass die Sixers (Philadelphia 76ers) nicht gegen irgendeine Mannschaft antreten würden, sondern gegen die Mavs (Dallas Mavericks), war es vollkommen um mich geschehen. Denn wer spielt für die Mavs? Genau, Dirk Nowitzki, der sich erst kürzlich (Saison 2013/14) in die Top 10 der besten Scorer in der Geschichte der NBA geworfen hat. Mittlerweile rangiert er sogar auf Platz 7 und damit vor dem legendären Moses Malone (übrigens eine Sixers-Legende). Ihr könnt euch also vorstellen, wie sehr ich mich darauf gefreut hatte, Dirk spielen zu sehen. Am Ende wurde ich dann leider bitter enttäuscht. Denn die Sixers sind heuer so schlecht, dass der Star der Mavs geschont wurde und im Anzug in die Arena eingelaufen ist. Unglücklich für mich, aber sportlich gesehen nachvollziehbar. Schließlich hatte Philly in der laufenden Saison bis dato noch kein einziges Spiel gewonnen. Auch heute können die 76ers erst fünf Siege verbuchen, mussten bislang jedoch 28 Niederlagen wegstecken. Nur die Knicks sind momentan noch ärmer dran. Ein Gutes hatte dieser unglückliche Zufall dann aber doch: Dadurch dass die Mavericks nicht ihr Top-Aufgebot hatten auflaufen lassen, war das Spiel zumindest nicht einseitig und zeitweise sogar eine ziemlich enge Kiste, auch wenn sich die Sixers am Ende doch – mal wieder – geschlagen geben mussten. Trotzdem: Sau geil!!!! Und das alles habe ich meiner lieben Freundin Maggie zu verdanken. :-) Den Abend habe ich dann auch noch richtig ausklingen lassen und mir einen meiner absoluten Lieblingsfilme angeguckt, der zufällig im Fernsehen lief: “Space Jam” mit Michael Jordan und Bugs Bunny. Diesen Film habe ich als Kind rauf und runter geguckt. Und äußerst passend nach so einem gelungenen Basketball-Abend!

 

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Weil die Duke so unglaublich mega toll ist, haben wir auch regelmäßig coole Gäste hier. So beispielsweise RJ Mitte, besser bekannt als Walter Jr. aus der preisgekrönten Serie (u.a. 16 Emmys und zwei Golden Globes) “Breaking Bad”. Wie sein Serien-Charakter, leidet auch Roy unter einer zerebralen Bewegungsstörung.  Seine Krankheit und wie sich diese auf seinen Beruf auswirkt, war auch zentrales Thema seines Vortrags. Ich war wirklich beeindruckt, wie offen und ehrlich er uns gegenüber war. Gar keine Starallüren. Wahnsinnig cooler, sympathischer, lustiger und bodenständiger Typ! 

 

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Noch ein paar Worte zu den finals. Wie nicht anders zu erwarten, bestanden die letzten zwei Wochen des Semesters aus papers schreiben und (wenig) schlafen. Hinzu kam, dass ich mich von einigen meiner Freunde, die nur für ein Semester geblieben waren, verabschieden musste, was das ganze nicht gerade leichter gemacht hat. Insbesondere meine beiden Freundinnen Katherine und Yingjun aus Singapur werde ich sehr sehr vermissen, vor allem da Katherine direkt gegenüber von mir gewohnt hat und wir uns dementsprechend mehrmals täglich gesehen haben. Aber jetzt habe ich einen guten Grund, um bald mal nach Singapur zu fliegen, das hat auch was! :-)

Zurück zu den papers: Klar habe ich in der Zeit – so wie alle hier – viel rum geheult und oftmals auch unnötig viel procrastinated („procrastinating“, eines meiner absoluten Lieblingswörter), also die Arbeit aufgeschoben und statt Schreiben beispielsweise lustige YouTube-Videos angeguckt, immer wieder aufgestanden, um Snacks oder Tee zu kaufen oder sich von Leuten, denen man in der Bibliothek über den Weg läuft, in ein Gespräch verwickeln lassen. Die üblichen Tricks eben. Am liebsten mag ich es ja, bei Word alle zwei Minuten die Tastenkombination „command S“ zu drücken, also am laufenden Band meine papers zu speichern, auch wenn ich in der letzten halben Stunde nicht mehr als zwei Sätze abgetippt habe. So kann ich mir wenigstens selbst vorgaukeln, ich würde Fortschritte machen, auch wenn ich in Wahrheit keine mache. Fühlt sich trotzdem gut an! Zwischendrin habe ich mit meinen Freundinnen z.B. auch ein Lebkuchenhaus gebaut. Wunderschön, oder?

 

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Letztendlich habe ich mich doch am Riemen reißen müssen, schließlich wollte ich ja schon früher als geplant nach München zurückfliegen und hatte meinen Papa extra überredet, meinen Flug zum zweiten Mal umzubuchen. Naja, und wenn ich mir etwas vornehme, dann ziehe ich das ja in der Regel auch durch.

Wer sich dafür interessiert, was ich hier so lerne, kann sich gerne mal zwei meiner final papers durchlesen. Das erste, das ich im Rahmen meines „Leadership, Policy & Change“-Seminars geschrieben habe, trägt den Titel „How stereotypes affect the perception of female leaders and prevent women from acquiring leadership positions“. Es geht also darum, wie die Aufrechterhaltung von Stereotypen das Image von Frauen in Führungspositionen negativ beeinflusst, was in der Konsequenz dazu führt, dass Frauen aufgrund dieser bestehenden gesellschaftlichen Missstände davon abgehalten werden, Führungspositionen überhaupt erst anzustreben. Ein gefährlicher Todeskreis, dem es nicht leicht ist, zu entkommen. Ich selbst bin noch auf der Suche nach der richtigen Lösung, was mein eigenes Leben anbelangt. Das ist ein Thema, das mir persönlich wirklich sehr am Herzen liegt. Ich möchte hier jetzt keine Diskussion über Feminismus vom Zaun brechen (zumal das hier auch nicht der richtige Ort dafür ist), aber dieser Leadership-Kurs hat mir noch einmal deutlich vor Augen geführt, wie viel in diesem Zusammenhang auch heutzutage leider immer noch schiefläuft. Viele Menschen scheuen das Wort „Feminismus“, weil es viel zu oft mit „Männerhass“ synonym verwendet wird, was schlicht und ergreifend falsch ist. An dieser Stelle auch noch einmal ein Aufruf an alle, sich Emma Watsons UN-Rede anzugucken, insofern noch nicht geschehen! Wirklich toll! Also, wie gesagt, hiermit lade ich euch alle ganz herzlich ein, euch zumindest für fünf Minuten mit diesem Thema geistig auseinanderzusetzen:

 

How stereotypes affect the perception of female leaders and prevent women from acquiring leadership positions

 

Den zweiten Aufsatz habe ich für mein „Sports Media“-Seminar verfasst. Aufgabe war es, sich in die Rolle des Executive Directors der National Collegiate Athletic Association (kurz NCAA) zu versetzen, also dem Dachverband, der die ganzen College-Spiele und Championships organisiert. Die FIFA des amerikanischen College-Sports sozusagen. Und ähnlich wie bei der FIFA gibt’s auch bei der NCAA einige ziemlich unsinnige Regeln, die dringend überarbeitet werden müssten. Ich sollte also ein Positionspapier anfertigen, das für eine bestimmte Regeländerung argumentiert. Hier das Ergebnis:

 

Sports Media – Long term medical coverage

 

Ohne hier prahlen zu wollen.. Ok, vergesst das, ich muss ein bisschen prahlen! Denn ich habe in diesem Semester insgesamt echt gut abgeschnitten. Zwei A’s, ein A- und ein B+, macht einen GPA von 3.75, also etwa einen Notendurchschnitt von 1,25. Da ich am Anfang wirklich nicht wusste, womit ich hier akademisch zu rechnen hatte und auch etwas Angst hatte, nicht mitzukommen (anderes Land, andere Sprache, größerer Lernaufwand, beachtlich mehr Lektüre und mehr Abgaben), habe ich mich am Ende umso mehr gefreut, dass sich die ganze harte Arbeit und die Nachtschichten schließlich ausgezahlt haben.

Für einen meiner Journalisten-Kurse habe ich ewig an einem Projekt gearbeitet, über das ich euch (hoffentlich) bald mehr erzähle (das ist eigentlich einen Blogpost an sich wert). Ich verrate euch nur so viel: Ich habe eine Website gebaut und es hat mit Harry Potter zu tun. ;-)

Jetzt freue ich mich aber erst einmal auf das zweite Semester. Die nächsten Wochen werden für mich unglaublich anstrengend, aber auch seeeeehr interessant. Ich möchte an dieser Stelle noch nicht zu viel verraten. Macht euch auf was gefasst! :-)

Bis bald!

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Thaminas Halloween-Paradoxon

Tut mir leid, dass es so lange gedauert hat! Der vergangene Monat war ziemlich stressig und ereignisreich. Dafür bekommt ihr jetzt die wahrscheinlich traurigste Geschichte, die ihr jemals auf diesem Blog finden werdet, zu lesen.

Das ist mir jetzt fast schon ein bisschen peinlich, aber da hier so gut wie jeden Tag etwas aufregendes passiert, muss ich auf meine iPhoto-Mediathek als Gedächtnisstütze zurückgreifen. Glücklicherweise mache ich sooo viele Fotos, dass ich beinahe jeden einzelnen Tag mit Hilfe meiner Mediathek Revue passieren lassen kann. Allein im Oktober waren es 5.164, was zugegebenermaßen meinen trips nach Boston, New Haven und DC geschuldet war.

 

NC State Fair

Meinen Fotos nach zu urteilen war ich Ende Oktober auf der NC State Fair, einer Art Jahrmarkt. Da ich die diesjährige Wiesn verpasst habe, musste ich diesen herben Verlust mit irgendetwas kompensieren. Dementsprechend hatte ich mich wochenlang auf die State Fair gefreut. Um das ganze abzukürzen: Ich wurde ziemlich enttäuscht, was die Fahrgeschäfte anbelangt. Es war natürlich etwas naiv anzunehmen, dass ein Jahrmarkt in North Carolina es mit dem weltweit größten Volksfest aufnehmen könnte, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Abgesehen davon sind die Amis ja sonst so konsequent in allem. Letztlich gab es zwei Fahrgeschäfte, die ganz okay waren und für die ich bereit war, Geld zu zahlen. Wirklich schade, denn der „Power Tower“ sah von der Ferne so groß aus, entpuppte sich schließlich aber doch als Witz.

Was in München das Bier ist, ist hier wohl fried food. An jeder Ecke wird frittiertes Essen angepriesen. Und ich spreche in diesem Fall natürlich nicht von Pommes oder Schnitzel (Boah, freue ich mich auf mein Wiener Schnitzel, wenn ich über Weihnachten nach Hause komme!!!), nein, Amis frittieren einfach alles. Am besten hat mir die Kombination aus Twinkies, Twix und Bacon (ja, ihr habt richtig gelesen: BACON) gefallen. Wie man auf die Idee kommen kann, Schokolade und Bacon zu kombinieren, wird mir für immer ein Rätsel bleiben. Ein gutes hatte die State Fair dann aber doch, und zwar gigantische Kürbisse. Für diejenigen unter euch, die noch nicht allzu oft mit der amerikanischen Kultur konfrontiert wurden: Amerikaner nehmen wahnsinnig gerne an Wettbewerben teil. Wer bäckt den schönsten Kuchen? Wer kocht die beste Marmelade? Wessen Apfelbaum trägt die leckersten Äpfel? Wer züchtet den größten Kürbis? And the winner is: Danny Vester, der in diesem Jahr einen neuen North Carolina State Rekord aufgestellt hat. Sein Kürbis bringt stolze 1404,5 Pfund auf die Waage. Ziemlich krank, aber zugleich auch sehr beeindruckend. So beeindruckend, dass ich gleich einmal drei Samen des Prachtkürbisses erworben habe. Ich bin gespannt, ob die das bayerische Klima überstehen. Ach ja, und man konnte auf dem Jahrmarkt mit echten Gewehren schießen, wie das im Süden der Staaten eben so ist. Jedes Mal, als wir an dem Stand vorbei gekommen sind, habe ich einen großen Bogen um ihn gemacht, weil mir das dann doch etwas zu suspekt war.

 

 

Halloween

Da wir schon bei den Kürbissen angelangt waren, kann ich auch gleich zu Halloween vorspulen. Monate- nein jahrelang hatte ich mich auf Halloween in den USA gefreut (Okay, ich habe bereits zweimal Halloween in den Staaten verbracht, aber Disneyland und Universal Studios zählen in diesem Fall nicht). Ich bin immer noch nicht darüber hinweg, was für ein großer Reinfall der 31. Oktober letztendlich war.

Das Ganze hatte bereits morgens um 8.30 Uhr begonnen. Jedes Jahr am 31. Oktober veranstalten die Duke University Stores einen riesigen Halloween Sale, bei dem Studenten 31 Prozent Rabatt auf das gesamte Sortiment erhalten. Um auch ja nicht Gefahr zu laufen, dass bestimmte Produkte ausverkauft sein würden, hatten meine Freunde und ich beschlossen, bereits 15 Minuten vor Öffnung vor Ort zu sein. Stellt euch vor: Wir waren nicht die Einzigen mit dieser Idee. Um Punkt 8.30 Uhr stürmen also rund 60 Leute in diesen Laden. Und bevor ich überhaupt irgendetwas in die Finger bekam, war ich schon total gestresst. Ich hatte vorab nämlich eine Art Einkaufsliste erstellt. Doch anstelle von Gegenständigen befanden sich auf besagter Liste die Namen von Familienmitgliedern und Freunden, für die ich alles Weihnachtsgeschenke/Souvernirs besorgen wollte/sollte/musste. Der Haken an der ganzen Geschichte: Meine Liste umfasste mehr als 50 Namen. Wo fängt man an, wenn man für seine 50 Lieblingsmenschen plus für sich selbst Geschenke kaufen möchte, gleichzeitig von 60 fremden Leuten umgeben ist, die sich auf einer ähnlichen Mission befinden, man den Kampf um sämtliche T-Shirts in Medium antreten muss, dementsprechend unter Zeitdruck steht und darüber hinaus am Ende noch Geld auf seinem Konto haben möchte? Richtig, dafür gibt es keine Lösung! Ich bin also am Ende vollkommen ziellos durch den Laden geirrt, habe sämtliche Dinge, die mich ansatzweise angelacht haben, in einen meiner zwei Körbe geschmissen und das ging ungefähr 1 1/2 Stunden so. Noch nie hatte ich so wenig Spaß am Shoppen! Das einzig Positive an diesem Höllentrip war die Tatsache, dass ich am Ende fast 300 Dollar gespart hatte (jetzt könnt ihr grob überschlagen, wie viel Geld ich insgesamt ausgegeben habe und ja, ich bin verrückt). Den Rest des Tages habe ich dann im Bett verbracht, nachdem ich die Nacht zuvor bis 4 oder 5 Uhr morgens wach gewesen war.

 

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Abends habe ich mich dann in mein Flapper Kostüm geworfen, Haare und Makeup haben mich gute zwei Stunden gekostet, bis es dann gegen 19 Uhr mit meinen Freunden zur University of North Carolina nach Chapel Hill ging, wo sich jedes Jahr tausende Leute treffen, um die Franklin Street auf- und abzulaufen und die Kostüme der anderen zu begutachten. Die Leute sind teilweise wirklich kreativ, wie ihr den Bildern entnehmen könnt. Aber meine Freundin Katherine hatte mit Abstand das coolste Kostüm! Könnt ihr erraten als was sie gegangen ist?

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Cereal Killer! Sau genial, oder?

 

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So weit, so gut. Gegen 23 Uhr hatten wir dann beschlossen, dass wir uns auf die Suche nach einem Taxi machen würden, da wir gehört hatten, dass es nahezu unmöglich sei, nach Mitternacht ein Taxi zu bekommen. Abgesehen davon wollte ich noch auf eine Party auf unserem Campus. Nachdem wir uns gegen ein uber aufgrund der Vervierfachung der Preise entschieden hatten, haben wir also ein normales Taxiunternehmen kontaktiert. Wir warten und warten und warten. Irgendwann ruft der Taxifahrer an und versichert uns, dass er in zwei Minuten da sei. Zehn Minuten später: Er ist immer noch nicht da. Wir rufen ihn an und fragen, wo er denn abgeblieben sei. Er sei gleich da. Wir warten. Er kommt nicht. Wir rufen wieder an. Es stellt sich heraus, dass er uns nicht finden kann. Also gehen wir ihm entgegen. An dem Ort, den er uns am Telefon beschrieben hatte ist weit und breit kein Taxi zu sehen. Wir laufen weiter, in der Hoffnung unterwegs auf ein Taxi zu treffen. Irgendwann entschließen wir uns dazu, ein neues Taxi zu rufen. Tatsächlich beauftragen wir drei Taxiunternehmen, weil unsere Gruppe für ein normales Auto zu groß ist. Wir warten eine halbe Stunde, keine Spur von einem Taxi. Wir rufen sämtliche Taxiunternehmen an, keines verfügt mehr über Kapazitäten. Wir telefonieren mehrmals mit einem der drei Taxifahrer. Auch dieser versichert uns, er sei in fünf Minuten da. Und das geht eine halbe Stunde so, bis wir nur noch seine Mailbox erreichen. Endlich scheint eines der Taxis in der Nähe, um dann schließlich an uns vorbeizufahren. Am Telefon meint er, er würde umdrehen. Doch nach weiteren zwanzig Minuten wird klar: Auch dieser Kerl hat uns im Stich gelassen. Mittlerweile war es ungefähr 1 Uhr, wir waren also seit gut zwei Stunden auf der Suche nach einem Taxi. Und ich in meinem Flapper Dress und meinem dünnen Übergangsmantel habe so gefroren wie schon lange nicht mehr. Da hat auch der Sweater von meinem Freund Randy nicht mehr viel ausrichten können. Irgendwann mussten wir schließlich einsehen, dass es keinen Sinn mehr macht, auf ein Taxi zu warten und haben stattdessen nach einem Ort Ausschau gehalten, in dem wir auftauen konnten. Als wir in eines der Frat Häuser wollten, wurden wir von einem der Securities abgewimmelt, da wir keine Eintrittsbänder besaßen. Schließlich sind wir in einer leeren Parkgarage gelandet, weil es dort vergleichsweise warm und windstill war. Während sich die eine Hälfte in Richtung des nächsten Hotels gemacht hat, um von dort aus ein Taxi zu rufen, was offenbar einfacher ist, ist die andere Hälfte (inklusive mir, weil ich keine fünf Minuten länger in der Kälte ausharren konnte) in der Garage geblieben.

 

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Wie ich letztlich nach Hause gekommen bin, fragt ihr euch? Das habe ich der Welt besten Zimmergenossin Jesse zu verdanken. Gegen zwei Uhr morgens habe ich ihr verzweifelt eine SMS geschrieben, weil ich wusste, dass sie mit ihren Freunden ebenfalls in Chapel Hill unterwegs war. Nachdem sie ihre Freunde zurück zum Campus gebracht hatte, hat sie uns abgeholt. Zwei von uns mussten im Kofferraum untergebracht werden. Und so endete das schlimmste Halloween aller Zeiten mit einer heißen Dusche um 3 Uhr morgens. Sehr sehr traurig! Als ich am nächsten Tag zumindest eine meiner Freundinnen dazu überreden konnte, sich mit mir Horrorfilme anzugucken, wurde ich erneut enttäuscht. Zuerst mussten wir einen anderen Gemeinschaftsraum suchen, weil unser (riesiger) Fernseher bereits belegt war. Ich hatte mit einer coolen Horrorfilm-Nacht gerechnet, stattdessen haben wir uns nur einen (!!!) Film, Paranormal Activity 4, angeguckt. Zu allem Überfluss konnte ich noch nicht einmal das Licht ausschalten, um zumindest ansatzweise eine gruselige Atmosphäre zu kreieren, weil eine andere Freundin am Tisch neben uns lernen musste. Einfach furchtbar! Und einen Kürbis habe ich auch nicht schnitzen können. Nach diesem Wochenende habe ich mich wie ein kleines Kind gefühlt, dem sein Lieblingsspielzeug weggenommen worden ist. Nächstes Jahr schmeiße ich entweder wieder meine eigene berühmt berüchtigte Halloween-Party oder fliege nach Los Angeles/Orlando und verbringe den 31. Oktober in den Universal Studios und genieße die Halloween Horror Night bzw. Mickey’s Halloween Party in Disneyland. Und Papa darf zahlen!

Duke Countdown to Craziness 2014

Duke Basketball: Countdown to Craziness – Trailer

Kurzzusammenfassung: Vergangenen Samstag habe ich zusammen mit ein paar Freunden sieben Stunden in Krzyzewskiville (dem Teil des Campus’, in dem sich das Wilson Gym, das Cameron Indoor Stadium + Hall of Fame (Basketball), das Wallace Wade Stadium + Center (Football), eines der Schwimmbäder, das Tennis-Stadion sowie das Koskinen Stadium (Fußball) befinden, benannt nach Mike Krzyzewski alias Coach K, dem Headcoach der Basketballmannschaft) verbracht und gewartet, bis wir um sechs Uhr abends endlich ins Cameron Indoor Stadium durften, um dem “Countdown to Craziness” beizuwohnen. Für die meisten von euch klingt das wahrscheinlich verrückt, aber sieben Stunden ist gar nichts! In der Hochsaison zelten Studenten sogar bis zu einen Monat vor der Halle, um ein Spiel gegen den Erzrivalen UNC (University of North Carolina, etwa 15 Autominuten entfernt in Chapel Hill; die Alma Mater von Michael Jordan) oder Syracuse sehen zu können. Gott sei Dank muss ich das als Mitglied des Duke Athletics Social Media Street Teams nicht mitmachen, sondern darf einfach so zu allen Spielen. :D Sonst hätte ich das wahrscheinlich schon gemacht.

Zurück zum “Countdown to Craziness”. Hierbei handelt es sich um ein spezielles Event, das jährlich kurz vor Saisonstart stattfindet und bei dem das neue Basketballteam präsentiert wird. Im Anschluss werden die Spieler in zwei Teams (Blue & White) aufgeteilt und spielen ein Scrimmage gegeneinander. Weil meine Gruppe Nummer zwölf in der Warteschlange war, hatten wir das Glück, Plätze in der ersten Reihe zu ergattern.

Was soll ich sagen? Mir fehlen die Worte! Duke Basketball ist so unfassbar geil!! Guckt euch einfach den Trailer an, den ich aus meinem Videomaterial zusammen gebastelt habe, dann wisst ihr, was ich meine! :-)

Der eigentliche “Film” ist auch schon fertig, aber den hebe ich mir noch ein bisschen auf. ;-)

Let’s go Duke!

 

 

Und wer jetzt noch nicht genug hat (man kann nie genug von Duke Basketball haben), kann sich gerne auch noch das Court Video auf YoutTube angucken: https://www.youtube.com/watch?v=GzYPJNpKvTM

In der ersten Reihe habe ich leider nicht so viel davon sehen können, aber aus der Vogelperspektive ist das schon ziemlich nice! Da kann der FC Bayern mit seinem kleinen Feuerwerk im Audi Dome nicht mithalten.

 

Yale University

Fall Break Part II: Yale

Fast zwei Wochen sind vergangen seitdem ich mich in Boston verliebt habe, also in die Stadt wohlgemerkt. Ich habe die (wenn auch sehr kurze) Zeit dort wirklich sehr genossen und glaube, ich erkunde in Zukunft öfter Städte auf eigene Faust – bislang bin ich immer mit meiner Familie oder Freunden unterwegs gewesen – denn auf diese Art und Weise muss man wenigstens keine Kompromisse eingehen. Erkläre mal deinen Freundinnen, die vermutlich nicht einmal wissen, was ein Pitcher oder eine Base ist, dass du zwei von insgesamt 36 Stunden, die dir zur Verfügung stehen, in einem Baseballstadion verbringen möchtest und das nicht einmal, um dir ein Spiel anzugucken. Good luck with that! Im Gegenzug hätte ich vermutlich zwei Stunden in einer Art Gallery verbringen müssen, um auf überteuerte Farbkleckse und nicht identifizierbare Installationen von Künstlern mit Minderwertigkeitskomplexen starren zu dürfen. Yay! Wenn man alleine reist, besteht das einzige Konfliktpotential darin, den inneren Kampf mit sich selbst nicht gewinnen zu können und am Ende doch wieder zu viel Geld in Souvenir Shops zu lassen. Ernst zu nehmende Probleme!

Freitag Nachmittag (10. Oktober) ging es dann – nach dem enttäuschenden und zugleich erleichternden Ausflug nach Cambridge – mit dem Bus nach New Haven, um meinen Freund Andi an der Yale University zu besuchen. Was ich in kommenden 36 Stunden erleben sollte, wird so schnell nicht wieder aus meinem Gedächtnis verschwinden. Alleine, wenn ich daran denke, verdoppelt sich der Endorphin-Ausschuss in meinem Körper. Ich bin gerade so hibbelig, dass ich gar nicht weiß, wo ich beginnen soll. Um es auf den Punkt zu bringen: Yale ist der absolute Hammer! Der Campus ist nicht nur wunderschön, sondern zugleich auch wahnsinnig facettenreich, insbesondere was die Architektur-Stile der Gebäude anbelangt. Und wer dachte, Rory Gilmores Yale wäre schön, den muss ich eines Besseren belehren: Gilmore Girls wird dem echten Campus absolut nicht gerecht. In der Realität ist die Universität noch viel schöner. Ich gebe zu, als Harry Potter-Fan bin ich vielleicht etwas voreingenommen, weil jede zweite Dining Hall wie die Große Halle und jeder zweite Common Room wie der Gryffindor-Gemeinschaftsraum aussieht. Hier ein paar Fotos, damit ihr eine bessere Vorstellung bekommt, wovon ich spreche.

 

Yale University

 

Morse College - Copyright Thamina Stoll

 

Morse College - Copyright Thamina Stoll

 

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Berkeley College Dining Hall

 

Berkeley College Dining Hall

 

Berkeley College

 

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Morse College

 

Yale University Library

 

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Pierson College

 

Beinecke Library Yale

 

Auch die Residential Colleges erinnern eher 4-Sterne Resorts als an Studentenwohnheime. Nach dem Freshman Year ziehen die Studenten in eines von zwölf Gebäude-Komplexen, in dem sie in der Regel die verbleibenden drei Jahre verbringen. Jedes der Colleges zeichnet sich durch seinen eigenen, individuellen Stil aus und verfügt über ein eigenes Gym, eine eigene Bibliothek, diverse Common Rooms und je nach College eigene Kinos, Theatersäle, Musikzimmer, Aufnahmestudios oder was man als Student eben sonst so braucht ;-) Die Residential Colleges bilden sozusagen eine eigene Sub-Community innerhalb der Universität. Die Ressourcen in Yale sind unendlich.

Was mich jedoch noch viel mehr an diesem Ort fasziniert hat, waren die Leute. Andi hat mich natürlich all seinen Freunden vorgestellt und ich war überrascht, wie nett und herzlich dort alle sind. Wenn man an eine Universität kommt, an dem sich die intelligentesten Menschen dieses Planeten tummeln, erwartet man eine andere, etwas gedrungene Atmosphäre. Das Gegenteil war der Fall: Ich wurde in der Regel von allen herzlich begrüßt und habe mich sofort wohlgefühlt. Eine lustige Anekdote: Ein paar Stunden vor meiner Abreise haben wir ein Theaterstück besucht („The Importance of Being Earnest“ von Oscar Wilde). Nach der Vorstellung hatte sich ein Bulk an Studenten vor dem Theater versammelt und ich war auf der Suche nach Andi und André, die ich aus den Augen verloren hatte, weil ich mich mit einem Kerl, den ich zwei Minuten zuvor auf dem Weg aus dem Theatersaal kennengelernt hatte, unterhalten habe. Besagter Typ, dessen Name ich mittlerweile schon wieder vergessen habe, hat mich gefragt, ob ich zwei Zwillinge kenne, die an die Duke gehen und im Golf-Varsity-Team sind. Zufälligerweise kannte ich die beiden tatsächlich, zumindest vom Sehen, da sie als international students an derselben Orientation teilgenommen haben wie ich. Wie sich herausgestellt hat, sind die beiden in Irland, wo sie ursprünglich herkommen, echte Stars. Gut zu wissen! Weiter geht’s im Plan: Als ich Andi und André endlich entdeckt hatte, schnappte ich zufällig eine Unterhaltung auf. Einer ihrer Kommilitonen fragte die beiden, wo sie denn das Mädchen, mit dem sie die ganze Zeit abhängen (also ich), gelassen hätten und wer sie überhaupt sei. Daraufhin die Antwort eines anderen Mitstudenten, dem ich ein paar Studenten zuvor vorgestellt worden war: „Das ist doch das Mädchen, das an die Duke geht, mit der ich vorhin so eine “lovely conversation“ (so seine Worte) geführt habe. Das Lustige an der ganzen Sache: Ich stand die ganze Zeit hinter dem Kerl, der gefragt hat, wer ich sei und als sein Freund mich gesehen hat und meinte, besagtes Mädchen sei gerade anwesend, mussten wir alle in schallendes Gelächter ausbrechen. Sehr sympathisch, einfach menschlich und ein Beispiel, das noch einmal verdeutlicht, wie bodenständig und nett die Leute in Yale sind.

 

Yale Theater

 

Ein Moment ist in meinem Kopf noch besonders präsent. Andi und ich waren nach einem A cappella-Konzert (es war Parents’ Weekend, dementsprechend waren eine Menge Events geplant) auf dem Weg zum Abendessen. Während er schnell in einen kleinen Supermarkt, der sich im Keller seines dorms befindet, gehuscht ist, um Geld abzuheben, habe ich draußen vor der Tür gewartet. Ich stand also auf dem Bürgersteig rum, habe mir nichts groß gedacht, als plötzlich ein junger Afroamerikaner an mir vorbei läuft und ebenfalls im Geschäft verschwindet. Ein Gedanke macht sich in mir breit: „Irgendwie kommt mir dieses Gesicht bekannt vor. Den habe ich irgendwo schon einmal gesehen.“ Meine Synapsen arbeiten auf Hochtouren, bis mir die Antwort nach zehn schier endlos langen Sekunden wie Schuppen von den Augen fällt. Ich kenne diesen Jungen tatsächlich. Vor ziemlich genau einem halben Jahr habe ich auf Zeit Online folgenden Artikel gelesen.

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Völlig perplex stolpere ich in den Supermarkt, um mich zu vergewissern, dass ich richtig lag. Im Geschäft finde ich Andi, der in ein Gespräch mit ihm vertieft ist. Und mein Gefühl hat mich tatsächlich nicht getäuscht. Nachdem ich Andi einen fragenden Blick zugeworfen und er meinen Verdacht mit einem Nicken bestätigt hatte, wandte ich mich an Kwasi, so der Name des Wunderkinds: “I thought you looked familiar. I read a newspaper article on you 6 months ago.“ Ihm ist es etwas unangenehm, darauf angesprochen zu werden, was irgendwo verständlich ist. Nach unserem ersten Treffen sind wir uns noch ein paar Mal über den Weg gelaufen und am darauffolgenden Tag hat Kwasi mir auf Facebook die Freundschaft angeboten. Und ja, darauf bin ich stolz!

Am selben Abend habe ich noch André und Patrick kennengelernt, mit denen Andi und ich die meiste Zeit verbracht haben. Patrick kommt witzigerweise aus North Carolina und hat einige Freunde, die an die Duke gehen. Er selbst wurde an sieben von acht Ivy Leagues genommen und ist ein sehr cooler Typ. André ist ein sehr spezieller Fall. Er kommt aus Brasilien, genauer gesagt aus der Gegend des Amazonas, hat sich selbst Englisch beigebracht, hat die Schule mit 15 oder 16 abgeschlossen, hat vor Yale bereits zwei Jahre Jura studiert und ist Co-founder einer NGO, die es sich zum Ziel gemacht hat, weniger privilegierten Kindern eine Schulbildung zu ermöglichen. Ziemlich krass! Dafür habe ich ihn im Tischtennis abgezockt, 21-2, um genau zu sein, was mein Ego wieder ein bisschen gepusht hat. Ach ja, und ich habe eine echte Prinzessin, die aus Kenya stammt, kennengelernt.

Ein weiteres Highlights meines Yale-Besuchs: Immer noch Freitag Abend, ein paar Stunden nach meiner Ankunft in New Haven wurden Andi und ich dazu eingeladen, uns mit einigen anderen Studenten Aladdin anzugucken. Wir als Disney-Fans sagen da natürlich nicht nein. Als wir in einem der Klassenzimmer ankamen (ziemlich cool, dass man die Räume auch privat nutzen kann), hatte man sich dann doch für Mulan entschieden, was mir nur recht war. So saß ich also mit 15 fremden jungen Erwachsenen plus Andi, die in ihrem Leben alle vermutlich Großartiges leisten werden, in einem Klassenzimmer an einer der renommiertesten Bildungseinrichtungen weltweit und habe mit ihnen zusammen Disney-Songs geträllert. Das übertraf sämtliche Erwartungen bei Weitem und grenzte nicht nur an Surrealismus, sondern an Utopismus.

 

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Noch ein paar fun facts:

James Franco ist momentan ein Teaching Assistant in Yale, weil er seinen PhD dort macht und Freunde    von Andi sind seine Studenten.

Ich habe den Vorlesungssaal in der Law School betreten, in dem sich Hillary und Bill Clinton das erste Mal über den Weg gelaufen sind.

Die Universität besitzt natürlich ihre eigene Gutenberg Biebel.

Steven Spielberg und Denzel Washington haben letztes Jahr vorbei geschaut, weil ihre Kinder dort studieren.

 

Yale Gutenberg Bible

 

Das klingt jetzt alles so harmonisch und wahrscheinlich hatte ich einfach Glück, dass ich ausgerechnet an diesem Wochenende nach New Haven gekommen bin. Fakt ist, dass der Arbeitsaufwand in Yale enorm ist und es nicht selten vorkommt, dass man pro Nacht nur drei bis vier Stunden schläft, weil man mit Arbeit überhäuft wird. Nichtsdestotrotz hatte ich eine wahnsinnig tolle Zeit und erwäge nun ernsthaft, mich für den Master dort zu bewerben. Ich freue mich riesig, dass mein Freund Andi die einmalige Chance hat, diesen Ort für die kommenden vier Jahre sein Zuhause nennen zu dürfen und bin sehr stolz auf ihn, insbesondere da wir den Bewerbungsprozess zusammen durchlaufen haben und ich deshalb ganz genau weiß, wie viel Zeit und Nerven er da hinein investiert hat. Der Aufwand hat sich für uns beide definitiv gelohnt und das macht mich wahnsinnig glücklich.

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Fall Break Part I : Boston

Manchmal kann ich es gar nicht glauben, was für ein unendliches Glück ich habe, dieses Leben – mein Leben – führen zu dürfen. Sicherlich, ich habe hart dafür gearbeitet, um an diesen Punkt zu gelangen. Und ich scheue mich nicht davor zu sagen, dass ich es verdient habe. Denn ich habe es verdammt noch mal verdient. Nichtsdestotrotz wirkt alles nach wie vor so surreal. Was ich in den letzten Wochen und insbesondere in den vergangenen drei Tagen erlebt habe, hätte ich mir niemals erträumen lassen.

Wie ich bereits in meinem letzten Blogpost angekündigt hatte, habe ich meine kurze Fall Break dazu genutzt, um Duke für ein paar Tage den Rücken zuzukehren. So sehr ich die Uni und das College-Leben auch liebe, es war bitter nötig, der „Bubble“ zu entkommen, um ein bisschen frische Luft zu schnappen. Abgesehen davon will ich ja auch etwas vom Rest des Landes sehen, während ich hier bin. Also bin ich Mittwoch Abend ins Flugzeug gestiegen und nach Boston geflogen.

 

Go Red Sox!

Nachdem ich um kurz nach 11 in meinem Hostel angekommen war, bin ich gleich schlafen gegangen. Schließlich musste ich für den darauffolgenden Tag fit sein, um so viel wie möglich von der Stadt sehen zu können, da ich nur 40 Stunden in Boston eingeplant hatte. Donnerstag ging es also früh morgens gegen halb acht raus und das will schon was heißen, da ich in der Regel kein Morgenmensch bin und auch gerne mal bis um zwölf im Bett liege. Mit meiner Unterkunft hatte ich wirklich Glück, da das Hostel sehr zentral, nur drei Minuten vom Boston Common, einem kleinen Park im Herzen der Stadt, liegt. Mit der Tube ging’s dann mehr oder weniger direkt – ich bin zuerst in den falschen Zug gestiegen, was total bescheuert war, weil das Bostoner U-Bahnnetz wirklich äußerst übersichtlich ist – zu dem Ort, der auf meiner Checkliste ganz oben stand: Fenway Park, das legendäre und zugleich älteste Stadion in der Major League Baseball (MLB), home to the Boston Red Sox. Da ich leider nicht die Möglichkeit hatte, eines der Spiele zu besuchen, weil die Sox 2014 eine katastrophale Saison hingelegt und es nicht einmal in die Playoffs geschafft haben (man muss dazu sagen, dass sie bis vor kurzem noch den World Champion-Titel trugen), musste ich mit einer geführten Tour Vorlieb nehmen, was allerdings auch sehr interessant war. Auf diese Art und Weise konnte ich zumindest das gesamte Stadion erkunden und Fotos aus verschiedenen Perspektiven machen. Ich habe in meinem gesamten Leben noch nie so viele Selfies geschossen wie an diesem Tag (ich weiß, Selfie-taugliche Handys gibt es noch nicht so lange, aber ihr versteht, was ich meine). Außerdem bin ich nun stolze Besitzerin eines Red Sox-Caps, T-Shirts, Stickers, Ohrringen (ich laufe ab jetzt mit rot-weißen Socken an meinen Ohrläppchen herum) sowie eines Baseballs, auf dem die Autogramme der Spieler abgedruckt sind. Fenway Park ist wirklich ein ganz besonderer, gar heiliger Ort. Ein Muss für jeden Sport-Fan, der nach Boston kommt.

 

Listen my children and you shall hear
Of the midnight ride of Paul Revere

Von Curveballs zur American Revolution. Mein zweiter Stop auf meiner Boston-Tour (ich hätte beinahe ohne nachzudenken „Boston-Marathon“ geschrieben, aber das wäre wohl nicht angebracht gewesen) führte mich wieder zurück zum Boston Common, von wo aus meine nächste Führung startete. Der sogenannte „Freedom Trail“ zieht sich durch einen Großteil der Stadt und umfasst eine Vielzahl von Orten, die mit der amerikanischen Unabhängigkeit assoziiert werden, wie das Paul Revere-Haus, die Gräber von James Otis, John Hancock und Samuel Adams oder den Platz des Boston Massacre. Ein bisschen Geschichte musste schließlich ebenfalls abgedeckt werden, auch wenn ich das meiste schon wusste. Wenn’s sein muss höre ich mir gerne dreimal an, dass Hancock eine überdurchschnittlich große Unterschrift besaß, außerdem kann ich das Revere-Gedicht immer noch nicht auswendig. Shame on me! Aber nachdem ich jetzt sowohl seinem Haus als auch seinem Grab einen Besuch abgestattet habe, fühle ich mich schon viel besser. Vom Charles River ging’s dann zu Fuß durch North End in Richtung Boston Harbor, wo die Boston Tea Party Ships vor Anker liegen. Amerikanische Museen sind super! Erinnert manchmal ein bisschen an Disneyland. Die Besucher dürfen einem Town Meeting mit Samuel Adams beiwohnen und sich lauthals über den Tea Act von 1773 echauffieren. Jeder erhält eine Feder (komplette Mohawk-Kostüme wären wohl zu viel des Guten) und im Anschluss werden symbolisch vier Teekisten von Bord der Beaver bzw. Eleanor ins Hafenbecken geworfen. Gefolgt von holographischen schauspielerischen Einlagen und einer Kurz-Dokumentation über The Battle of Lexington and Concord.

Vom Hafen wieder zurück zum Charles River – an diesem Tag musste ich zumindest kein schlechtes Gewissen haben, was meinen Zuckerkonsum anbelangt und konnte somit die Tiramisu von Mike’s Pastry voll und ganz genießen – wo die nächste Tour auf mich gewartet hat. Mit einem sogenannten „Duck Boat“ haben wir erst einmal die Straßen Bostons unsicher gemacht. Der Tour-Guide war ein wahnsinnig cooler und witziger Typ. Falls er jemals zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt werden sollte, besteht seine erste Amtshandlung darin, ein Gesetz zu verabschieden, das dem amerikanischen Staatsoberhaupt erlaubt, das Weiße Haus als Adresse im Reisepass anzugeben. Das ist bis dato nämlich nicht möglich. Das Highlight der Stadtrundfahrt und was die Duck Tour zugleich von herkömmlichen Sightseeing-Touren unterscheidet, ist die Fahrt auf dem Charles River. Wie der Name „Duck Boat“ schon verrät, handelt es sich hierbei um kein gewöhnliches Gefährt. Es kann sowohl Straßen als auch Gewässer befahren. Ziemlich cool!

 

Million Dollar Lobster

Nach einer kurzen Verschnaufpause im Hostel habe ich den Rat eines Freundes befolgt und mich auf die Suche nach einem Restaurant gemacht, in dem echter Bostonian Lobster, also Hummer, serviert wird. Google hat mir die Suche vereinfacht, ich habe einfach das Restaurant mit den besten Rezensionen ausgesucht. Nach einem rund 20-minütigen Spaziergang entlang der schönen Boylston Street hatte ich mein Ziel endlich erreicht: The Capital Grille. Ein ziemlich schicker Laden. Die Speisekarte hatte es in sich, sodass ich gerne mit Papas Kreditkarte gezahlt hätte. Neben dem Hummer war nicht einmal eine Zahl vorzufinden, stattdessen hieß es „market price“. Interesting. Einen kurzen Rückschlag musste ich hinnehmen als ich bestellen wollte und mir die Bedienung mitteilte, dass der Hummer aus sei. Nachdem ich ihr erklärt hatte, dass ich nur wegen des Bostoner Lobsters hier sei, bot sie mir an, in der Küche nachzufragen, ob es eine alternative Lösung gibt. Wie sich herausstellte, waren noch zwei kleine Hummer übrig, die für den normalen Hauptgang allerdings zu klein gewesen wären. Das sollte mir nur recht sein. Langer Rede, kurzer Sinn: Hummer ist nicht nur extrem schwierig zu essen (ich habe eine spezielle Lobster-Gabel bekommen, mit der ich überhaupt nicht umzugehen wusste), er schmeckt auch nicht besonders berauschend, besser gesagt: Geschmack und Konsistenz erinnern an Gummi. Am Ende war ich um 78$ ärmer, dafür hatte ich ausgezeichneten Spargel und Kartoffelbrei sowie einen exzellenten Service.

Aber die Tatsache, dass ich gerade mehr Geld für mein Abendessen als für meine Unterkunft gezahlt hatte, konnte meiner inneren Ruhe und Zufriedenheit keinen Abbruch tun. Ganz im Gegenteil: Auf meinem Rückweg habe ich mich einfach großartig gefühlt, wie ich so durch die beinahe menschenleere Innenstadt gelaufen bin, Kopfhörer im Ohr, Musik voll aufgedreht und absolut sorgenfrei. Ich war alleine in einer fremden Stadt und habe mich noch nie so lebendig gefühlt! Das Leben kann so schön sein! Nach einem kurzen Abstecher in den Public Garden (meinem Lieblingsplatz nach Fenway) ging es kurz vor Mitternacht zurück ins Hostel, wo sich ein langer, ereignisreicher Tag dem Ende zuneigte. Ein Tag, den ich so schnell nicht vergessen werde..

 

Harvard, oh Harvard!

Was wäre ein Trip nach Boston ohne einen Besuch der renommierten Harvard University? Abgesehen davon musste ich mich ja selbst davon überzeugen, ob ich die richtige Entscheidung getroffen hatte, Harvard einen Korb zu erteilen. Mein Bus ging um halb drei, genug Zeit also, um noch rüber nach Cambridge zu fahren. Zugegeben, auf meinem Weg dorthin machte sich ein etwas mulmiges Gefühl in mir breit. Was, wenn ich es im Nachhinein doch bereuen würde, mich gegen Harvard entschieden zu haben? Bislang war Harvard ein Konstrukt in meinem Kopf, eine Vorstellung, der ich stets mit Ehrfurcht begegnet war. Ehrfurcht, die ich selbst nach meiner Zusage nie ganz überwunden hatte. Harvard ist nun einmal Harvard. Dem gibt es nicht viel hinzuzufügen. Nun wurde ich dazu gezwungen oder vielmehr zwang ich mich selbst dazu, mich mit der Realität auseinanderzusetzen.

Im Harvard Information Center angekommen wartete ich also gebannt auf den Beginn der Visitor Tour. Eine Stunde später empfand ich nichts als pure Erleichterung. Harvard, Synonym für Erfolg, Elitismus und eine schier unendliche Auswahl an Möglichkeiten, der Traum eines jeden High School Kids, ein absoluter Flop. Der Campus ist einfach hässlich! Ich bin fast etwas enttäuscht, dass die Universität nicht im entferntesten meinen Vorstellungen entsprochen hat. Natürlich ist es unfair, die Hochschule allein auf Basis der Optik zu verurteilen. Ich bezweifle nicht im geringsten, dass Harvard eine fantastische Universität ist, aber bei mir hat es einfach nicht klick gemacht. Bin ich froh, dass ich vor einem halben Jahr meinem Herzen gefolgt bin.

 

Im nächsten Blogpost erzähle ich euch mehr von meinem Abstecher nach New Haven, wo ich meinen Freund Andi an der Yale University besucht habe.

Stay tuned! :-)

Netflix, BuzzFeed, Daily Show und ach ja, Studieren!

Hallo München, hallo Deutschland (und hi Judy, ich hoffe, du verstehst auch diesmal alles mithilfe des Google Translaters ;-) )!

Zugegebenermaßen bin ich heute nicht wirklich in der richtigen Stimmung zum Schreiben, deswegen verzeiht mir bitte, wenn dieser Blogpost nicht ganz so ausführlich wird wie der vorletzte. Es ist 0:09 Uhr und ich würde gerade viel lieber Binge Watching auf Netflix betreiben (ja, ich habe endlich einen Account :D). Aber auf diese Art und Weise habe ich zumindest eine relativ passable Ausrede, um die George Washington-Biographie aufschieben zu können, die ich bis kommenden Montag lesen muss. Diesmal glücklicherweise nur 300 Seiten, die ich innerhalb einer Woche lesen muss. Der reinste Luxus im Vergleich zu letzter Woche mit 400 Seiten; nur für einen Kurs wohlgemerkt.

Ja, das Uni-Leben in den USA ist in der Tat anders als in Deutschland. Obwohl die Kurse inhaltlich nicht sehr anspruchsvoll sind – kaum Theorie oder abstraktes Denken – so ist der Arbeitsaufwand unter dem Semester nicht ohne. Für einen Kurs muss ich beispielsweise sieben Bücher lesen, sieben Essays und ein Final Paper verfassen sowie drei Tests schreiben. Als ich den Syllabus überflogen habe, musste ich erst einmal schlucken. Natürlich hätte ich den Kurs auch schmeißen können, aber erstens ist der Professor wahnsinnig nett und sympathisch – okay, das sind hier irgendwie alle Menschen, aber Prof. Schewel hat wirklich einen besonders guten Eindruck bei mir hinterlassen – und zweitens denke ich, dass ich eine Menge aus diesem Kurs für mich mitnehmen kann. Abgesehen davon stelle ich mich gerne der Herausforderung. Ist ja nicht so, als hätte ich es mir nicht schon oft genug selbst bewiesen.. ;-)

Hier musste ich leider abbrechen, weil mein Verlangen nach Netflix schließlich doch Überhand genommen hat. Sorry! Tatsächlich sind schon wieder zwei Wochen vergangen seit ich mit diesem Blogpost begonnen habe. Ich weiß, es klingt abgedroschen, aber die Zeit vergeht hier wie Flug. Sonntag Abend meckere ich noch, dass morgen schon wieder Montag ist und ehe ich mich versehe, ist es Mittwoch Abend und ich liege nach dem Volleyball-Training (ja, ich habe wieder angefangen und bin richtig schlecht, um es gelinde auszudrücken, aber das ist eine andere Geschichte) in meinem Bett und warte auf den Lieferservice, der mir mein Abendessen bringt. Dafür bekommt ihr jetzt doch noch einen relativ ausführlichen Beitrag.

 

Leadership, Policy and Change

 

Aber zurück zu meinen Kursen:

In „Leadership, Policy and Change“ geht es um die Frage, wie Personen in verschiedenen Positionen (“people in a position of authority“ vs. “people without authority“) politische Veränderungen herbeiführen können. Angefangen mit Harvey Milk und der Schwulen- und Lesbenbewegung in den 1970er Jahren über die amerikanischen „Patriots“ (Samuel Adams, John Adams, Thomas Jefferson, Alexander Hamilton, James Madison) und den erbitterten Kampf um Unabhängigkeit der 13 Kolonien (Boston Tea Party, Port Act, Battle of Lexington, Constitutional Convention, usw.) – George Washington wurde sogar eine ganze Woche gewidmet – bis hin zu John Brown und dem Civilwar, mit dem wir uns kommende Woche beschäftigen werden. Was mich daran erinnert, dass ich bis Montag noch 300 Seiten für diesen Kurs lesen und ein Essay schreiben muss. Meine Vorfreude hält sich momentan noch in Grenzen. Extrem schade eigentlich, weil die Bücher zum größten Teil wirklich sehr interessant sind, insbesondere die George Washington-Biographie von Joseph Ellis (immerhin ein Pulitzer-Preisträger) kann ich jedem von euch ans Herz legen. Wer also mal Zeit haben sollte, hier unsere reading list:

 

1) Patriots: The Men Who Started the American Revolution, by A.J. Langguth

2) His Excellency: George Washington, by Joseph Ellis

3) Midnight Rising: John Brown and the Raid that Sparked the Civil War, by Tony Horwitz

4) Obedience to Authority, by Stanley Milgrim

5) Parting the Waters: America in the King Years, 1954-1963, by Taylor Branch

6) The Tea Party and the Remaking go Republican Conservatism, by Theda Skocpol and Vanessa Williamson

7) Formative Acts: American Politics in the Making, edited by Stephen Skowronek and Matthew Glassman (das einzige Buch in der Liste, das nicht im Roman-Stil geschrieben, sondern eher theoretischen Ursprungs ist)

 

Und wer den Film „Milk“ mit Sean Penn in der Hauptrolle noch nicht gesehen hat: Anschauen! Eine unglaubliche Geschichte! Hut ab, wenn ihr in der letzten Szene nicht weinen müsst!

 

 

The Future of News

 

Kommen wir zu meinem zweiten Kurs: „The Future of News“. Mein Professor, Bill Adair, ist awesome (mir fällt gerade kein passenderes deutsches Wort ein; abgesehen davon spreche ich ja schon seit Jahren Denglisch). Adair ist ursprünglich Journalist und hat unter anderem für die Tampa Bay Times geschrieben. Bekannt geworden ist er aber vor allem durch seine Fact-checking-Website „PolitiFact“, wofür er 2009 mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet worden ist. Schaut doch mal auf „PolitiFact“ vorbei, ist wirklich eine interessante Art von „structured journalism“! Achtet unbedingt auf den Truth-O-Meter, eine tolle Sache! Was Adair noch sympathischer macht: Er ist ein Apple geek. Sich mit seinem Prof über die Apple Watch zu unterhalten, wie cool ist das denn bitte?! Es hat mich genau zwei Wochenstunden gekostet, bis ich herausgefunden habe, warum ich Adair so cool finde: Er ist die amerikanische Personifikation meines Papas. Die beiden teilen nicht nur denselben Beruf und sind absolute Apple-Fanatiker, nein, sie gucken auch noch dieselben Fernsehserien (Breaking Bad, The Daily Show with Jon Stewart, Modern Family, Last Week Tonight with John Oliver). Neulich zeigte uns Prof. Adair einen Ausschnitt aus der Daily Show (das macht er ungefähr jede zweite Stunde :D) über die Zukunft des Journalismus (angucken, ist sau lustig!!). Ratet mal, wer mich wegen exakt desselben Videos drei Wochen zuvor ins Wohnzimmer gerufen hat?  Ein paar Tage später schickt mir mein werter Vater einen Link zu John Oliver. Was zeigt Adair am nächsten Tag im Unterricht? Da fällt mir nur ein Wort zu ein: creepy.

Jetzt habe ich so lange von meinem Professor geschwärmt, dass ich noch gar nicht dazu gekommen bin, euch von meinem Kurs bei ihm zu erzählen. Naja, wie der Name schon verrät, geht es um die Zukunft des Journalismus. Ich lerne unter anderem die Erfolgsgeschichte hinter Craigslist und BuzzFeed. Apropos BuzzFeed: Ich LIEBE BuzzFeed. Jonah Peretti hat es echt gerafft. Entertainment (süße Katzenfotos, „29 Times Tumblr Made „Harry Potter“ Fans Cry All Over Again“, Quizzes wie „Which Disney Princess are you?“) gepaart mit seriösem Journalismus (Ben Smith, ehemals für das WSJ und Politico tätig, ist mittlerweile Editor in Chief) und hohe Einnahmen durch richtiges advertising (sponsored content). Ich will unbedingt ein Praktikum bei BuzzFeed machen!!!

Was diesen Kurs auch sehr spannend macht ist, dass regelmäßig guest speaker – in der Regel andere Journalisten, z.B. von NPR, der Washington Post oder der New York Times – eingeladen werden (meistens via Skype), die alle wahnsinnig interessante und lustige Geschichten zu erzählen haben und die wir mit Fragen löchern können.

Wie oben bereits angedeutet, verfolgen die Amerikaner einen anderen Ansatz, was die Vermittlung von akademischen Inhalten anbelangt. Anstelle von theorieüberlasteten Referaten und Hausarbeiten, sind die assignments hier wesentlich näher an der Praxis. So musste ich mein erstes Essay im „Future of News“-Kurs beispielsweise über den Nachrichtenkonsum meiner Klasse schreiben. Das lief folgendermaßen ab: In den ersten drei Wochen musste jeder Student mit Hilfe eines Google-Docs täglich einen journalistischen Artikel dokumentieren, den er oder sie gelesen hat. Darüber hinaus mussten wir folgende Angaben zum jeweiligen Artikel machen:


 


 

Nach Ablauf der drei Wochen befanden sich in der Datenbank 374 Artikel. Unsere Aufgabe war es nun, die Ergebnisse zu analysieren und bestimmte Muster bei der Auswahl von Nachrichten auszumachen. Wie werden die Leute auf interessante Artikel aufmerksam gemacht? Über Social Media? Gibt es Präferenzen, was den Konsum bestimmter Themen anbelangt? Wird Facebook zum Beispiel in der Kategorie „Entertainment“ bevorzugt und Twitter eher für Sport-News? Welche prozentualen Anteile entfallen jeweils auf Online und Print? Wie oft wird das Smartphone im Vergleich zum Computer genutzt? Gibt es Themenfelder, die stark dominieren bzw. unterrepräsentiert sind?

Jeder LMU-Prof oder vielmehr jeder deutsche Prof. würde (zurecht) kritisieren, dass die Stichprobe bei weitem nicht groß genug ist und der Faktor soziale Erwünschtheit zu falschen Ergebnissen führen kann. Stimmt. Na und? Gelernt habe ich dabei trotzdem etwas und es hat Spaß gemacht, mich damit auseinanderzusetzen (meistens jedenfalls, nach 2 Uhr morgens war dann irgendwann auch das letzte Endorphin-Kontingent in meinem Körper restlos aufgebraucht).

Hier ein paar Ergebnisse, die ich aus den Daten entnehmen konnte:

 

News Subjects: Facebook vs. Print

 

Subjects of interest: Facebook vs. Twitter

 

Devices: Facebook vs. Twitter

 

Publication/news organization in numbers

 

Serendipity: Publication/news organization in numbers

 

Meine nächste Aufgabe wird es sein, eine case study einer Medienorganisation, in meinem Fall der „MinnPost“, vorzunehmen. Weil ich gerade zu faul bin, um die Anweisungen von Prof. Adair ins Deutsche zu übersetzen, copy und paste ich sie jetzt einfach hier rein:

„My goal is to have you introduce the class to the organization, its business model and its journalism. I am most interested in its journalism. What information need is the journalism meeting? Provide details about the range of journalistic products offered (Breaking news? Explainers? Reviews? Opinion? all of the above?). Does it rely on professional journalists? Amateur bloggers? Do the amateurs get good play? Why you think it’s effective or not at serving the audience. What, if anything, is innovative? Give examples. You should also analyze whether it has an effective business model – advertising? Subscription? Foundation supported? What is its audience? What do you think works well? What doesn’t work? (Note: I will be especially impressed by papers and presentations where you interview people at the news organizations by email or over the phone.) Your paper should be 4-5 pages. Your presentation should be no longer than 8 minutes.“

Bei meinem dritten und letzten Assignment handelt es sich um ein „New Media Project“. Ich soll einen Prototypen für ein „new media venture“ entwerfen, welches einen Informationsbedarf deckt. Dabei kann es sich eine Website, eine App, eine TV-  oder Radioshow handeln. Unserer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Politik, Lokalnachrichten, Entertainment, Sport, egal. Hauptsache innovativ! Ziel ist es, am Ende einen venture capitalist davon zu überzeugen, in mein Projekt zu investieren. Dementsprechend müssen wir auch einen Businessplan entwerfen. Eine große Herausforderung, die allerdings bestimmt auch mit einer Menge Spaß verbunden ist. Da dieses „New Media Project“ 50 Prozent meiner Gesamtnote ausmacht, werde ich mich besonders ins Zeug legen. Einen groben Entwurf habe ich zumindest schon.

 

News as a Moral Battleground

 

Tatsächlich habe ich noch einen weiteren Kurs bei Bill Adair, „News as a Moral Battleground“. In diesem Seminar setzen wir uns mit den ethischen Herausforderungen, mit denen Journalisten zu kämpfen haben, auseinander. Wie Adair es so schön formuliert hat: “This is a course about trust between readers and reporters.“ Der Fokus liegt auf „anonymous sourcing“, den Vor- und Nachteilen, die sich daraus ergeben sowie auf Plagiaten und Fabrikationen. Zu Beginn des Kurses haben wir uns den Film “All the President’s Men” angeguckt, der von der Watergate-Affäre handelt. “Deep Throat” alias Mark Felt als die wohl wertvollste anonymous source of all time. Wer nichts über Watergate weiß: Anschauen! Wer über Watergate aufgeklärt ist: Trotzdem anschauen! ;-)

Da Prof. Adair eine Vorliebe für databases und Excel-Tabellen zu haben scheint, soll ich auch in „News as a Moral Battleground“ regelmäßig Einträge in eine Datenbank machen. In diesem Fall muss ich jede Woche einen Artikel finden, in dem eine anonyme Quelle genannt wird und diese dann im Hinblick auf ihren Mehrwert für den Leser benoten. Beliebte Synonyme für anonyme Quellen sind: „sources (close to)“, „senior administration official“, „…who declined/refused to be identified“, … speaking on condition of anonymity“, „speaking off the record“, „people familiar with“, „an official close to.“

 

Wer sich für dieses Thema interessiert, hier ein paar aufschlussreiche Interviews und Artikel:

“Why reporters need confidential sources”:

http://www.pbs.org/wgbh/pages/frontline/newswar/tags/confidentialsources.html

“Reporting in an Era of Heightened Concern about Anonymous Sources” (Harvard Nieman Lab):

http://niemanreports.org/articles/reporting-in-an-era-of-heightened-concern-about-anonymous-sources/

“Ratting out the Anonymice”:

http://www.slate.com/articles/news_and_politics/press_box/2004/06/ratting_out_the_anonymice.html

“The Times Scoops that Meldet”:

http://www.slate.com/articles/news_and_politics/press_box/2003/07/the_times_scoops_that_melted.single.html

“If you must quote anonymous sources, make sure they say something”:

http://blogs.reuters.com/jackshafer/2014/08/14/if-you-must-quote-anonymous-sources-make-sure-they-say-something/

“The Definitve Guide to Decoding Washington’s Anonymous Sources”:

http://www.huffingtonpost.com/2013/10/29/anonymous-sources-guide-washington_n_4175565.html

 

Bevor ich diesen Kurs besucht habe, habe ich mir ehrlich gesagt noch nie so viele Gedanken über diese Thematik, geschweige denn über die Problematik, die sich dahinter verbirgt, gemacht. Ziel meines ersten assignments war es, anhand von zwei bis drei Beispielen aus der Datenbank ein Essay über Pros und Cons von anonymous sources zu schreiben. Da ich bei der Bewältigung dieser Aufgabe keinen konventionellen Ansatz gewählt hatte, habe ich mich umso mehr gefreut, dass Prof. Adair mein paper gefallen hat. Deswegen muss ich an dieser Stelle etwas prahlen: Ich habe 95 von 100 Punkten, also ein glattes A, auf meinen Aufsatz bekommen und bin verdammt stolz darauf! Nachdem ich anfangs etwas unter Selbstzweifel gelitten und mich das ein oder andere Mal gefragt habe, ob ich tatsächlich hierher gehöre und es mit all diesen intelligenten Amis aufnehmen kann, bin ich nun guter Dinge.

Übrigens: Die neuen Hochschulrankings sind draußen. Laut College Factual befindet sich die Duke University momentan auf Platz 3, hinter der University of Pennsylvania und Yale, aber vor Harvard und dem MIT. Schadenfreude!!! :-) Aber das nur am Rande.

 

 

 

Sports Media

 

Kommen wir zu meinem letzten Kurs: „Sports Media“. Wir reden über College Sport, meistens Football. Ein absoluter Traum! Ich lerne, wie das Image von Sportlern und Teams beeinflusst wird, welche Entwicklungen von den bevorstehenden NCAA-Reformen zu erwarten sind (die Grenze zwischen Amateur und Pro verwischt zunehmend) und wie die Medien diesen gesamten Prozess mit steuern. Einziger Nachteil: Ich habe (noch) absolut keine Ahnung –  bzw. mittlerweile nur noch wenig Ahnung – vom amerikanischen College Sport, aber deswegen habe ich mich ja schließlich für dieses Seminar entschieden. Es ist trotzdem etwas frustrierend, wenn man als einziger noch nicht von den Begriffen „Big Ten“, „Big 12“ und „ACC“ gehört hat und nicht weiß, dass Alabamas Head Coach Nick Saban gottesgleich ist.

Ebenfalls cooles assignment: Nächste Woche trifft sich unser Kurs mit dem „Sports Marketing“-Kurs und wir stellen eine Art Rollenspiel nach. Die „Sports Marketing“-Studenten sind die General Managers der großen Baseball-Teams, wir die Journalisten, die sie interviewen. Im Anschluss müssen wir einen Kommentar (positiv oder negativ) über die bevorstehenden Pläne des jeweiligen Clubs, dem wir zugeteilt wurden, verfassen. Ich darf mich auf die Red Sox freuen! :-) Was für ein Zufall: In zwei Wochen fliege ich nach Boston und der legendäre Fenway Park steht natürlich ganz oben auf meiner Sightseeing-Liste!

Ich melde mich wieder nach meiner Fall Break!

 

P.S.: Das Beitragsbild wurde im “Von der Heyden Pavilion”, meinem Lieblings-Arbeitsplatz, irgendwann gegen 2 Uhr morgens aufgenommen. Voll schön dort!

Duke Athletics Twitter

#GoDuke

Vor meinem nächsten „großen“ Blogpost hier ein kurzer Einschub zu einem Thema, das mir am Herzen liegt und ich deshalb besonders hervorheben möchte.

Wer mich etwas besser kennt und meine Internet-Aktivitäten verfolgt, weiß, dass ich zum einen gerne Sport-Veranstaltungen besuche und zum anderen gerne Fotos davon auf Facebook poste.

Hier an der Duke University habe ich nun die Möglichkeit bekommen, dieses „Hobby“ (falls man es als solches bezeichnen kann) in einem professionellen Rahmen fortzuführen. Seit vorletzter Woche bin ich offizielles Mitglied des „Duke Athletics Social Media Street Teams“. Als eines von insgesamt fünf Mädels – aus irgendeinem, mir unbekannten Grund haben sich nur weibliche Studenten für diesen Posten beworben – darf ich sämtliche Spiele der 26 Uni-Teams besuchen, Fotos machen und diese vom „Duke Athletics“ Twitter-Account aus posten. Den Spielstand regelmäßig zu aktualisieren und Gewinnspiele anzupreisen, fällt auch in meinen Aufgabenbereich. Was Fußball in Deutschland ist, ist Football in den USA (nein, nicht Basketball!). Dementsprechend sind wir an unseren Football-Heimspielen besonders aktiv.

Was mich sehr überrascht hat: Als „Game Day staff“ haben wir überall Zugang. In die Pressebox, wo sie das gute Essen verstecken, der Pressekonferenz mit Coach und Spielern im Anschluss dürfen wir auch beiwohnen, aber das Beste: Wir dürfen auf dem Spielfeld rumlaufen. So kam es also dazu, dass ich mich am 30. August beim Duke vs. Elon Spiel auf einmal auf der 10 yard-Markierung wieder gefunden habe, um die Kunststücke der Cheerleader und den Einlauf der Spieler mit dem iPad zu dokumentieren. Und das in meiner ersten Woche in Durham, in einem Stadion, dass knapp 34.000 Plätze umfasst. Gänsehaut pur kann ich da nur sagen! Ich selbst habe an diesem Tag zwar nichts twittern können, da die Internet-Verbindung meines iPads nicht so wollte wie ich. Trotzdem sind an besagtem Samstag einige coole Fotos entstanden.

Eine Zusammenfassung der schönsten Tweets, nicht nur von unserem Account, sondern auch von Blue Devils-Fans findet ihr auf Storify:

https://storify.com/DukeAthletics/elonvsduke

 

Neben den Kernsportarten Football und Basketball (die Basketball-Saison beginnt allerdings erst im November), sind wir aber unter anderem auch bei Fußball-, Field Hockey- oder Volleyballspielen live vor Ort. Ich durfte gestern Abend (alleine) die Begegnung der Fußballer verfolgen: Duke vs. Temple. Zugegebenermaßen hatte ich etwas Respekt vor dieser Aufgabe, schließlich habe ich noch nie Spiele auf Englisch kommentiert. Dass meine „Chefin“ Vykky mir trotzdem ihr Vertrauen geschenkt hat, weiß ich sehr zu schätzen. Immerhin hat der zentrale „Duke Athletics“-Account über 15.000 Follower. Wenn ich Mist baue, muss auch sie dafür geradestehen. Das hat mir erneut den Unterschied zum bürokratischen, oftmals Hierarchie-besessenen Deutschland vor Augen geführt.

Und weil ich sooo stolz bin, dass meine gestrigen Tweets favorisiert und retweeted wurden (Fußball ist jetzt nicht gerade das Nonplusultra in den USA), kann ich sie euch natürlich nicht vorenthalten.

 

Am Samstag bin ich wieder in Sachen Football unterwegs. Duke vs. Kansas! #GoDuke

Ich würde mich freuen, wenn ihr „Duke Athletics“ auf sämtlichen Kanälen – aber vor allem auf Twitter – folgen würdet. Es lohnt sich nicht nur, um meine tollen Fotos zu bestaunen, sondern gibt zugleich einen guten Einblick in den amerikanischen College Sport, wie er leibt und lebt!

Duke Athletics auf Twitter

Duke Athletics auf Facebook

Duke Athletics auf Instagram

 

Bald mehr zum College Sport im Allgemeinen!

Crowell Quad

Proud to be a Dukie

Wo fange ich nur an? Ich bin erst (oder schon?) zehn Tage in Durham und habe so viele Eindrücke sammeln können, dass ich gar nicht weiß, womit ich beginnen soll.

Nachdem ich mich in New York von meinem Freund Andreas verabschieden musste (er geht nach Yale), ging es für mich mit einer kleinen Maschine weiter nach Raleigh/Durham. Am Flughafen wurde ich von Keri und ihrer sechsjährigen Tochter Ruby abgeholt. Die Duke arrangiert in Kooperation mit einer lokalen Kirchengemeinschaft sogenannte „Airport Pickups“ für alle „incoming international students“, worüber ich heil froh war, denn ohne Hilfe hätte ich meine drei Koffer sicher nicht so einfach transportieren können. Als wir nach einer zwanzigminütigen Autofahrt schließlich in den Chapel Drive eingebogen sind und ich freie Sicht auf die wunderschöne Duke Chapel hatte, war es bereits um mich geschehen. Ich hatte in den vergangenen Monaten Stunden damit verbracht, Google nach Bildern vom Campus zu durchforsten und nach all der harten Arbeit nun endlich vor Ort zu sein und die Atmosphäre mit allen Sinnen aufzusaugen, ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl. Dieser neogothische Architekturstil gefällt mir wahnsinnig gut und es ist tatsächlich noch viel schöner, als ich es mir vorgestellt hatte.

 

Crowell Quad

Crowell Quad

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Duke Chapel

Duke Chapel

 

Auch von der Größe meines Zimmers war ich positiv überrascht. Ich hatte mit etwa 18 qm gerechnet, nun wohne ich doch in einem recht geräumigen Zimmer (ich schätze um die 25 qm), mit begehbarem Kleiderschrank! Der Traum einer jeden Frau! Okay, zugegeben, er ist jetzt nicht riesig, aber immerhin doch groß genug, um Glücksgefühle in mir auslösen zu können. Der einzige Nachteil: Kein Air Conditioning. Als Europäerin hielt ich AC (die Amis kürzen alles ab, was super ist, wenn man eingeweiht ist, sonst allerdings etwas verwirrend sein kann, aber dazu später mehr) für unnötig. Tja, ich wurde eines Besseren belehrt. Denn in North Carolina ist es zu dieser Jahreszeit nicht nur sehr warm, die hohe Luftfeuchtigkeit sorgt dafür, dass man sich am liebsten sofort sämtliche Kleider vom Leib reißen und in die nächste Eistonne springen will. Und die Tatsache, dass ich im vierten Stock, also direkt unter dem Dach, wohne, trägt auch nicht gerade zur Verbesserung meines körperlichen Wohlbefindens bei. Mir wurde allerdings mehrfach versichert, dass es in ein paar Wochen angenehmer werden würde. Ich schätze, ich habe mich mittlerweile auch etwas an das Klima gewöhnt, sodass ich mir zumindest nicht mehr so vorkomme, als würde ich in die Wechseljahre kommen.

Freitag Abend habe ich gleich Bekanntschaft mit meinen Resident Advisors gemacht. Das sind Studenten höherer Semester, die im selben dorm leben und als Ansprechpartner für alle Bewohner eines Hauses fungieren. Nachdem ich all meine Sachen ausgepackt und verstaut hatte, bin ich runter in den Gemeinschaftsraum und traf dort auf Courtney, Bret, Larry und Will. Ich habe ein bisschen mit ihnen gequatscht und Larry war so begeistert, dass ich Poker (und dann auch noch Texas Holdem) spielen kann (anscheinend kennt er nicht so viele Frauen, die das können), dass er mich gleich einmal zum Pokern eingeladen hat. Als Bret mich gefragt hat, ob ich auch „Five Card Draw“ spielen könne und ich daraufhin erwiderte, dass diese Variante „Poker for losers“ sei, sind alle in schallendes Gelächter ausgebrochen. Damit war das Eis endgültig gebrochen und jetzt bin ich offiziell das „coole German girl”. Fun fact zu Larry: Er heißt mit Nachnamen Cumberbatch, hat aber noch keine einzige Episode von „Sherlock“ gesehen. Larry hat mir angeboten, mich ein paar seiner Freunde vorzustellen „if you wanna meet some cool guys“. Ich denke, ich werde auf sein Angebot zurückkommen, schließlich will ich hier mit so vielen Leuten connecten wie möglich.

Am nächsten Tag hat dann die „International Orientation“ begonnen. Dazu haben sich alle neuen, nicht-amerikanischen Studenten (sowohl angehende Erstsemestler als auch wir Visiting International Students) in einer großen Turnhalle eingefunden. Insgesamt zwischen 100 und 150 junge Menschen aus der ganzen Welt. Besonders auffällig war jedoch der hohe Asiaten-Anteil. Allein aus China waren bestimmt zwanzig bis dreißig Leute vertreten, aus Ghana, Ungarn oder Rumänien allerdings nur jeweils eine Person. Unter den fünf anwesenden Deutschen bin ich das einzige Mädchen.

Bei besagter Orientation gab es neben jeder Menge kostenlosem Essen einige Sessions und Panels, die sich mit verschiedenen Themen befassten, so zum Beispiel „Greetings and American Jargons“, „Staying Safe at Duke“ oder „Living with a Roommate in the Residence Halls“. Auf diese Art und Weise sollten wir an die amerikanische Kultur und das College-Leben herangeführt werden. Besonders amüsant war das „Wellness & Alcohol Policy in the U.S.“-Panel, bei dem Info-Flyer mit Trink-Strategien verteilt wurden. Der bekommt definitiv einen Ehrenplatz in meinem Scrapbook!

 

Drinking Strategies Drinking Strategies

 

Zwischendrin gab es immer wieder kleine Icebreaker-Spiele oder eine Schnitzeljagd, um Socializing mit seinen zukünftigen Kommilitonen zu betreiben.

Am ersten Abend habe ich Benedicte kennengelernt. Sie kommt aus Paris, studiert an der Sciences Po und ist ebenfalls für ein Jahr als Visiting International Student an der Duke. Mir ist gleich zu Beginn ihr fließendes, akzentfreies Englisch aufgefallen, was mich zunächst etwas stutzig gemacht hat, da Franzosen ja im Allgemeinen nicht für ihre guten Englischkenntnisse bekannt sind. Es hat sich im Nachhinein herausgestellt, dass Benedicte als Kind vier Jahre in Texas gelebt hat. Mit ihr verstehe ich mich wirklich sehr gut. Wir unternehmen viel zusammen und ich bin froh, sie kennengelernt zu haben, denn ich glaube, wir werden gute Freundinnen. Auch die anderen Visiting International Students sind super nett und kommen von überall. Katherine (wohnt direkt gegenüber) und Yingjun aus Singapur, Take und Ryohei aus Japan, Igor aus Brasilien und Timur aus Deutschland.

Dienstag ging es dann weiter mit der Transfer Orientation. Diese richtet sich in erster Linie an Studenten, die von einem anderen (amerikanischen) College an die Duke gewechselt sind, sogenannte „Transfer Students“. Diese waren mit ihrer ersten Universität nicht zufrieden und haben sich deshalb dazu entschlossen, sich an anderen Colleges zu bewerben, um dort ihren Abschluss zu machen. Der Transfer-Bewerbungsprozess ist noch einmal wesentlich anspruchsvoller, da die acceptance rate bei durchschnittlich drei Prozent liegt. Zum Vergleich: Die normale Zulassungsquote der Eliteunis ist bei sieben (Harvard) bis elf Prozent (Duke) anzusiedeln.

Auch die Transfer Orientation war von morgens bis abends durchgeplant. Allerdings waren die meisten Events wesentlich spannender und hilfreicher als die der International Orientation, da sich diese wohl doch eher an Freshmen (also Erstsemestler) gerichtet hat als an Uperclassmen (Studenten höherer Semester).

Zwei Veranstaltungen haben es mir besonders angetan: Die „New Student Convocation“ und „New Devil’s Night“.

Zur „Convocation“, was so viel wie Versammlung bedeutet, werden alle neuen Studenten eingeladen. Das ganze findet in der Duke Chapel statt und ähnelt entfernt einer Art Gottesdienst. Der Präsident, der Dean of Undergraduate Admissions, der Dean of Undergraduate Education, die Präsidentin des Student Government sowie einige Professoren und Mitarbeiter schmeißen sich in ihre Universitäts-Kluften, die den Graduation Gowns ähneln, die man in sämtlichen High School-Filmen bewundern kann, und halten nacheinander Reden, zwischendrin wird gesungen. Normalerweise bin ich kein großer Fan von Kirchen – ich finde Atmosphäre oftmals sehr beklemmend -, aber in diesem Fall muss ich eine Ausnahme machen. Denn es lag eine ganz besondere Stimmung in der Luft. Eine Mischung aus Stolz, Vorfreude und Erleichterung. Selten haben mich Reden – insbesondere von fremden Menschen – so sehr berührt. Dass uns die Amerikaner rhetorisch weit überlegen sind, ist nichts Neues. Aber mit viel Emotion und Pathos sie alles ausschmücken ist unglaublich. Und man kauft ihnen jedes einzelne Wort ab. Ich saß in einer Kirche und habe Gänsehaut bekommen. Die Worte „Kirche“ und „Gänsehaut“ nenne ich normalerweise nicht in einem Atemzug.

 

Duke Convocation

 

Hier ein paar Auszüge aus der Rede von President Brodhead:

 

„Parents, your children are sitting in regal splendor in Duke’s glorious Gothic chapel, but you are seated far away, in Cameron Indoor Stadium. Why the distance? Well, Duke Chapel has just enough room for our entering class, so we put you in an overflow zone. But you might have suspected a deeper, darker reason: we are rehearsing you for a great separation. You have loved and nurtured these children, you have given them every means to develop their gifts, and they made your dream come true: today they enter one of the world’s great universities. Now there’s one last thing you as parents need to do — Go home, back off, give them space to build an independent life. […]

Tell me the truth: Duke is great and all, but in your heart of hearts, might you not be finding it a little daunting? I watched your faces as Christoph Guttentag spoke. You laughed, but I could detect another response: Uh oh! I don’t come from a place with a cute name. I was not the Tae Kwon Do champion of Myanmar. I was not conducting promising research on the Ebola virus when I was in tenth grade. What am I doing here? How am I supposed to compete when everyone else is a certified miracle of adolescent achievement? Plus what if I should be unmasked, what if some Edward Snowden got access to my private messages and uncovered the awful truth that, contrary to the big brags of my college application, I am at some level a fairly ordinary person? […]

Have any of you had such thoughts? How many: maybe twelve hundred of you? Friends, you disappoint me. How can you be so unoriginal? That anxiety isn’t proof of your special deficiency. That’s what every smart person thinks when they step up the level of their game. The fun thing about Duke is that it’s a community of talent where talent manifests itself in a thousand different forms, yours cheerfully included. Duke students aren’t interested in exposing each other’s limitations. They rejoice in each other’s gifts and accomplishments, they lift each other up.

You will do fine here, you will thrive; I want you to feel completely comfortable in that assurance. Very comfortable. Very, very comfortable. But let’s not make comfort your only goal. […]

Duke can be just the space of exploration and discovery that you need, but only if you free yourself from the need to know the answer in advance.

Then further, whatever it is you find to do, there will be a richer and a poorer version of the self you bring to that eventual career. The really successful people in our world don’t just know how to do a job. They bring a fund of knowledge and wisdom to their life, a wide awareness of the great, wide world, various and versatile tools for understanding what’s around them, the capacity to see things from others’ points of view, an active mind that’s always integrating new perceptions and putting the world together in new ways. Those are the traits that make people thoughtful, adaptable, creative, and humane. Without these, any job will be a dead end. With them, you’re equipped for a lifelong adventure.” […]

Mir fällt jetzt leider keine gute Überleitung von Kirche zu Sport ein, obwohl ich jetzt natürlich so etwas wie „Der Sport ist meine Religion“ hätte bringen können. Egal.

Bei der „New Devil’s Night“ werden die neuen Athleten vorgestellt und das im legendären Cameron Indoor Stadium, dem Zuhause der Duke Basketballer. Ich konnte einen Platz in der ersten Reihe ergattern, was sich im Nachhinein leider als Glück im Unglück herausstellte. Denn obwohl ich eine legendäre Sicht auf die Duke Band, Cheerleader und die Sportler hatte, konnte ich leider keines der begehrten T-Shirts ergattern, die die Athleten auf die Tribüne warfen. Wer wirft denn bitte absichtlich nur fünf Meter weit? Das wäre für einen normalen Menschen schon extrem peinlich, aber für Sportler erst recht. Bei den Baseball-Spielern bin ich gar nicht erst aufgestanden, denn das hätte sowieso keinen Sinn gemacht, zumal die Hälfte der Neuen aus Pitchern bestand. Trotzdem war es natürlich wahnsinnig toll, die neuen Blue Devils aus nächster Nähe zu sehen. Nächsten Samstag steht das erste Football-Spiel der neuen Saison an, worauf ich mich schon sehr freue.

New Devil's Night

Apropos T-Shirts. Jede soziale Gruppierung auf dem Campus besitzt eigene T-Shirts. Jede. Bei den Sportlern kann ich das ja sehr gut nachvollziehen. Duke Basketball, Duke Volleyball, Duke Football… Sieht top aus und lässt sich gut verkaufen. Aber dann gibt es noch folgende Shirts: Duke Engage, West Campus, Crowell (der Name meiner Residence Hall), Duke Focus Program, Leadership at Duke, ihop, TAC, FAC, etc.

Womit wir auch schon beim nächsten Thema angekommen wären. Abkürzungen. Ich hatte ja anfangs bereits erwähnt, dass die Amerikaner gerne dazu neigen, Dinge abzukürzen. Hier eine Liste aller Abkürzungen, deren Bedeutung ich schon kenne:

  • RA
  • RC
  • TAC
  • FAC
  • ihop
  • HDRL
  • ABP
  • AC
  • FDOC
  • LDOC
  • SLGs

Na, irgendeine Ahnung, was sich dahinter verbergen könnte?

Hier die Auflösung:

  • RA = Resident Advisor
  • RC = Resident Counselor
  • TAC = Transfer Advisory Counselor
  • FAC = Freshman Advisory Counselor
  • ihop = International House Orientation Peer
  • HDRL = Housing, Dining & Residence Life
  • ABP = Au Bon Pain (ein Bistro, in dem es leckere Salate, Sandwiches und Suppen gibt)
  • AC = Air Conditioning (hatten wir schon)
  • FDOC = First Day of Classes
  • LDOC = Last Day of Classes
  • SLGs = Selective Living Groups

Um noch einmal auf die T-Shirts zurückzukommen: Nicht, dass ich mich beschweren würde, dass es so viele von ihnen gibt. Ganz im Gegenteil! T-Shirts sind sau cool und sie verleihen allem einen professionellen Charakter. Aber als Studentin einer deutschen Hochschule ist man diesen Professionalisierungsgrad einfach nicht gewohnt.

Auch wenn das für die meisten wahrscheinlich keine neue Info ist, will ich es an dieser Stelle noch einmal betonen, weil das einfach sehr charakteristisch für dieses Land ist: Amerikaner lieben ihr College, auch Jahre und Jahrzehnte nachdem sie ihren Abschluss gemacht haben. Sie sind in dieser Hinsicht sehr patriotisch veranlagt (Okay, Amis kennzeichnen sich grundsätzlich durch eine stark ausgeprägte Heimatliebe aus, aber die Beziehung zu seiner Alma Mater ist für den Amerikaner trotzdem etwas Besonderes). Aus diesem Grund ist es auch nicht verwunderlich, dass die Hälfte aller Leute mit Duke-Shirts/-Shorts/-Caps-/Trinkflaschen-/Schlüsselanhängern-/Regenschirmen und was es sonst noch so alles im University Store zu kaufen gibt, herumlaufen. Der School Spirit ist stets präsent, jeder hat ihn verinnerlicht. Das ist auch der Grund, weshalb der College Sport in den USA so populär ist. Man kann sich dem ganzen Trubel nur schwer entziehen, weil man von Anfang an in diese Richtung gelenkt wird, zum Beispiel auch durch Events wie die „New Devil’s Night“. Ich als Sport-Fan finde das natürlich sau geil und lasse mich gerne mitreißen. Das war mitunter auch ein Grund, weshalb ich mich für dieses Auslandsjahr entschieden habe. Ich denke, dieser Fanatismus lässt sich ganz gut mit Fußball in Deutschland vergleichen. Als Anhänger einer Mannschaft fühlt man sich anderen Fans verbunden, weil man unter Gleichgesinnten und Teil einer großen Gemeinschaft ist. Nur reduziert sich das im College eben nicht nur auf eine einzelne Sportart bzw. auf Sport im Allgemeinen, sondern umfasst auch andere Aspekte des Universitätsalltags, wobei der Sport natürlich – gerade an der Duke – ein besonderes Aushängeschild ist. Kein Wunder also, dass ich in meiner ersten Woche gleich mal den University Store geplündert habe. Über meinem Bett hängt mittlerweile auch ein Duke-Wimpel, wie man das aus Filmen kennt.

Duke stuff

Bleiben wir doch gleich einmal beim Sport. Von meinem Zimmer brauche ich ziemlich genau fünf Minuten bis ich auf einem Cross-Trainer im Wilson Recreation Center stehe. Ein absoluter Traum! Was noch viel besser ist: Die Gebühren sind in der tuition mit inbegriffen. Da ich den aktiven Sport im letzten Jahr leider aufgrund mangelnder Zeit etwas vernachlässigt habe, habe ich mir selbst zum Ziel gesetzt, in den USA wieder regelmäßig zu trainieren. Und siehe da, es klappt! Seit meiner Ankunft war ich viermal im Rec Center und habe mich ordentlich ausgepowert. Ich hatte schon beinahe vergessen, wie sich ein richtig schöner Muskelkater anfühlt. Liebes amerikanisches Junkfood, hiermit sage ich dir den Kampf an! Vielleicht fange ich auch wieder an, Volleyball zu spielen. Meine Zimmergenossin Jesse ist zufälligerweise Kapitän des Volleyball-Teams.

Duke Rec Center Duke Rec Center

Aber was noch viel cooler ist: Jesse war Komparsin in „Harry Potter and the Prisoner of Azkaban“! Das kann doch nun wirklich kein Zufall sein! Volleyball, okay. Das stand in meiner Bewerbung. Aber Harry Potter? No way! Ich bin immer noch vollkommen hin und weg. In meinem Zimmer hängt jetzt einfach mal ein Foto von Jesse, Daniel Radcliffe, Emma Watson, Rupert Grint, Matthew Lewis (Neville Longbottom) und den Phelps-Zwillingen (Fred und George). Ich bin so was von neidisch.

Ich könnte vermutlich noch stundenlang weiter schreiben. Genug Stoff wäre auf jeden Fall vorhanden, aber da in neun Stunden mein erster Kurs beginnt, sollte ich langsam mal schlafen gehen. „Sports Media“, ich freue mich schon drauf.

Ich melde mich bald wieder!

Flugzeug

Thamina goes Duke – intro

So, nach knapp drei Monaten Pause – ich hatte in der Zwischenzeit eine Menge zu erledigen – lasse ich den Patronus Blog nun endlich wieder zum Leben erwecken. Zeit wurd’s!

Ich habe mir heute einen recht exklusiven Arbeitsplatz ausgesucht. Ich befinde mich nämlich momentan – laut Board-Computer – in luftigen 31955 feet (Wie viele Meter sind das?) Höhe und habe noch 3819 Meilen bzw. sieben Stunden und 24 Minuten Flug vor mir. Puh! Gleich wird uns das ekelhafte Flugzeug-Essen vorgesetzt. Jeder von euch kennt bestimmt diese kleinen, kalten Weizen-Erzeugnisse, die sie hier als Semmeln ausgeben. Furchtbar! Wie gerne würde ich jetzt mit den gut betuchten Passagieren der Business bzw. First Class tauschen, die vermutlich gerade ihr zweites Glas Sekt schlürfen und ein saftiges Rinderfiletsteak mit Rosmarinkartoffeln auf Sellerieschaum serviert bekommen. Hoffentlich verteilen die Stewardessen bald die viel zu klein geratenen Päckchen mit Brezeln und Salzgebäck, die man binnen einer Minute verputzt! Ach, da rollt der „Speisewagen“ auch schon an. Wofür soll ich mich denn heute entscheiden? Ich habe die Wahl zwischen Ravioli mit Spinat-Ricotta-Füllung oder Huhn mit Kartoffelbrei. Als Nudel-Liebhaberin entscheide ich mich für ersteres. Ihr könnt es euch sicher schon vorstellen, aber ich spreche es trotzdem einfach mal aus: Pretty disgusting! Da ich euch den appetitlichen Anblick selbstverständlich nicht vorenthalten möchte, hier ein Schnappschuss meines Tabletts:

 

Flugzeugessen

 

Der kurze Blick zum Tisch meines Sitznachbarn, der sich für das Huhn entschieden hatte, verrät mir, dass ich mit dem Fleisch nicht unbedingt besser bedient gewesen wäre. Ich warte immer noch auf die Mini-Brezeln!

Falls es euch noch nicht aufgefallen ist: Ich bin gerade dabei, meinen Wehmut mit Sarkasmus zu kompensieren. Oder ich versuche es zumindest. Schreiben als Mittel zur Selbst-Therapie nennt man so etwas. Immerhin fliege ich nicht mal eben für zwei Wochen in den Urlaub.

Aber lasst uns zurück an den Anfang gehen, denn meine Geschichte hat bereits im März 2013 begonnen (Okay, das ist zwar auch nicht ganz korrekt, wenn man es genau nimmt, da mich dieser Gedanke schon seit einigen Jahren begleitet, aber das würde nun wirklich etwas zu weit gehen!). Jedenfalls habe ich vor ca. 17 Monaten den Entschluss gefasst, meinen Traum vom Studium an einer amerikanischen Universität endgültig wahr werden zu lassen. Dass ich am Ende den absoluten Jackpot absahnen würde, hätte ich mir noch vor einem Jahr in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können. Hätte mir damals jemand prophezeit, wohin mich mein Weg schließlich führen wird, so hätte ich diese Person ausgelacht. Aber eins nach dem anderen.

In den USA gibt es über 4000 Colleges. V I E R T A U S E N D. Das muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Und obwohl ich fest davon überzeugt bin, dass man an jeder einzelnen dieser zahlreichen Universitäten unglaublich wertvolle Erfahrungen sammeln, tolle Leute kennenlernen und wahnsinnig viel Spaß haben kann, so stand für mich von Anfang an fest, dass ich mein Glück in der berühmt berüchtigten Ivy League probieren würde. Denn seien wir mal ehrlich: Wer hätte nicht gerne Harvard, Yale oder Princeton in seinem Lebenslauf stehen? Etwas anderes hätten mein Ego und mein Ehrgeizig vermutlich auch gar nicht zugelassen.
Im März vergangenen Jahres habe ich also mit der Recherche begonnen und fand relativ schnell heraus, dass ich nach einem sogenannten „Visiting Student Program“, also einem Non-degree-Program, Ausschau halten müsse. Einziges Problem: Die Websites von Hochschulen, insbesondere die der Amerikaner, sind so unübersichtlich und kleinteilig angelegt, dass es in der Tat eine Herausforderung darstellte, herauszufinden, welche meiner Wunsch-Unis besagtes Programm überhaupt anbieten. Es blieb mir folglich nichts anderes übrig, als jede der Unis per E-Mail zu kontaktieren und sie über mein Vorhaben aufzuklären. In der Regel erhielt ich innerhalb weniger Tage eine Antwort mit Links, Broschüren oder Formularen im Anhang. Leider schieden von Vornherein einige Top-Adressen aus dem Rennen aus, da diese nicht die nötigen Voraussetzungen erfüllten; so unter anderem auch Yale, Princeton, Berkeley, Dartmouth und Stanford. Im April stand dann fest, ich würde mich an folgenden Colleges bewerben:

 

Harvard University

Columbia University

Brown University

Cornell University

University of Pennsylvania

Johns Hopkins University

Duke University

 

Außerdem wusste ich, dass meine Heimatuni, die Ludwig-Maximilians-Universität München, eine Austauschkooperation mit der ebenfalls renommierten Georgetown University in Washington D.C. pflegt und jährlich ein Stipendium an einen Studenten bzw. eine Studentin der Politikwissenschaft vergibt. Für diesen Studienplatz wollte ich mich auch noch bewerben. (Letztlich landete ich im Auswahlverfahren auf Platz 2, was sehr ärgerlich war, mich letztlich aber noch mehr anspornte. Und da ich jetzt sowieso an eine viel coolere Uni gehe, war die Enttäuschung schnell verflogen :D)

Und falls alle Stricke reißen sollten, so hatte ich immer noch ein Ass im Ärmel: Wenn mich keine der Eliteunis hätte haben wollen, wäre ich an die Hawaii Pacific University gegangen und hätte Surfen gelernt. Bei einer acceptance rate von über 70 Prozent habe ich mir ganz gute Chancen ausgerechnet.

Für all diejenigen unter euch, die nicht mit dem amerikanischen Bildungssystem und dem Bewerbungsprozess vertraut sind bzw. die Leute, die ich im letzten Jahr mit meinen Klagen verschont habe: Ihr müsst euch das Ganze folgendermaßen vorstellen: Die Universitäten suchen gezielt nach Individuen, die sich von der Masse an Bewerbern abheben. Klar, gute Noten sind wichtig, gerade in der Ivy League. Aber ratet mal, wie viele Schüler (allein aus den USA; bei international students werden die Karten sowieso noch einmal neu gemischt), die sich beispielsweise in Harvard bewerben, einen 4.0 GPA (entspricht einem Notendurchschnitt von 1,0) vorweisen können? Um den Admissions Officers zu beweisen, dass du der Richtige für diese Uni bist, musst du neben guten Noten auch andere Qualitäten besitzen. Anders als in Deutschland spielen in den Vereinigten Staaten sogenannte „extracurricular activities“ eine sehr große Rolle. Die Unis wollen sehen, dass du dich auch außerhalb des Klassenzimmers engagierst, zum Beispiel im Chor, in einem Sportverein, in der Kirche, in der SMV, Schülerzeitung und so weiter. Musiker und Sportler sind natürlich immer gerne gesehen oder junge Menschen, die einem ausgefallenem Hobby nachgehen. Ich will versuchen, euch das anhand eines konkreten Beispiels näher zu bringen: Nehmen wir mal an, du spielst Saxophon und im Abschlussjahrgang der Uni befinden sich momentan fünf Saxophonisten, die alle im laufenden Jahr das College verlassen werden. Das Universitäts-Orchester ist aber auf Saxophonisten angewiesen und prompt bist du ein attraktiver Kandidat. Das Gesamtpaket muss also stimmen. Hinzu kommen dann noch Empfehlungsschreiben ehemaliger Lehrer bzw. in meinem Fall ehemaliger Dozenten und Professoren, um die man sich rechtzeitig bemühen sollte, damit diese formal und inhaltlich überzeugen. Des Weiteren ist eine Menge bürokratischer Kram zu erledigen, der besonders lästig ist. Zeugnisbeglaubigungen, Übersetzungen, Universitätssiegel auf allen Kuverts, spezielle Formulare, etc.

 

Hier meine Checkliste, die ich abarbeiten musste:

  • Ausfüllen einer Online-Bewerbung
  • eine Auflistung sämtlicher Kurse, die ich im Falle einer Zusage gerne belegen würde, erstellen
  • eine schriftliche Erlaubnis meines Dekans einreichen, welche besagt, dass ich an diesem „Visiting Student Program“ teilnehmen darf und mir nach meiner Rückkehr die belegten Kurse anrechnen lassen kann
  • ein „Statement of Good Standing“ ausstellen lassen, das bestätigt, dass ich ich an meiner aktuellen Uni in “strong personal and academic shape” bin
  • ein bis zwei Empfehlungsschreiben (ich habe letztlich vier eingereicht)
  • einen Lebenslauf (auf die amerikanischen Formalia achten!)
  • ein beglaubigtes Abiturzeugnis mit beglaubigter englischer Übersetzung (eine Uni wollte sogar alle Zeugnisse ab der neunten Klasse)
  • offizielle Universitäts-Transcripts
  • sonstige Formulare, die von Universität zu Universität variieren
  • Ergebnis des TOEFL-Tests (an den Eliteunis wird eine Mindestpunktzahl von 100 verlangt, bei „normalen“ Colleges in der Regel zwischen 80 und 90 von 120 möglichen Punkten)
  • ein bis drei Essays á 150 bis 750 Wörter

 

Ja, ich war oftmals der Verzweiflung nahe. Zum Beispiel, wenn die Deutsche Post bzw. der US Postal Service meine Unterlagen nicht zugestellt hat und ich um möglicherweise verpasste Deadlines bangen musste (Nein, das Tracking System der Deutschen Post funktioniert nicht, auch nicht wenn man Unsummen an Portogebühren für Einschreiben und Express-Mail zahlt). Und da jedes einzelne Formular von der Institution, der es entstammt, direkt an die Admissions Offices geschickt werden muss, kann man auch nicht einfach alles in einen großen Umschlag packen und es via FedEx über Nacht zustellen lassen. Dementsprechend gehen pro Uni im Durchschnitt fünf bis zehn Umschläge raus, die bei der Post alle einzeln abgerechnet werden, sodass sich im Laufe der Zeit mindestens zwanzig Einschreiben-Belege in meinem Geldbeutel gesammelt hatten. Alle zwei Tage habe ich panisch überprüft, ob meine Unterlagen bereits eingetroffen sind. Und nein, Einschreiben benötigen nicht sieben bis zehn Tage an ihren Zielort, wie ich es von Angestellten der Post mehrmals zu Ohren bekommen habe. Plant lieber drei bis vier Wochen ein, wenn ihr die Zeit habt! Ja, man muss es wirklich wollen!

Noch ein paar Worte zu den Bewerbungsessays. Sich mit diesen intensiv auseinanderzusetzen, ist zwingend notwendig. Denn das Essay stellt den einzigen Teil der Bewerbung dar, der nicht von externen Faktoren beeinflusst werden kann. Bei den Empfehlungsschreiben ist man von seinen Gutachtern abhängig, ebenso bei sämtlichen offiziellen Formularen, die Post hatte ich schon ausführlich erwähnt, Noten kann man im Nachhinein auch nicht mehr korrigieren, Lebenslauf und TOEFL ebenso wenig. Im Essay kann man sich austoben. Nein, man kann es nicht nur, man muss es sogar! Besonders wichtig ist vor allem, dass man ihm eine persönliche Note verleiht. Wenn du gefragt wirst, warum du an genau dieser Uni zwei Semester vergingen möchtest, dann reicht es bei Weitem nicht aus, wenn man schreibt: „I have always dreamed about studying in the US…“ „I really like your Political Science Program since I am interested in Foreign Affairs…“ Denn das schreibt jeder! Die eigentliche Kunst besteht darin, eine Geschichte zu erzählen, die im Grunde genommen zwei Komponenten enthält: Zum einen Argumente, die belegen, dass diese Hochschule der richtige Ort für dich ist und du in die Community passt (Stichwort Studienschwerpunkte) und zum anderen musst du den Text punktuell mit Informationen anreichern, die dich als Individuum repräsentieren. Man will im Kopf des Admissions Officers, der dein Essay liest, ein Bild hinterlassen, das er oder sie so schnell nicht wieder vergisst. Eines der besten Essays, das ich geschrieben habe, ist tatsächlich so persönlich und auf eine gewisse Art und Weise auch intim, dass ich es nicht einmal meinen Eltern gezeigt habe. Ich bin damit wissentlich ein Risiko eingegangen und mein Mut hat sich im Nachhinein bezahlt gemacht, obwohl das ganze auch leicht hätte schief gehen können. Wer Anregungen braucht, hier drei meiner Essays, die zwar nicht ganz so persönlich sind (die individuelle Komponente lässt sich bei einem längeren Essay wesentlich besser umsetzen als bei drei kurzen), dafür aber inhaltlich überzeugen konnten (zumindest war die Columbia University dieser Meinung ;) ).

Columbia College Essays

Mein Fleiß hat sich schließlich ausgezahlt. Ende Februar erhielt ich meine erste Zusage, und zwar von der Duke University, gefolgt von Columbia, Cornell und Harvard. Bei der University of Pennsylvania und Johns Hopkins habe ich mich letztendlich gar nicht mehr beworben, nachdem ich bereits vier Zusagen erhalten hatte. Und ich habe Harvard tatsächlich einen Korb gegeben, was sich immer noch komisch anfühlt. Allerdings bereue ich es nach wie vor nicht. Aber das ist eine andere Geschichte.

Jetzt sitze ich im Flugzeug nach Durham in North Carolina und beziehe in gut neun bis zehn Stunden mein Zimmer auf dem wunderschönen Campus der Duke University.

Der Abschied von Zuhause ist mir schwerer gefallen als ursprünglich gedacht. Vor allem die vergangenen zwei bis drei Wochen waren sehr emotional und sind mir ziemlich nahe gegangen. Obwohl ich das mehr als alles andere wollte (und nach wie vor will!) und der Bewerbungsprozess für viele Monate mein ganzes Leben dominiert hat (an dieser Stelle noch einmal vielen Dank an alle, die es in dieser anstrengenden Zeit mit mir ausgehalten haben bzw. ein großes Sorry an meine Freunde, die das ein oder andere Mal auf mich verzichten mussten), wird einem erst so richtig bewusst, was man an seinen Mitmenschen hat, wenn man sich für einen längeren Zeitraum von ihnen verabschieden muss. Neben meiner Familie und meinen langjährigen Weggefährten habe ich insbesondere auch meine Kollegen bei M94.5 sehr schätzen gelernt. Aus Kollegen sind mittlerweile Freunde geworden und ich möchte keinen einzigen von euch missen! Ihr macht alle einen wahnsinnig tollen Job und ich schätze mich glücklich, Teil dieses genialen Teams sein zu dürfen. Ein besonderer Gruß gilt natürlich dem weltbesten Ressort, dem Sport! Jubelt für mich in der Bundesliga, dem Pokal und der CL mit! Ich vermisse den Fußball jetzt schon. Ich werde mir die Zeit mit Basketball und Football vertreiben. Ach ja, und noch eine kurze Informationen, für alle, die es noch nicht mitbekommen oder es schon wieder vergessen haben: WIR SIND WELTMEISTER! ;)

I’ll be in touch!